Kirchenwechsel: Von Greene nach Gandersheim

Erste Erwähnung im Jahr 1524 als Filial von Greene / Wechsel nach Gandersheim nach 1862

Kirchensanierung im Jahr 2000: Der langjährige Kirchenvogt Arnold Schelm vor der Baustelle.

Bentierode. Der Ort Bentierode wird zum ersten Mal im Jahre 1524 als Filial (Nebenkirche) von Greene erwähnt. Die kleine Kapelle, die an der Dorfstraße, heute Bentieröder Hauptstraße, liegt, kann demnach schon im Mittelalter erbaut worden sein. Denn für Corpus Bonorum Greene ist kein Datum für das Baujahr bekannt. Dennoch muss sie bereits 1751 bestanden haben, weil in diesem Jahr der Giebel repariert wurde.

Bentierode liegt im Harz-Bereich Gandersheim, und ist anderthalb Stunden von Greene entfernt, hatte sechs Halbspänner, sieben Groß-Köther, sieben Klein-Köther, einen Brinbesitzer und ein Hirtenhaus, wie Gerhard Sue in einem Gespräch berichtet. Bentierode hat eine eigene Kapelle und ein eigenes Schulhaus.

Taufen, Konfirmationen und Beerdigungen finden in Greene statt. Sonntagnachmittags wurden die Bentieröder Kinder vom Schulmeister in die Kapelle begleitet. Zu der Zeit hatte die Bentieröder Kirchengemeinde viereinhalb Morgen Land.
Der Schulmeister Andreas Horn, welcher im Bentieröder Schulhaus wohnte, unterrichtete auch in diesem Haus die Bentieröder Jugend.

In einem vierseitigen Brief schilderten die Kirchen-Visitatoren am 28. Juli 1885 dem Herzoglichen Confürstenten in Wolfenbüttel die Schäden der Kirche, woraufhin beschlossen wurde, im Einverständnis mit der hiesigen Kirchengemeinde, die bereits seit mehreren Jahren baufällige Kapelle, insbesondere den Glockenturm, gründlich erneuen zu lassen. Anstelle der gegenwärtig unbrauchbaren Kirchenglocke wurde eine neue beschafft. Es ist dennoch auf Antrag der Gemeinde, der Herzoglichen Baumeister Siburg und Kreismaurermeister Prahmann aktiv geworden und hat ein Gutachten erstellt und einen Kostenvoranschlag vorgelegt. Die Summe der neu zu beschaffenden Glocke belief sich damals auf 4.000 Mark.

Die Einwohner, Gemeindevertreter und die Mitglieder des Kirchenvorstandes in Bentierode haben sich in vielen Zusammenkünften mit der Reparatur und der neuen Glocke beschäftigt und baten eindringlich darum, die Reparatur und die Beschaffung der neuen Glocke auszuführen. Die Vertreter der Gemeinde haben somit schriftlich und mündlich zugesichert, die Kosten durch eine angemessene Beihilfe und Anleihe zu decken.

Zu jener Zeit zählte  Bentierode 252 Einwohner mit 50 Haushalten, deren Mehrzahl der Klasse der Häuslinge und Neuanbauer angehörten, davon neun Besitzer eines Hofes. Den Einwohnern wäre es demzufolge schwer gefallen, die Summen mit Zinsen abzutragen. Der politischen Gemeinde oblag es nämlich, im Falle ungenügender Vermögen- und Finanzmittel, den Kirchenbau zu finanzieren.

Schon Anfang des 18. Jahrhunderts begannen die Bemühungen der Gemeinde Bentierode von der Parochie Greene getrennt zu werden. Der Vorschlag vieler Bentieröder zum nahen Rimmeröder Gottesdienst zu gehen, wurde von Greene abgelehnt, da die Kapelle in Rimmerode zu klein war. Ein weiterer Ablehnungsgrund war die finanzielle Einbuße der Mutterkirche, die durch die Trennung entstehen würde.

1862 ist nachzulesen, dass Bentierode eine Verbindung mit Gandersheim eingehen wollte. Es wurde als Missstand angesehen, dass die Rimmeröder Kinder zum Pfarrunterricht nach Gandersheim und die Bentieröder Kinder nach Greene gingen.

Denn im Winter war der Weg nach Greene über den »Billerberg« sehr beschwerlich, und die Kirchgänger aus Bentierode wanderten ohnehin zum Teil in das nur drei Kilometer entfernt liegende Gandersheim. Der Weg nach Greene allerdings war doppelt so lang.

Doch erst 1891 wurde der Wechsel zur Parochie Gandersheim endgültig vollzogen. Bentierode musste sich für 500 Mark von Greene loskaufen und noch viele Hand- und Spanndienste für den Umbau des Pfarramtes in Greene leisten. Auch ein Kirchweg von Bentierode nach Greene hat die beiden damals Dörfer verbunden.hn/red