Bahnreisende vor geschlossenen Türen

Wegen zunehmendem Vandalismus ist die Bahnhofshalle außerhalb der Öffnungszeiten der Agentur zu

Seit dem 1. Dezember können Bahnkunden die Bahnhofshalle nur noch zu den Öffnungszeiten der Agentur Rosenthal nutzen.

Kreiensen. Ob es stürmt oder schneit, seit dem 1. Dezember stehen die Kunden, die am Bahnhof Kreiensen mit dem Zug fahren wollen, außerhalb der Öffnungszeiten der Agentur Rosenthal, die im Auftrag der DB die Fahrkarten verkauft, vor verschlossenen Türen, wenn sie in die Bahnhofshalle wollen.

Der Grund dafür ist, dass seit über einem Jahr der Vandalismus an dem Gebäude sehr stark zugenommen habe, wie uns die Mitarbeiterin der Agentur, Elke Rücker-Dörner, berichtet.

In der letzten Zeit sei es ganz besonders schlimm geworden, und am Schlimmsten natürlich nach einem Wochenende. Schaukästen und Wände wurden regelmäßig mit Graffiti beschmiert, der Fußboden verdreckt, Scheiben eingeschlagen und es wurde dort sogar herumgekokelt. Auch die Mülleimer wurden aus ihren Verankerungen gerissen. Aber die Krönung sei gewesen, dass dort auch regelmäßig in die Ecken uriniert und auch Fäkalien zurückgelassen wurden.

»Jeden Morgen, wenn ich zur Arbeit ging, war ich immer wieder auf das Schlimmste gefasst«, so Rücker-Dörner »es sah nahezu jeden Morgen einfach nur furchtbar aus«. Der Besitzer habe keine andere Möglichkeit gesehen, dem Vandalismus Herr zu werden.

Die Öffnung der Halle nur zu den Öffnungszeiten des Schalter wird allerdings bei der ansässigen Bahnhofsmission mit Bedenken gesehen. »Gerade jetzt, wo es wieder kälter wird, kann das doch kein Zustand sein, wo sollen die Leute denn hin, wenn die Anschlusszüge Verspätung haben«, sagt Robert Schirmer, Sprecher der Bahnhofsmission. Erst vor kurzem hätten wieder rund 60 Bahnreisende in Kreiensen Aufenthalt gehabt, die bei Wind und Wetter hätten stundenlang warten müssen.

Die Leute könnten auch oft nicht einfach so in den Ort gehen, da ja auch keine Schließfächer für die Koffer vor Ort seien, so Schirmer weiter. Die Bahnhofsmission mit ihren vier Mitarbeitern habe im Jahr rund 8.000 Kontakte zu Zugreisenden, wobei man dabei auch einen Großteil an Fahrplanauskünften mit erledige, was gar keine Aufgabe der Bahnhofsmission sei.

»Wir helfen natürlich gerne«, so Schirmer, der auch sagt, dass man mit der Zeit schon einen Blick dafür bekommen habe, wer am Fahrkartenautomaten Unterstützung brauche.

Das Bahnhofsempfangsgebäude ist seit 2016 Eigentum der Infrastruktur- und Vermögensverwaltungsgesellschaft AEDIFICIA mit Sitz in Frankfurt, die Deutsche Bahn ist deshalb dafür nicht mehr zuständig. In einem Gespräch mit unserer Zeitung berichtet uns der Geschäftsführer Stefan Steinert, dass er momentan leider keine andere Möglichkeit sehe, gegen den Vandalismus vorzugehen, als die Halle zu schließen.

»Seit über einem Jahr haben wir es in Kreiensen mit mutwilliger Zerstörung zu tun«, so Steinert.

Jedes Mal habe man wieder alles reinigen und Wände streichen müssen. Auf Dauer sei das kein Zustand, und auch eine Überwachungsfirma käme nicht in Frage, da es sich wirtschaftlich gesehen, nicht rechnen würde. Momentan sei man in den Überlegungen, was man dem traditionsreichen Gebäude mit seiner Empfangshalle machen könne, um es möglichst wieder in den Zustand zu bringen, für den es gebaut war, sagt Steinert. Dafür müsse man natürlich Betreiber gewinnen, die wieder Zeitungen, Kaffee und Snacks, vielleicht sogar Blumen dort verkaufen wollen.

»Wir erfinden das Rad nicht neu, aber das ist so ein schönes Gebäude, aus dem wieder etwas gemacht werden kann«, so der Geschäftsführer. Das brauche natürlich Zeit. Deshalb habe man erst einmal diesen Weg gewählt, die Bahnhofshalle auch nur noch zu den Öffnungszeiten offen zu halten. Die Agentur hat von montags bis freitags von 6 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Sonnabends und sonntags hat die Agentur nicht geöffnet.hn

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