Wiedereröffnung wird für Oktober angestrebt
Landkreis zum Hallenbad Greene: Für den Erhalt | Fragen aus der Politik
Greene/Northeim. Der Landkreis Northeim setzt sich dafür ein, das Hallenbad Greene zu erhalten und eine Wiederöffnung zum Start der kommenden Schwimmsaison im Oktober zu ermöglichen. Nach der kurzfristigen Einstellung des Badebetriebs sind zuletzt viele Fragen aufgekommen. Der Landkreis Northeim möchte deshalb die Hintergründe erläutern und den aktuellen Stand einordnen.
Bei einer Baubegehung am 18. März wurden im Kellerbereich unterhalb des Schwimmbeckens bauliche Mängel festgestellt. Dabei zeigte sich, dass die Tragfähigkeit von drei Stahlbetonstützen nicht mehr gegeben ist. Aus Sicherheitsgründen wurde der Badebetrieb deshalb noch am selben Tag zunächst eingestellt.
Der zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Abschluss stehende Schwimmkurs konnte noch beendet werden. Die folgenden Schwimmkurse mussten jedoch abgesagt werden. Schulen, die das Hallenbad für den Schwimmunterricht nutzen, wurden noch am Abend des 18. März über die Einstellung des Badebetriebs informiert.
Um die für den 21. März geplante Veranstaltung, das Zwölf-Stunden-Schwimmen, durchführen zu können, waren kurzfristige Maßnahmen zur statischen Absicherung erforderlich. Diese vom Statiker empfohlenen Maßnahmen wurden umgesetzt. Dadurch konnten sowohl die Veranstaltung als auch der reguläre Schwimmbetrieb noch bis zum planmäßigen Ende der Schwimmsaison am Sonntag, 22. März, stattfinden.
»Uns ist bewusst, dass die kurzfristige Einstellung des Badebetriebs für viele Badegäste, Schulen, Familien und Vereine mit Unannehmlichkeiten verbunden war«, erklärt Landrätin Astrid Klinkert-Kittel. »Das bedauern wir sehr. Für den Landkreis Northeim steht jedoch die Sicherheit aller Nutzerinnen und Nutzer sowie der Beschäftigten an erster Stelle. Wenn ernste bauliche Mängel festgestellt werden, müssen wir verantwortungsvoll und unverzüglich handeln.
Derzeit laufen fachliche Prüfungen und Bewertungen. Auf dieser Grundlage wird entschieden, welche Maßnahmen erforderlich und umzusetzen sind, um das Hallenbad Greene zu erhalten. »Unser Ziel ist es, das Hallenbad in Greene zu sichern, damit es zum Saisonstart im kommenden Oktober wieder öffnen kann«, so Landrätin Astrid Klinkert-Kittel. »Ob und in welchem Umfang dies möglich ist, hängt vom Ergebnis der laufenden Prüfungen ab. Nach dem derzeitigen Stand gibt es jedoch Hinweise darauf, dass die notwendigen Maßnahmen für einen Weiterbetrieb bis dahin umgesetzt werden können.«
In diesem Zusammenhang verweist die Kreisverwaltung auch auf die bereits angestoßene Anmeldung einer Sanierung des Hallenbades Greene im Interessenbekundungsverfahren des Bundesprogramms »Sanierung kommunaler Sportstätten (SKS)«. Der Kreistag hatte die Anmeldung am 12. Dezember 2025 beschlossen. Nach Angaben des Fördermittelgebers wird die Prüfung der eingereichten Projekte länger dauern als zunächst erwartet. Mit einer Auswahl der Projekte, die eine Bundesförderung erhalten, wird durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages voraussichtlich erst nach Ostern gerechnet.
In den vergangenen Tagen waren entsprechende Anfragen aus der Politik sowohl bei Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek als auch bei der Kreisverwaltung eingegangen. Die Kreistagsgruppe CDU/FDP/Die Unabhängigen bezeichnete die Einstellung des Badbetriebs als »mehr als besorgniserregend«. Das Bad habe eine überregionale Bedeutung, und es sei wichtig für den schulischen Schwimmunterricht. Entsprechend habe sich der Kreistag auch mit dem Beschluss zum Interessenbekundungsverfahren zur Sportstättenförderung positioniert.
Die Gruppe fragte die Landrätin unter anderem, welche Maßnahmen nun erforderlich seien, ob der Förderverein des Hallenbades regelmäßig informiert beziehungsweise in die Entscheidungen eingebunden sei und ob seitens der Politik flankierende Maßnahmen ergriffen werden könnten. Am Montagmorgen hatte das Einbecker Rats- und Kreistagsmitglied Alexander Kloss, parteilos, auf die Situation reagiert. Als Beigeordnetem und als Kreistagsabgeordnetem sei ihm nicht bekannt gewesen, dass es im Bad derartige Mängel gebe. Auch er fragte nach kommenden Maßnahmen, nach der Einbindung der Kommunalpolitik, nach Kommunikationswegen und nach möglicher Unterstützung aus der Kommunalpolitik.lpd/ek