Rasante Kajakfahrt filmisch dokumentiert

Neuer Erfolg für Joachim Müller: Kreienser belegt 2. Platz bei Videowettbewerb

Kreiensen. Die Erfolgsserie hält an: Joachim Müller aus Kreiensen hat beim diesjährigen Wettbewerb der Videofreunde Osterode den 2. Platz belegt und wurde dafür mit einem Pokal belohnt. Sein Film zeigt eine Wildwasserfahrt mit dem Kajak auf der Oker. Müller hatte den Wettbewerb bereits vor drei Jahren mit einer Produktion über die Greener Burg und im vergangenen Jahr mit einem Film über Bad Gandersheim gewonnen.

Das von den Mitgliedern bestimmte Thema des diesjährigen Wettbewerbs lautete Wasser. »Wir wollten kein enges Korsett vorgeben und viel kreativen Spielraum lassen«, begründet Müller die Wahl und ergänzt: »Wir mussten etwas finden, was alle Mitglieder mit vertretbarem Aufwand realisieren konnten.« Für die Jury zählten die filmische Umsetzung des Themas, die Dramaturgie und technische Aspekte zu den entscheidenden Kriterien, berichtet der Videofilmer.

Seinen Beitrag bezeichnet der 61-Jährige als »Notnagel«. Für den Filmwettbewerb hatte er ursprünglich eine andere Idee und schon versucht, diese umzusetzen. Eigentlich wollte er darstellen, »was mit unserem Abwasser passiert«. Hierzu habe er bei der Gemeinde Kalefeld bereits um eine Drehgenehmigung auf der dortigen Kläranlage nachgefragt, aber nie eine Antwort erhalten. Daraufhin habe er unter anderem darüber nachgedacht, die Gande oder die Eterna filmisch zu begleiten. Dies sei aber aus zeitlichen Gründen nichts geworden. Nachdem ihn mit Roland Heimann ein Bekannter von der Kanuabteilung des örtlichen PSV angesprochen hatte, ob er nicht eine Fahrt vom ihm auf der Oker filmisch begleiten könne, war die Entscheidung gefallen.
Mit dem Wasserkraftwerk Okertalsperre erzeugen die Harzwasserwerke nicht nur einen regenerativen Strom, sondern ermöglichen gleichzeitig auch das Kanufahren. Während des täglichen Kraftwerkbetriebs wird Wasser aus der Okertalsperre entnommen und nach dem Durchfließen der Turbinen an den Fluss abgegeben. So wird er in einen rauschenden Wildfluss verwandelt.

Die rund zwei Kilometer lange Kanustrecke zwischen dem Wasserkraftwerk und dem Ausgleichsbecken ist während des Kraftwerkbetriebs befahrbar. Sie besitzt einen Schwierigkeitsgrad von III-IV in der sechsstufigen Skala und gilt als anspruchsvollste Wildwasserstrecke Norddeutschlands. »Den Tag im Sommer als wir da waren, sind 80 Kanuten gekommen«, erinnert sich der Kreienser. Heimann war durch zwei frühere EM-Berichte auf den Filmer aufmerksam geworden und hatte ihn daraufhin angesprochen.

Für den zehnminütigen Film positionierte sich Müller an den Stromschnellen. Im Vorfeld war er mit dem Kanuten die Strecke zu Fuß abgegangen. »Es ging darum, gute Stellen für mich auszugucken. Ich muss mir schon mal vorstellen können, was da passiert«, so Müller.

Gut heiße für ihn, dass es möglichst viel Action gebe und auch einmal eine ungewöhnliche Perspektive zu finden. Dabei sei er aber etwas eingeschränkt gewesen, »weil man oft nicht direkt an das Ufer kommt«. An einer Stelle habe er sich auf einem großen Stein direkt in der Oker positionieren können.
Gemischt wurde der Film mit Aufnahmen, die mit Hei­manns Actionkamera entstanden sind. Die Strecke sei anspruchsvoll, einige nicht so erfahrene Kanuten hätten die Fahrt bereits nach der ersten Stromschnelle abgebrochen.

Dem »Hauptdarsteller« habe es gut gefallen, sich auf dem Wasser zu sehen und davon zu lernen. Eine Stelle in dem Film dokumentiere, dass er fast gekentert wäre. Er habe gesehen, was er hätte besser machen können, damit es nicht zu einer solchen prekären Situation kommt.

Bei den Aufnahmen galt für Müller eine alte Regel: »Wenn sich im Bild etwas bewegt, muss ich nicht auch noch die Kamera bewegen«. Das Rohmaterial sei rund 30 Minuten lang gewesen. Ein Grund für diese relativ kurze Zeit: »Wir konnten das nicht beliebig oft wiederholen, weil das Wasser nur eine relativ begrenzte Zeit herunterfließt und es für den Kanuten, wenn man kein Profi ist, relativ anstrengend ist«.

Für den Ton bei der aktuellen Produktion habe er kein externes Mikrofon genommen, sondern das eingebaute verwendet. Manuell habe er geregelt, dass ein einheitlicher Tonpegel vorhanden war.

Acht Teilnehmer stellten sich mit ihren Produktionen dem Urteil der Jury, die aus den Mitgliedern der Videofreunde bestand. Sie durften Punkte vergeben: drei, zwei und einen, der eigene Film durfte aber nicht bewertet werden.

Der Bezug zur Region Harz habe sich in Beiträgen widergespiegelt. So zeigte ein Video den Verlauf eines alten Bergbaukanals. Was das Thema im kommenden Jahr sei, stehe noch nicht fest. Das werde erst zum Jahresbeginn festgelegt. art

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