Christian Grascha: Zeit für einen Wechsel

Landratskandidat legt umfassendes Wahlprogramm unter dem Slogan »Neustart jetzt« vor

Christian Grascha möchte konkret gestalten, deswegen hat er den Hut für den Posten des Landrats in den Ring geworfen.

Landkreis. 15 Seiten dick ist das Wahlprogramm des Landratskandidaten Christian Grascha. Der Liberale tritt für FDP und CDU zur Wahl am 12. September an. Sein Programm stellt er unter das Motto »Neustart jetzt«, denn nach eineinhalb Jahren Corona-Pandemie nimmt er eine »Neustart-Mentalität« wahr. Und auch wirtschaftlich gesehen hält er einen Neuanfang für geboten.

Der Landkreis Northeim, ist er sicher, habe »alle Chancen zu wachsen«. Hier habe man ein »großzügiges Lebensumfeld«, das die Menschen in einer veränderten Arbeitswelt zu schätzen wissen. Hinzu komme die geografische Lage des Kreises mit Anbindung an die A7. Kritisch merkt er allerdings an, dass der Bevölkerungsrückgang nicht gestoppt worden sei, ein Ort in der Größe Bodenfeldes (rund 3.000 Einwohner) sei damit in nur fünf Jahren von der Landkarte verschwunden. 44 Jahre habe die SPD an der Spitze des Landkreises gestanden, jetzt sei es »Zeit für einen Wechsel«.

Für Grascha gibt es zuviel »Stillstand« im Landkreis. Er will politische Führung wahrnehmen und sieht sich nach 13 Jahren im Landtag dafür gut gerüstet – mit Kompetenz und Netzwerk. Den Landkreis in Hannover und Berlin stärker zu vertreten, ist ihm ein Anliegen, denn es sei eine wichtige Aufgabe, für die Region zu werben.

Wirtschaftsförderung, Schulen und Bildung

Ganz oben auf seiner Agenda steht die Wirtschaftsförderung, die er zur Chefsache machen will. Der Liberale will eine Fördermittel-Agentur installieren, alle Aufgaben der Wirtschaftsförderung sollen in einer eigenständigen Gesellschaft gebündelt werden. Um größere Ansiedlungsvorhaben realisieren zu können, soll der Landkreis gemeinsam mit den Städten und Gemeinden interkommunale Gewerbegebiete erschließen. Die Erschließung der nahe der Autobahn gelegenen Areale soll durch eine Gesellschaft erfolgen, an der sich die Kommunen beteiligen können. »Die Nachfrage kommt, wenn das Angebot geschaffen ist«, ist er sicher.

Am Herzen liegen dem Kandidaten auch die Themen Schulen und Bildung. Hier setzt er sich für eine beschleunigte Digitalisierung ein. Die Infektionssicherheit an den Schulen soll mit Luftfiltern und technischen Lösungen zur Luftreinheit erfolgen. Wechselunterricht sei nicht gut, und deshalb sollte man sich jetzt auf Herbst und Winter vorbereiten, unterstreicht er. Den Berufsbildenden Schulen schreibt der Liberale große Bedeutung zu, schließlich sorgten sie dafür, dass junge Menschen Perspektiven im Landkreis entwickeln und vor Ort bleiben.

Stiftung für Natur- und Klimaschutz

Damit man weiter frei und sicher hier leben könne, möchte Grascha das Ehrenamt stärken und stärker wertschätzen. So setzt er sich für die drei Standorte der Feuerwehrtechnischen Zentralen ein und regt eine landkreisweite Ehrenamtskarte an. Dafür möchte er auch die Wirtschaft als Unterstützer gewinnen.

Aus Ausgleichsgeldern (von Baumaßnahmen) und Zustiftungen möchte der Kandidat eine Stiftung für Natur- und Klimaschutz aufbauen. Rund zwei Millionen Euro, rechnet er, müssten da zur Verfügung stehen. Die Stiftung soll auf breiter gesellschaftlicher Basis stehen.

Dass Glasfaser bis in jedes Haus liegen sollte, ist für Grascha selbstverständlich. Im Rahmen eines Gigabit-Bündnisses sollen die Initiativen für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau der Breitband- und Mobilfunkversorgung der Telekommunikationsunternehmen gebündelt und vorangebracht werden. In diesem Bereich sollte es »mehr Tempo« geben, und man sollte nicht nur auf die nächste Förderperiode warten..

»Konkret etwas bewegen«

Er kandidiert, weil er konkret etwas bewegen will, sagt er. Auch für den Kreistag steht er auf der FDP-Liste. Im startenden Wahlkampf setzt der Einbecker auf eher kleinere Formate. Unter dem Motto »Grascha frei Haus« kann man ihn zum Dialog in den Garten einladen, die Getränke bringt der Kandidat mit. Auch eine Messenger-Sprechstunde will er einrichten. Zum Auftakt in die heiße Phase des Wahlkampfs wird es aber eine größere Veranstaltung geben: am 16. August auf dem Northeimer Segelflugplatz mit David McAllister.

Der Region und den Menschen verbunden

Als gebürtiger Einbecker fühlt er sich der Region und den Menschen besonders verbunden. Grascha macht Politik im Kreistag und im Landtag dafür, dass »wir in unserer Heimat auch in vielen Generationen noch gut leben können.« Der Kandidat ist 42 Jahre alt und seit 1997 Mitglied der FDP, der Vater zweier Kinder ist gelernter Industriekaufmann und Finanzwirt.sts

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