Besucherandrang im Oberharz: »Runder Tisch« einigt sich auf Maßnahmenbündel

Erhöhte Polizeipräsenz, situationsabhängige Straßensperrungen und Abschleppaktionen

Zu voll! Das Gedränge der letzten Wochenenden soll sich im Oberharz nicht wiederholen. Scharfe Maßnahmen drohen jetzt.

Oberharz. Die Vorkommnisse der vergangenen Tage im Oberharz haben Folgen: Mit einem umfassenden Maßnahmenbündel wollen Kommunen, die Polizeiinspektion, der Harzer Tourismusverband und die Kreisverwaltung Goslar in den kommenden Tagen und vor allem am nahenden Wochenende auf einen möglichen Besucherandrang im Oberharz reagieren. Dies ist das Ergebnis eines »Runden Tisches« der am Dienstag auf Einladung von Landrat Thomas Brych im Kreishaus tagte.

An erster Stelle appellieren alle Beteiligten jedoch zunächst weiter an die Vernunft und bitten alle potentiellen Ausflügler von einer Reise in den Harz abzusehen. »Wir freuen uns grundsätzlich über jeden Besucher. Aktuell befinden wir uns jedoch in einem Ausnahmezustand, daher ist es nicht angezeigt und unverantwortlich, umfangreiche Tagesausflüge zu unternehmen. Wir bitten daher mit Nachdruck darum, von einer Reise in den Harz abzusehen. Bleiben Sie zu Hause«, betont der Chef der Goslarer Kreisverwaltung.

Alle, die sich nicht an diese dringende Bitte halten, müssen sich auf ein erhebliches Aufgebot von Polizei und Ordnungskräften, damit einhergehenden Kontrollen, situationsabhängigen Straßensperrungen sowie Abschleppaktionen einstellen.

Petra Krischker, Leiterin der Polizeiinspektion Goslar, macht dazu deutlich: »Bevor es zu einer Überfüllung im Oberharz kommen sollte, vor allem im Bereich der Ortslage Torfhaus, werden wir von Straßensperrungen Gebrauch machen und den Verkehr umlenken. Davon dürfte vor allem die Bundesstraße 4 betroffen sein, die als Hauptzufahrt in den Oberharz genutzt wird. Aber auch weitere Sperrungen sind je nach Lage möglich.«

Zugleich betonte sie, dass solche Maßnahmen nicht ergriffen werden, um die Menschen zu ärgern, »sondern unser oberstes Ziel zu erfüllen, die Sicherheit der Besucher und Bürger zu gewährleisten«. Bei einem Verkehrsaufkommen wie am vergangenen Wochenende, wo Rettungswege versperrt und Parkplätze überfüllt waren und sich überdies zahlreiche wetterbedingte Unfälle ereigneten, ist das laut der Leiterin der Polizeiinspektion nicht mehr möglich.
Dem nicht genug, auch Falschparker müssen sich laut Petra Krischker auf unangenehme Situationen einstellen: »Falschparker werden wir bei Gefahrenstellen konsequent abschleppen lassen. Darauf haben wir uns am Dienstag einstimmig verständigt.«

Die Einhaltung der Corona-Regeln wird ebenfalls nochmals stärker in den Fokus gerückt. Gemischte Teams, bestehend aus Kräften von Ordnungsämtern und der Polizei, sollen an stark frequentierten Rodelhängen, Wanderwegen oder Parkplätzen das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen sowie die Abstandregelungen kontrollieren.

»Auf dem Großparkplatz in Torfhaus sowie in zahlreichen Startbereichen von beliebten Rodelhängen im Bereich der Stadt Braunlage besteht Maskenpflicht. Leider haben sich viele Besucher nicht an diese Vorgaben gehalten. Darauf werden wir unser verstärktes Augenmerk legen und gegebenenfalls auch mit entsprechenden Bußgeldern reagieren«, sagt Landrat Thomas Brych.

Der Landkreis wird überdies eine Allgemeinverfügung auf den Weg bringen, die den Verleih von Rodelgeräten und Skiern an den Wochenenden verbietet. Die Verfügung soll ferner den Außer-Haus-Verkauf von Getränken und Snacks im Bereich Torfhaus einschränken, wenn die Beachtung von Abstands- und Hygieneregeln nicht mehr gewährleistet werden kann.

Die Runde am Dienstag macht ferner darauf aufmerksam, dass aufgrund des bundesweiten Corona-Lockdowns und der damit verbundenen Schließung der Gastronomie, fast keine Toiletten zur Verfügung stehen. Dies dürfte angesichts von mitunter langen Anreisen zu sehr unangenehmen aber eigentlich vermeidbaren Situationen führen.

Bereits in der kommenden Woche will sich die Runde erneut zusammensetzen, um die Erfahrungen der nächsten Tage auszuwerten und gegebenenfalls nachzusteuern, teilt Landkreissprecher Maximilian Strache dazu mit. Dies muss natürlich auch immer in Abhängigkeit der in Aussicht stehenden Verlängerung des Corona-Lockdowns erfolgen.red

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