»Frieden fängt im Kleinen an, es lohnt sich, dafür miteinander zu arbeiten«

Kreiensens Ortsbürgermeister Axel Ambrosy bei seiner Gedenkrede am Volkstrauertag

Stilles Gedenken durch Ortsbürgermeister Axel Ambrosy vor dem Kranz und den Gedenktafeln.

Kreiensen. Mit einer musikalischen Eröffnung durch den Shantychor der Marinekameradschaft »Admiral von Hipper« Kreiensen und Umgebung begann in Kreiensen am Ehrenmal auf dem Friedhof die Gedenkfeier am Volkstrauertag für die Toten beider Weltkriege. Vorher gab es einen Gedenkgottesdienst in der Friedenskirche mit Pfarrer Mathias Kipp.

Eingangs dankte Ortsbürgermeister Axel Ambrosy den Teilnehmern an der Gedenkveranstaltung und dem Shantychor für die musikalischen Beiträge. Freiwillige Feuerwehr und Schützengesellschaft waren in Uniform dabei. Die weiteren Vereine und Verbände des Ortes waren mit Abordnungen dabei.

In einer eindrucksvollen Gedenkrede nahm der Ortsbürgermeister die Situation in vielen Teilen der Welt auf. »Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, wenn man Abend für Abend die Nachrichten aus aller Welt zur besten Sendezeit ins Haus bekommt. Naturkatastrophen verwüsten viele Teile unserer Erde mit voller Härte. Bilder von Hunger, Tod und Obdachlosigkeit erschüttern uns ein ums andere Mal. Man sollte glauben, die Staatengemeinschaft der Welt hätte genug zu tun, um diese Not zu lindern und den Opfern zu helfen. Das passiert auch soweit das möglich ist, aber die Menschen selbst schaffen immer wieder durch verheerende Kriege und Bürgerkriege rund um den Erdball noch mehr Leid, Tod und Elend.«

Durch brutales Machtstreben, territoriale Ansprüche ohne jede Rücksicht gegen Nachbarstaaten, durch wirtschaftliche Gier und Missgunst entflammten immer neue Krisenherde, die am Brennen gehalten würden. Am Ende ständen in der Regel zehntausende Tote und Verletzte, zerbombte Städte und Länder mit großer zerstörter Infrastruktur und Menschen vom Kleinkind über Jugendliche bis zu Erwachsenen ohne jede Hoffnung auf bessere Tage.

In diesem Zusammenhang wies er auf die Flüchtlingsströme rund um den Erdball hin. Sie seien Teil der grausamen Ereignisse der von Menschen gemachten katastrophalen Kriege und des unfassbaren Gemetzels.

»Modernste Waffentechnik, bis hin zu Giftgas in Syrien, jedes Mittel wird rücksichtslos und ohne jede Scham eingesetzt und erinnert fatal an längst überwundene Zeiten in den dunkelsten Stunden und Jahren des letzten Jahrhunderts. Millionen Tote in beiden Weltkriegen haben anscheinend immer noch nicht gereicht, um Vernunft einkehren zu lassen«, so Axel Ambrosy wörtlich.

Mit einem Satz von Mahatma Gandhi »Es gibt keinen Weg zum Frieden, Frieden ist der Weg" rief er dazu auf Wahrhaftigkeit, Verantwortung und Menschlichkeit in allen Bereichen und im Umgang mit hilfesuchenden Menschen, Freunden, Nachbarn, Mitbürgerinnen und Mitbürgern in den Mittelpunkt zu stellen. Denn: Der Frieden fange im Kleinen an und es lohne sich dafür miteinander zu arbeiten.

Vor den Gedenktafeln war ein Kranz niedergelegt und der Ortsbürgermeister gedachte still der Toten beider Weltkriege. Mit dem vom Shantychor gesungenen Lied »Hundert Mann und ein Befehl« endete die Gedenkfeier.ic