Ein Dankeschön an drei Lebensretter

Beherztes und sachgerechtes Eingreifen: Herzstillstand überlebt | Öffentliche Belobigung ausgesprochen

Drei Retter haben hervorragende Arbeit geleistet, als sie um das Leben von Heinz-Albert Rümenapp (links) kämpften. Dafür wurden Wolfgang Gerling, Susanne Wollenweber-Breme und Philipp Eicke (von links) geehrt. Moringens Bürgermeisterin Heike Müller-Otte (rechts) überreichte die Urkunden für die öffentliche Belobigung des Innenministers.

Region. Eben noch Entenbraten auf dem Teller und ein Bier bestellt – und im nächsten Moment kämpfen drei Ersthelfer mit dem Patienten ums Überleben. Riesengroßes Glück hat Heinz-Albert Rümenapp gehabt, denn die Weihnachtsfeier mit Familie und Freunden hätte 2014 auch anders ausgehen können.

Umso glücklicher ist er, dass er sich bei seinen Helfern nicht nur persönlich bedanken kann, sondern dass sie auch eine öffentliche Belobigung des Niedersächsischen Innenministers erhalten, überreicht von Moringens Bürgermeisterin Heike Müller-Otte. »Ist ein Arzt anwesend?«, dieses Szenario kennt man eigentlich nur aus Filmen. Kurz vor Weihnachten wurde das aber Wirklichkeit in einer Gaststätte in Thüdinghausen. Susanne Wollenweber-Breme, Kinderärztin aus Einbeck, war mit ihrem Praxisteam im Lokal, und sie ließ alles stehen und liegen, um Heinz-Albert Rümenapp zu helfen. Er hatte einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten.

Ebenfalls sofort zur Stelle waren als Helfer und Lebensretter Philipp Eicke aus Göttingen und Wolfgang Gerling aus Northeim. Philipp Eicke, der früher einmal in Einbeck zuhause war, hat vier Jahre als Rettungssanitäter gearbeitet und somit Einsatzkenntnisse für Notfälle. Wolfgang Gerling verfügt als Schwimmmeister und Rettungsschwimmer ebenfalls über das Wissen, wie man in einer solchen Situation handelt. »Wir möchten Ihnen, den drei Rettern, für Ihr beherztes Eingreifen danken. Sie haben alles stehen lassen und 15 bis 20 Minuten lang geholfen durch Herz-Druck-Massage und Mund-zu-Mund-Beatmung. So haben Sie Leben und Gesundheit von Heinz-Albert Rümenapp gerettet«, dankte Moringens Bürgermeisterin Heike Müller-Otte den Helfern. Der geglückte Einsatz, mit dem die Zeit bis zum Eintreffen von Notarzt und Rettungswagen überbrückt wurde, sei für den Geretteten lebensrettend gewesen – andernfalls hätte er diesen nicht oder nicht unbeschadet überlebt.

Heinz-Albert Rümenapp hat nach seiner Genesung nach seinen Rettern gesucht, sie gefunden und für die Belobigung vorgeschlagen. So konnte Moringens Bürgermeisterin an Susanne Wollenweber-Breme, Philipp Eicke und Wolfgang Gerling öffentliche Belobigungen des Niedersächsischen Ministers für Inneres und Sport, Boris Pistorius, aussprechen, »in Anerkennung eines opferwilligen und tatkräftigen Rettungseinsatzes«, wie es im Urkundentext heißt. Das sei ein Dankeschön an die drei, die ihn aus Lebensgefahr gerettet hätten, aber auch ein Zeichen für die Gesellschaft, dass es Menschen gebe, die nicht wegschauen würden:?»Großartig!«, lobte die Bürgermeisterin. Sorge und Hilfe für andere sei ein wertvolles gesellschaftliches Kapital.

Sie selbst, sagte Heike Müller-Otte, fühle sich durch die Schilderung dieser Erlebnisse animiert, ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen und einen entsprechenden Kurs zu belegen. Der Einsatz, berichten alle drei Helfer übereinstimmend, habe gut geklappt, obwohl sie sich zuvor gar nicht kannten. Alle seien durch ihren beruflichen Hintergrund entsprechend geschult, sie wussten sofort, was zu tun ist, und so liefen die Rettungsmaßnahmen reibungslos. Nicht zuletzt dadurch war Heinz-Albert Rümenapp nach einer Woche wieder auf den Beinen, wie er berichtet.ek

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