»Ich möchte Sie eigentlich nicht in den Ruhestand verabschieden«

Pfarrerin Dorothea Kipp bei der Verabschiedung von Küster und Kirchenvogt Rüdiger Helmchen / Eindrucksvolle 24-jährige Tätigkeit

Eine Bank als Geschenk vom Kirchenvorstand für Rüdiger Helmchen und seine Gattin.

Greene. Mehr als 24 Jahre hat Rüdiger Helmchen in der St. Martins-Kirchengemeinde Greene seinen Dienst als Küster und Kirchenvogt versehen. Am vergangenen Sonnabend wurde er im Rahmen eines Gottesdienstes feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

Welch großes Engagement mit dieser Arbeit verbunden war zeigte sich an der Zahl der Gäste, die in ihren Grußworten die umfangreiche Tätigkeit für die Kirchengemeinde und die Gemeindeglieder deutlich machten.

Abschied

Pfarrerin Dorothea Kipp brachte es in zwei Sätzen auf den Punkt. »Ich möchte Sie eigentlich nicht verabschieden. Einen guten Küster und Kirchenvogt zu verabschieden fällt mir schwer«. Natürlich stehe im Mittelpunkt des Gottesdienstes Jesus Christus. Aber auch im Mittelpunkt, als ein Stück als Diener Gottes, stehe Rüdiger Helmchen. Der sitze an diesem Tag in der ersten Reihe.

Die Predigt bezog Pfarrerin Dorothea Kipp auf Psalm 84, den sogenannten Küsterpsalm. Das Wort Küster leite sich von Custus gleich Wächter ab. Es gehe allerdings nicht darum, ein Gebäude zu bewachen. Wesentliche Aufgaben des Küsters seien, den Menschen, die zur Kirche kommen, über die Schwelle zu helfen.

Rüdiger Helmchen habe seine Aufgabe erfüllt und ausgefüllt. Das sei mit unterschiedlichen Momenten, von der Freude bis zur Trauer, verbunden gewesen. Das Küsteramt trage maßgeblich zur Atmosphäre bei. Und hier habe er eine ruhige Atmosphäre geschaffen. Die Arbeit diene aber nicht nur den Menschen, die zur Kirche kommen, sondern man selbst spüre auch den Hauch Gottes. »Wir sind dankbar für die Arbeit«, so die Pfarrerin.

Laudatio

Die vielfältige Arbeit und das hohe Engagement brachte für den Kirchenvorstand Sabine Schleder zum Ausdruck. Um die Laudatio nicht stehend erleben zu müssen schenkte der Kirchenvorstand Rüdiger Helmchen eine Bank mit einigen weiteren Dingen wie Decken gegen eventuelle Kälte und Kaffee.
Es war eine beeindruckende Bilanz in mehr als zwei Jahrzehnten Küsterarbeit, die Sabine Schleder Revue passieren ließ. Und das Ganze in Form einer Zugfahrt wobei der Zug mal schneller und mal langsamer gefahren sei. Rüdiger Helmchen habe seine Arbeit zuerst ehrenamtlich und später hauptamtlich ausgeübt.

Dabei habe er unter anderem Baumaßnahmen begleitet, den historischen Greener Jahrmarkt ebenso unterstützt wie die Aktion »Kinder von Tschernobyl«, wobei er in den Ferien selbst Kinder in der Familie aufgenommen habe. Aber auch in den Nikolausmarkt, Himmelfahrtsgottesdienst, zuerst in der Domäne und dann auf der Greener Burg sowie den Propsteikonfirmandentag war er arbeitsmäßig stets eng eingebunden. Überregional ist in der Arbeitsgemeinschaft europäischer Kirchenvögte aktiv.

Zum Abschluss der Laudatio sehr persönliche Worte: »Danke, lieber Rüdiger. Danke, dass es Dich in unserer Kirchengemeinde gibt.«
Pröpstin Elfriede Knotte betonte die Arbeit für die Propstei und dankte herzlich Rüdiger Helmchen aber auch seiner Gattin Sigrid, die einen Blumenstrauß erhielt.

Weitere lobende Worte verbunden mit dem Dank für eine hervorragende Zusammenarbeit gab es von den Pfarrern Thomas Krüger und dem jetzt in Bad Harzburg wirkenden Propst Jens Höfel, aber auch vom stellvertretenden Ortsbürgermeister Klaus-Reiner Schütte, der den Dank des Ortsrates aussprach. Und nicht zuletzt vom Vorsitzenden des Heimatvereins Greene Jürgen Sander.

Nach dem offiziellen Teil hatte der Kirchenvorstand einen Empfang vorbereitet, wo auch für das leibliche Wohl gesorgt war und zahlreiche Gespräche mit Rüdiger Helmchen geführt werden konnten.ic

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