Erste Pläne für Sanierung des Denkmals

Der Hof Ippensen 6 wird vom Verein »Kunst und Natur Leinetal« genutzt / Zuerst werden Scheune und Stall denkmalgerecht saniert

Der Hof wurde von dem letzten Bewohner Karl Haarmann als Denkmal eingetragen.

Ippensen. Das Areal Ippensen 6 soll in Zukunft als ländlicher Begegnungsort dienen. Der Verein »Kunst und Natur Leinetal« stellte dort bereits Fotografien von Künstlerin Nadja Rentzsch aus. Um den denkmalgeschützten Hof für Kunstschaffende weiterhin optimal zu nutzen, ist geplant, den Hof zu sanieren, teilt Maren Ziese aus dem Vereinsvorstand mit.

Der Hof wurde von Karl Haarmann, letzter Bewohner des Hofes, als Denkmal eingetragen. Ziese erläutert dazu: »Stall und Scheune stehen wegen ihrer Bedeutung für das Straßenbild unter Denkmalschutz, das Wohnhaus hat bau- und kunstgeschichtliche Bedeutung.« In dem Grundlagen-Werk »Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen. Teil 2« findet das Grundstück Ippensen 6 ebenfalls Erwähnung: »Neben diesem bauarchäologischen Denkmal besitzt innerhalb des Dorfkerns die Hofanlage, Ippensen 6, ein ehemaliger Ackerhof, Denkmalqualität. Die überwiegend in Fachwerk ausgeführte Hofanlage in exponierter Lage besteht aus einem stattlichen zweigeschossigen Wohnwirtschaftsgebäude aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, das wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Westen verlängert wurde, einer 1890 datierten großen Fachwerkscheune mit mittiger Längseinfahrt und einem im ausgehenden 19. Jahrhundert entstandenen Stall.«

Mit der denkmalgerechten Sanierung ist das Architekturbüro Cortnum aus Einbeck beauftragt. Mareike Engwer, Mitarbeiterin im Büro Cortnum, erläutert, dass zunächst der Scheunenbereich saniert werde. »Dabei soll die Substanz erhalten bleiben. Lediglich das Dach muss erneuert werden, aber dieses ist auch schon nicht mehr das Originale«, so Engwer. Spannend werde es danach bei der Sanierung des Stallkomplexes. »Ungefähr ein Drittel vom Stall ist nicht denkmalgeschützt und wird entfernt. Um den Hofcharakter zu erhalten, soll die Fassade des Stalls, die erhalten bleibt, aufgearbeitet werden. Die Substanz bleibt erhalten«, berichtet Engwer weiter.

Ziese ergänzt zu den Plänen für den Stall, dass der Teil, der abgetragen wird, in eine Ausstellungsfläche für ein ortsspezifisches, öffentlich zugängliches Kunstwerk transformiert werde. Ein anderer Teil solle in eine Atelierfläche verwandelt werden. »Angefragt für das ortsspezifische Werk ist die renommierte und international bekannte Bildhauerin Franka Hörnschemeyer, die in Niedersachsen geboren wurde. Sie plant eine begehbare, nachhaltige Rauminstallation aus den vorhandenen, zurückgebauten Materialien des Stalls, welches sich mit der wechselvollen Geschichte des Landstrichs beschäftigt und auf das vorhandene Denkmal reagiert. Der Arbeitstitel lautet ,Separation’. Hierfür suchen wir noch Fördermittelgeber«, erläutert Ziese das Vorhaben.

Franka Hörnschemeyer ist eine Installationskünstlerin, Bildhauerin und Hochschullehrerin und hat beispielsweise für den Deutschen Bundestag (Paul-Löbe-Haus) ein aufmerksamkeitserregendes Werk entwickelt. Genauso wie für die Dresdner Fußgängerzone, über das die Dresdner intensiv diskutiert haben und welches viel Medienresonanz erzeugte. »Wir wünschen uns in Ippensen auch ein Kunstwerk, das inspiriert und zu Diskussionen einlädt und Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindet. Wir sind überzeugt davon, dass es die Strahlkraft der Region erhöht und überregional Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird«, blickt Ziese erwartungsvoll in die Zukunft.

Fördermittel

Zudem kann Ziese mit Freude berichten, dass sie eine Zusage aus dem LEADER-Programm erhalten haben. Mitte April bekam der Verein die Zustimmung der lokalen Aktionsgruppe (LAG) zu der beantragten Projektförderung. Ziese: »Wir freuen uns sehr, dass wir zu der Entwicklung des ländlichen Raums in der Region Harzweserland beitragen.« Bei LEADER wurde die Unterstützung zur Transformation in einen öffentlichen Ort beantragt. Dazu zählen beispielsweise eine öffentliche Toilette und Teeküche, die Gestaltung der Außenanlage zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität und die Einrichtung von Ausstellungsflächen.
Ebenfalls zum Hof gehört auch ein Waldgrundstück sowie eine große Brachfläche hinter dem Stall (ehemals Obstgarten und Hühnerstall) sowie ein großer ehemaliger Bauerngarten. »Der Verein hofft auf die Kooperation mit Akteuren aus dem Bereich »Nachhaltigkeit« und »Naturschutz«, um hier Ideen und Kunst-, Natur- und Bildungsprojekte für die Öffentlichkeit umzusetzen«, so Ziese.

Zum Zeitplan erklärt die Vereinsvorsitzende abschließend: »Wir hoffen, bis zu der Eröffnung der Landesgartenschau im Frühjahr 2022 schon einige bauliche, denkmalschützende Maßnahmen umgesetzt zu haben und wünschen uns auch, dass dann die begehbare öffentliche Rauminstallation von Franka Hörnschemeyer bereits realisiert ist.«hei

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