Fahrradinstandsetzungen für Flüchtlinge

Für Fortführung ist neue Unterstützung erforderlich / Richard Woitag reduziert sein großes Engagement

Weiterhin besteht Bedarf an Fahrradreparaturen. Im Bild (von links): Roland Heimann, Abdulrahman Iso, Ferdaws Haidari, Richard Woitag und Axel Ambrosy.

Kreiensen. In Deutschland engagieren sich seit vielen Jahren Mitbürgerinnen und Mitbürger ehrenamtlich für Flüchtlinge. Auch in Kreiensen gibt es eine große Unterstützung. Eine Aktion im Rahmen der Flüchtlingshilfe ist dabei die Instandsetzung von gespendeten Fahrrädern.

Die Geschichte

Im Mai 2015 traten Ortsbürgermeister Hans-Henning Eggert und Ortsratsmitglied Roland Heimann an Richard Woitag mit dem Wunsch heran, gespendete Fahrräder zu reparieren. Und Richard Woitag zögerte nicht lange. Im Keller seines Wohnhauses wurde eine Reparaturwerkstatt eingerichtet. Die ersten Fahrräder waren vorhanden und nach einem Spendenaufruf wurden zahlreiche weitere Fahrräder bei Richard Woitag abgeladen. Über mehrere Wochen war seine Garage voller Räder.

Im Juni 2016 schuf der Ortsrat Kreiensen dann im Bürgerhaus einen Raum zur Fahrradinstandsetzung. Diese Einrichtung trug wesentlich zu einem harmonischen Miteinander der Neubürger bei. Um auch Kindern und Jugendlichen den Besuch der Werkstatt zu ermöglichen, wurde eine feste Reparaturzeit jeweils montags von 15 bis 17.30 Uhr eingerichtet. Weitere Reparaturen erfolgten nach Vereinbarung.
Zur Organisation/Ersatzteilebeschaffung legte Richard Woitag ein Werkstattbuch mit laufender Nummer je Reparatur an. Ende Dezember 2019 wurde die Reparatur-Nummer 293 eingetragen. Ein Beweis für den Umfang der wichtigen Aktion.

»Diese Hilfsaktion war über so einen langen Zeitraum und in der Menge nicht absehbar. Viele, oft alte Schaltungsräder, tauchen wiederholt mit den unterschiedlichsten Mängeln/ Brüchen in der Fahrradwerkstatt auf. Zur Ersatzteilbeschaffung war die Firma City-Bike in Einbeck ein kompetenter und hilfsbereiter Partner. Drei zuverlässige Helfer können mich leider, durch Arbeitsverhältnisse und Abschiebung, nicht mehr unterstützen. Ab Februar. 2019 hilft gelegentlich Ferdaws Haidari (aus Afghanistan, 20 Jahre alt). Zu meiner Entlastung und mit Vereinbarung Roland Heimann hat Ferdaws mit »Mietvertrag« vom 19. Juni 2019 einen Werkzeugkasten erhalten (Rückgabe bei Wegzug; er soll für seine Groß-Familie reparieren). Grundsätzlich hat sich die eingerichtete Fahrradwerkstatt gelohnt. Im Schaukasten vor dem Jugendraum: feste Zeiten und Regeln. Hierfür möchte auch ich mich bedanken«, so Richard Woitag.

Sein Dank geht auch an die Diakoniestiftung mit dem Projekt »Neue Nachbarn« Einbeck , die seit vier Jahren seine Auslagen für die Ersatzteilbeschaffung erstattet hat. Dieses Projekt wird auch weiterhin von der Diakonie- Stiftung unterstützt.
Die Flüchtlinge, insbesondere deren Jugendliche und Kinder, aber auch gelegentlich Kreienser, sind für diese ehrenamtliche Hilfe zur Mobilität sehr dankbar, betont Richard Woitag.

Sein großes Engagement für vier Jahre Leitung der Fahrradwerkstatt wurde durch die Verleihung des Seniorenpreises der Seniorenrates Einbeck gewürdigt.
Jetzt geht es aber um den Erhalt dieser Fahrradwerkstatt. Richard Woitag wird seinen zeitlichen Aufwand künftig wesentlich reduzieren und montags nicht mehr regelmäßig zur Verfügung stehen. Allerdings besteht weiterhin ein Reparaturbedarf von mehreren Stunden in der Woche.
Am vergangenen Montag waren Ortsbürgermeister Axel Ambrosy und Roland Heimann vor Ort, um sich bei Richard Woitag über die aktuelle Situation zu informieren.

Unterstützung gesucht

Und nun der Aufruf: »Wer kann hier tatkräftig unterstützen und zum Erhalt dieser wichtigen Einrichtung, der Fahrradwerkstatt beitragen? Gegebenenfalls auch als Aufsicht bei Reparaturen und zur Ersatzteilbeschaffung. Entsprechende Informationen erbittet Ortsbürgermeister Axel Ambrosy, Telefon 05563-6601. Auskünfte erteilt auch Richard Woitag, Telefon 05563/ 1705.ic/red