Fehlende Toilette sorgt für Diskussionen

Lange Schlangen vor Bahnhofsmission in Kreiensen nach Streckensperrung / Idee für potenziellen Standort

Am Toilettenstandort: Hein-Peter Balshüsemann, Renate Leuschner, Klaus-Reiner Schütte, Robert Schirmer.

Kreiensen. Das Fehlen einer öffentlichen Toilette auf dem Bahnhof in Kreiensen sorgt für Unmut bei vielen Bahnkunden. Bei einem Vor-Ort-Termin haben sich die Behindertenbeauftragte der Stadt Einbeck, Renate Leuschner, der Vorsitzende des Einbecker Seniorenrates, Hein-Peter Balshüsemann und das SPD-Stadtratsmitglied Klaus-Reiner Schütte, einen Eindruck von der Situation verschafft und ihr weiteres Vorgehen abgestimmt.

Die mehrstündige Sperrung der Bahnstrecke nach einem tödlichen Unfall im Bereich des Bahnhofs Salzderhelden und der damit verbundene Stopp eines ICE in Kreiensen haben die Problematik erst jüngst wieder deutlich werden lassen. Nachdem die Türen des Zuges geöffnet worden waren, hatten sich die Passagiere auf den Bahnhofsvorplatz begeben.

Mangels Alternative habe sich vor der Bahnhofsmission eine lange Schlange von Menschen gebildet, die eine Toilette aufsuchen wollten. Entstanden sei das Problem, weil lediglich ein Bus als Schienenersatzverkehr bereitgestellt wurde, der Platz für rund 60 Mitfahrer geboten habe, berichtet Robert Schirmer von der Bahnhofsmission. Für die übrigen Passagiere sei kein weiterer Bus gekommen. Durchsagen für sie hat es nach Schirmers Worten nicht gegeben.

Einige Fahrgäste hätten im Internet einen Hinweis auf den Ersatzverkehr gefunden. 14 Passagiere seien zur Bahnhofsmission gegangen, um dort etwas zu trinken. Vor den Räumen der Mission habe sich eine lange Schlange gebildet. Die Wartehalle sei wie üblich am Wochenende verschlossen gewesen. Der fahrplanmäßige Metronom um 13.19 Uhr habe die Reisenden dann mitgenommen.

Generell problematisch für das ehrenamtliche Team der Bahnhofsmission sei das Fehlen eines Aufsichtsbeamten. »80 Prozent unserer Tätigkeit besteht darin, Auskünfte zu geben«, erklärt Schirmer. »Wir möchten, dass wieder eine Aufsichtskraft hierher kommt, die wie es zuletzt vor fünf Jahren der Fall war, die Leute berät«, benennt er einen konkreten Wunsch. Wichtigstes Anliegen sei aber das Bereitstellen einer Toilette.

Unterstützung kam von der Delegation aus Einbeck. Behindertenbeauftragte Leuschner berichtete, dass sie während einer Sprechstunde auf den Missstand aufmerksam gemacht worden sei.

Gemeinsamer Wunsch von ihr und dem Seniorenrat sei, dass im Bereich des ehemaligen Aufsichtsgebäudes der Bahn, das mittlerweile an ein Taxiunternehmen vermietet ist, eine neue Toilette geschaffen wird. Geschehen solle dies auf städtischem Terrain, das rund zwei Meter neben dem Gebäude beginne.

Hierzu wolle Leuschner einen Antrag an Bürgermeisterin Sabine Michalek stellen, der beinhaltet, dass der Wunsch nach einer Toilette besteht. Begründen wolle sie dies mit den hohen Passagierzahlen auf dem Kreienser Bahnhof. Benannt werden soll in dem Antrag auch die anvisierte Örtlichkeit.

Unterstützung kommt auch aus der Politik. So hat Stadtratsmitglied Klaus-Reiner Schütte angekündigt, dass er in den zuständigen politischen Gremien einen gleichlautenden Antrag stellen werde.art

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