Kreistag Northeim

Breitbandausbau soll am 20. Juni 2019 beendet sein

Telekom stellt auf Antrag der CDU aktuellen Stand des Verfahrens vor | Spatenstich um den 1. November

Vertreter der Telekom – Jens Göppert, Lars Trumpusch und Martin Prescher (am Pult, von links) – informierten im Northeimer Kreistag bei der jüngsten Sitzung über den aktuellen Stand beim geförderten Breitbandausbau.

Wann geht es endlich los mit dem Breitbandausbau?«, mit diesem Antrag hakte die CDU-Fraktion im Northeimer Kreistag nach, wie es um das schnelle Internet im Kreisgebiet steht. »Informationen jetzt!« sollten die Vertreter der Telekom liefern, die Landrätin Astrid Klinkert-Kittel zur Sitzung eingeladen hatte.

Northeim. In ihren Mitteilungen berichtete die Landrätin zunächst über den Besuch von Staatssekretär Stefan Muhle aus dem Niedersächsischen Wirtschaftsministerin im Northeimer Kreishaus. Er habe einen Ausblick gegeben, wie es mit der Digitalisierung weitergehe, auch mit Blick auf den Masterplan des Landes. Es wurden neue Fördermöglichkeiten für glasfaserbasierten Ausbau vorgestellt, wofür das Land voraussichtlich im Januar 2019 ein Fördersystem vorstellen werde. Alle Landkreise sollten dazu ein neues Markterkundungsverfahren zum gegenwärtigen Ausbaustatus und zu Ausbauabsichten der Telekommunikationsunternehmen der nächsten drei Jahre abfragen – das sei gedacht zur Optimierung für künftiges Handeln.

Der Landkreis sei dieser Empfehlung gefolgt; mit Rückmeldungen rechne sie, so die Landrätin, bis zum Jahresende. Danach werde man sich über das weitere Verfahren abstimmen.

Beim Besuch des Staatssekretärs habe man Quartalsgespräche mit allen Unternehmen abgesprochen, die im Landkreis einen Breitbandausbau durchführten. Städte und Gemeinden sollten dabei sein, und den Staatssekretär werde man bei bestimmten Themen ebenfalls einladen. Während des laufenden Ausbaus gebe es mit den Beteiligten regelmäßige Gespräche, bei denen die erforderlichen Schritte für einen flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser ebenso Thema seien wie der Ausbau des Mobilfunknetzes. Sie freue sich, betonte die Landrätin, über diese Unterstützung aus Hannover, die etwas Besonderes sei.

»Mal wieder« sei die Breitbandversorgung Thema, seiner Rechnung nach zum elften Mal in vier Jahren, stellte Dirk Ebrecht, CDU, fest. Es sei zentral und »superwichtig«, »aber mich nervt es langsam«, und besonders nerve es die Bürger. Sie hätten längst die Zuversicht in den Kreistag und die Kreisverwaltung aufgegeben. Und nun komme nichts Zukunftsfähiges in die Erde.

Was der Staatssekretär vorgeschlagen habe, habe seine Fraktion schon im Juli gefordert. Jetzt habe es eine unnötige Runde in der Verwaltung gegeben. Wann gehe es los, wann sei es fertig, das seien die entscheidenden Fragen. Im Moment sei man inhaltlich noch bei der Infrastruktur, dabei müsse man über Digitalisierung reden. Der Landkreis Northeim habe sich da bisher nicht mit Ruhm bekleckert. Er hoffe nun auf Antworten dazu, ein gigabitfähiges Netz in die Erde zu bringen.

Von der Telekom erläuterten Regionalmanager Jens Göppert, Projektleiter Lars Trumpusch und der Leiter Produktion, Martin Prescher, den aktuellen Stand. Nach dem Inkrafttreten des Vertrages am 20. Juni dieses Jahres seien verschiedene Strukturplanungen vorgenommen worden. In der 44. Kalenderwoche, um den 1. November, plane man den ersten Spatenstich. Als Ausbau-Ende gelte weiterhin der 20. Juni 2019, »und bis dahin sind wir fertig«, versicherte Prescher. Aktuell sei man »genau auf Kurs«, es gebe »null Verzug.«

Das Kreisgebiet sei in verschiedene Ausbaugebiete eingeteilt, insgesamt 13 Lose. Für jeden Ort gebe es einen Bauzeitenplan. Bestimmte Tätigkeiten habe man schon vor dem Baustart erledigen können. Dazu zählten unter anderem Einreichung der Standorte und Trassen zur Genehmigung sowie Bauantrittsgespräche in den Kommunen. Begehungen von Trassen und die Aufstellung der Baustellenbeschilderung seien in Arbeit. Beim Ausbau starte man mit fünf Firmen.

Unter www.telekom.de/landkreis-northeim seien die aktuellen Informationen nachzulesen. Ein bisschen mehr Sorgfalt hätte sich Beatrix Tappe-Rostalski, CDU, da gewünscht: Bei der Online-Suche während der Kreistagssitzung sei ihr aufgefallen, dass man Kreiensen mit der alten Postleitzahl suchen müsse, kritisierte sie – schon seit 2013 gehöre die ehemalige Gemeinde aber zur Stadt Einbeck.

Der Ausbau erfolge nach dem Stand der Technik, so die Telekom-Vertreter. Auch Super-Vectoring mit bis zu 250 MBit könne man anbieten. Beim Ausbau sei die Telekom an den Vertrag mit dem Landkreis gebunden, betonte Martin Prescher. Das bedeute, dass sie auch dort ausbaue, wo Goetel ebenfalls tätig werde, und das könnte dazu führen, dass man sich gegenseitig Kunden wegnehme.

Man habe im Kreisgebiet elf Kommunen mit 115 Ortschaften. Was hier entstehe, sei eine gute Sache. Man verstehe nicht, wieso es so schlecht geredet werde, hieß es zur Kritik aus dem Kreistag, hier werde Steuergeld verbrannt, und die Leitung werde nicht reichen. Weitere 16.000 Haushalte würden mit FTTC-Technik versorgt, innerhalb eines Jahres. Das sei ein erster Schritt. Ob mehr Leistung tatsächlich erforderlich sei, stellte Prescher in Frage: Der Kunde wolle nämlich fünf Euro mehr für ein größeres Datenvolumen eher nicht ausgeben. Ein Glasfaserausbau würde zudem 36 Monate dauern. »Wir bringen schnell schnelles Internet«, betonte er, so wirtschaftlich wie möglich. Glasfaser bis ins Haus könnte es ab 2025 geben.

Nach einer Lösung für unterversorgte Gebiete im Stadtgebiet Dassel fragte Günther Kelter, CDU. Mit dem Landkreis und mit Fördergeldern dürfe man dort nicht ausbauen, hieß es. Es gebe jedoch Alternativangebote.

»Wir lassen Sie da nicht mehr raus«, so Dirk Ebrecht. Er sei sicher, betonte Jens Göppert, dass man den Zeitplan einhalte; witterungsbedingte Verzögerungen seien eingeplant. Eine Gigabitversorgung sehe er noch nicht, aber das Unternehmen bleibe dran. Die Telekom müsse sich anstrengen, um Vertrauen zurückzugewinnen, betonte Uwe Schwarz, SPD. Ein regelmäßiger Bericht im Kreisausschuss wäre deshalb wichtig, und auch der Kreistag würde gern nochmals Rückmeldungen bekommen.ek

Region

20 Katzen aus verwahrlostem Haushalt gerettet