Volkstrauertag 2018: »Wir verneigen uns in Trauer«

Kreiensens Ortsbürgermeister Eggert in seiner Gedenkrede / Trotz der Kriegstoten: Weiter unüberschaubare Zahl von Opfern

Ortsbürgermeister Hans-Henning Eggert mahnte: »Irgendwann müssen wir uns dem Urteil der Zukunft stellen«.

Kreiensen. »Jedes Jahr stehen wir Deutsche an diesem Tag des Gedenkens an den Ehrenmalen und verneigen uns in Trauer. Wir verpflichten uns dauerhaft für Frieden, Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit«, so begann Ortsbürgermeister Hans- Henning Eggert seine Gedenkrede am Volkstrauertag am Ehrenmal in Kreiensen.

Er dankte eingangs den Mitbürgerinnen und Mitbürgern sowie Abordnungen der Vereine und Verbände für ihr Kommen. Auch in diesem Jahr begleitete der Shantychor der Marinekameradschaft »Admiral von Hipper« Kreiensen und Umgebung wieder die Feierstunde. Zu Beginn mit dem Lied »Abschied vom Meer«.

In seiner Gedenkrede betonte der Ortsbürgermeister, dass Frankreichs Präsident Macron am 11. November 2018 zum Gedenken an das Ende des 1. Weltkrieges gesagt habe: »Es lebe der Frieden, es lebe die Freundschaft zwischen den Staaten«. Doch »bei einem Blick aus unseren sicheren Fenstern in die Welt« müsse man feststellen, dass nach der Zählung der Kriegstoten 1945 wieder eine nicht überschaubare Zahl von Opfern gebe. Verursacht durch machthungrige Despoten, ewig Gestrige, Hass wegen unterschiedlicher Herkunft, Rasse, Anschauung und vor allem grenzenloser Dummheit.

»Dazu kommen Waffenexporte aus Deutschland. 70 Prozent unserer Bürger sind dagegen. Warum tun wir es trotzdem? Irgendwann müssen wir uns dem Urteil der Zukunft stellen. Hier passt ein Ausspruch von Bob Dylan (mein Jahrgang): Die größten Verbrecher sind immer noch diejenigen, die sich abwenden und das Unrecht nicht sehen wollen, obwohl sie wissen, dass es Unrecht ist«, so Hans-Henning Eggert deutlich.

Und zum Schluss seiner beeindruckenden Rede hatte er noch einen Wunsch für Weihnachten: »Ich würde mir wünschen, dass alle Weltreligionen friedlich koexistieren und sich respektieren. Dadurch würde die Welt sicherer«. Den Kranz legten der Ortsbürgermeister und das Ortsratmitglied Marina Goslar nieder. Zum Abschluss sang der Shantychor »Hundert Mann und ein Befehl«.ic