Vielseitiges Angebot der Jugendpflege

Jugendpflegerin Nicole Mölder berichtet über Arbeit mit Schwerpunkt in Kreiensen / Vor allem für Jüngere

Jugendpflegerin Nicole Mölder insbesondere für Kreiensen zuständig.

Kreiensen. Die Jugendpflegerin der Stadt Einbeck, Nicole Mölder, insbesondere zuständig für den Bereich Kreiensen, hat im Ausschuss für Jugend, Familie und Soziales jetzt über die Tätigkeit der Jugendpflege Kreiensen in den vergangenen Monaten berichtet; dabei gab es eine gute Zusammenarbeit mit weiteren Einrichtungen.

In diesem Jahr hat es in Kreiensen während der Zeugnisferien im Winter eine kreative Ferienbetreuung gegeben. Neun Kinder im Alter von acht bis elf Jahren haben daran teilgenommen. Für 2019 gebe es schon fünf Anfragen, berichtete sie. Zusammen mit Lene Garus-Jochumsen, Leiterin des Einbecker Kinder- und Familienservicebüros (EinKiFaBü), fand während der Osterferien eine Freizeit auf dem Schulbauernhof in Hardegsen statt. Die Teilnehmer – 24 Kinder und fünf Betreuer – waren wieder begeistert, und für 2019 ist das Angebot schon ausgebucht.

Am Schulzentrum Kreiensen hat Nicole Mölder ein Drogenpräventionsprojekt begleitet. Unter anderem kamen hier die Rauschbrille und das Fahren damit im Gocart zum Einsatz, und es gab ein Theaterstück. Die Jugendpflege hat Finanzierung und Planung unterstützt. Bei der Nacht im PS.SPEICHER mit Taschenlampenführung waren Jugendpflege und EinKiFaBü ebenfalls dabei. Fünf Führungen mit zusammen 80 Kindern haben stattgefunden.

16 Teilnehmer, 14 bis 21 Jahre alt, absolvieren gerade eine Ausbildung zur Erlangung der Jugendleiter-Card (Juleica). Ein Teil der Ausbildung mit dem Schwerpunkt auf politischen Themen hat in Berlin stattgefunden, der zweite Teil im September in Einbeck, und nach einem Erste-Hilfe-Kurs wird es zwölf neue Juleica-Inhaber geben. Im März beginnt für Interessierte die nächste Ausbildung.

Im Juli ging es mit 22 Teilnehmern zum Eurocamp nach Mazingarbe. »Wir haben einen Blick in das stolze Herz der Franzosen werfen können«, umschrieb sie das Motto des Aufenthalts. Weitere Einbecker Partnerstädte wie Artern und Thiais waren dabei, ebenso Topolcany, eine Partnerstadt von Artern. Das Camp sei sehr gut organisiert gewesen.

Für den Sommerferienpass in Kreiensen wurden 426 Kinder von sechs bis 14 Jahren angeschrieben, 161 haben mitgemacht. Sie haben 1.040 Anmeldungen für Veranstaltungen abgegeben; weitere 150 Teilnahmen waren ohne Anmeldung möglich. Insgesamt wurden 85 anmeldepflichtige Angebote gemacht sowie acht ohne Anmeldung. Nur vier Termine mussten aus Witterungsgründen ausfallen - diesmal nicht wegen Schlechtwetter, sondern weil es zu heiß war.
Zum zweiten Mal gab es auch in Kreiensen eine Sommerferienbetreuung über zwei Wochen. In der ersten Woche haben 18, in der zweiten Woche 15 Kinder teilgenommen. Kerstin Eulenstein und Petra Ludwig konnten dafür wieder die Grundschule nutzen, und diese Zusammenarbeit sei sehr gut. Es sind dabei verschiedene Thementage organisiert worden. Für das kommende Jahr gibt es bereits 16 beziehungsweise 14 Anmeldungen für die beiden Wochen.
Neu war eine einwöchige Fahrt ins Mittelalterdorf Bokenrode beziehungsweise in die Jugendbildungsstätte Fürstenberg im Rahmen des Programms »Kultur macht stark«. 36 Kinder und sechs Betreuer waren im Juli dort. Durch Förderung war nur für die Übernachtung zu zahlen beziehungsweise war diese unter bestimmten Voraussetzungen sogar kostenlos.

»Tanzen für alle« hieß es in Zusammenarbeit mit dem Familienentlastenden Dienst des Deutschen Roten Kreuzes in Einbeck und mit der Kreisvolkshochschule. Im Sommer waren 18 Teilnehmer dabei. Zu organisieren war unter anderem ein kostenloser Transport nach Einbeck. Das einwöchige Inklusions-Projekt für Acht- bis 16-Jährige war über »Kultur macht stark« ebenfalls kostenlos. Ein Nachteil sei allerdings, dass es da manchmal an Verbindlichkeit fehle, sodass angemeldete Teilnehmer nicht kämen, bedauerte die Jugendpflegerin; ein Kostenbeitrag würde jedoch andererseits eine Förderung ausschließen.

Elf Veranstaltungen und 100 Anmeldungen von 36 Kindern gab es im Herbstferienpass. Hier hat wieder Lene Garus-Jochumsen mitgewirkt. 25 Kinder und drei Betreuer konnten Erlebnistage außerdem im Harz, in Hohegeiß, genießen. Sport und gruppendynamische Angebote standen dabei im Vordergrund.
Engagiert war die Jugendpflegerin bei weiteren Veranstaltungen wie »Wie funktioniert Politik?«, beim Mädchentag, beim Basteln für Mutter- und Vatertag, beim Selbstverteidigungskurs Wendo und bei einer Gemeinschaftsveranstaltung mit den Gandersheimer Domfestspielen. In Opperhausen gab es Mutter-Kind-Yoga, und in Fredelsloh hat der zweite Vater-Kind-Tag stattgefunden. Sie hat sich beteiligt am Weltkindertagsfest in Einbeck, hat am Austausch mit Wieselburg teilgenommen, das Entenrennen in Kreiensen mit organisiert und weitere Kooperationen mit dem Schulzentrum Kreiensen sowie mit zahlreichen anderen Partnern begleitet.

Im Jugendraum in Kreiensen trifft sich mittwochs von 16 bis 18 Uhr eine Mädchengruppe für Zehn- bis 14-Jährige, jetzt mit neuen Betreuerinnen. Acht bis zehn Mädchen sind regelmäßig dabei.

Jugendräume gibt es darüberhinaus in Opperhausen, Bentierode, Erzhausen, Salzderhelden, Vogelbeck und Drüber.

Als Probleme, die bei der Arbeit zu berücksichtigen sind, führte sie höheren Betreuungsbedarf bei den Kindern auf. Viele seien unselbstständiger als früher. Es sei schwieriger, Räume und Veranstaltungspartner für den Ferienpass zu finden. Angebote außerhalb der Ferienzeit würden wegen der langen Schultage kaum genutzt. Qualifiziertes Personal für Freizeiten, Ferienpass oder Aktionen zu finden, werde auch mehr und mehr zur Herausforderung.

Für das laufende Jahr ist noch ein Bastel- und Backangebot in der Vorweihnachtszeit geplant, die Jugendpflege wird sich am Weihnachtsmarkt in Kreiensen beteiligen und den Wunschbaum bei Rewe bestücken. Im kommenden Jahr gibt es wieder eine Zeugnisferienbetreuung, einen Osterferienpass zusammen mit einer Gruppe aus Heckenbeck, das Eurocamp, den Sommerferienpass, das Kennenlernen alter Handwerkstechniken in Fredelsloh, das Tanzprojekt, einen Ausflug nach Fürstenberg, Segeln auf dem Ijsselmeer mit dem Haus der Jugend, das Weltkindertagsfest, einen Herbstferienpass, eine Freizeit am Meer sowie Aktivitäten für Jugendliche ab 16 Jahren, eventuell mit dem Schwerpunkt Sport.

Die umfangreiche Arbeit lobte Beatrix Tappe-Rostalski, CDU. Sie stellte jedoch fest, dass sich die Angebote vor allem auf jüngere Kinder konzentrierten. Die Resonanz bei Älteren sei gering, berichtete Nicole Mölder. Zudem sei es nicht einfach, für sie das Passende zu finden. Allerdings arbeite man intensiv daran, Jugendliche zu gewinnen beziehungsweise ihnen etwas anzubieten. Henrik Probst sei jetzt auch für Jugendpflege in den Ortschaften zuständig und hier könne sich mit Blick auf die Multifunktionshalle etwas entwickeln.ek