Frauen bekommen 21 Prozent weniger Lohn

Northeim. Um auf den noch immer großen Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen aufmerksam zu machen, hat die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Northeim eine Aktion in der Northeimer Innenstadt initiiert. Ein Zusammenschluss politisch aktiver Frauen aus dem Northeimer Kreistag war gemeinsam mit den Landfrauen des Kreisverbandes Northeim, der Gleichstellungsbeauftragten Uljana Klein und Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (links) unterwegs. Mit zahlreichen Menschen wurden Gespräche über den Entgeltunterschied geführt.

»Wir wollten die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern ins Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger rücken«, erklärte Klinkert-Kittel das Ziel der Aktion. Klein hält es für notwendig, dass Diskussionen wie die über die Entgeltlücke innerhalb der Gesellschaft geführt werden müssen. Nur so könne Ungleichbehandlung und Ungerechtigkeit abgebaut werden. Auch deshalb ist das direkte Gespräch erforderlich, ergänzt sie.

In Deutschland bekommen Frauen durchschnittlich 21 Prozent weniger Lohn als Männer - damit zählt das Land im internationalen Vergleich zu den Schlusslichtern beim Lohngefälle zwischen den Geschlechtern. Nur in Estland, Österreich und der Tschechischen Republik ist die Gehaltslücke noch größer.

Der »Equal Pay Day« wird in verschiedenen Ländern an unterschiedlichen Tagen begangen. In diesem Jahr fiel der Aktionstag in Deutschland auf den 18. März. Das bedeutet, dass Frauen im Vergleich zu den Männern 77 Tage ohne Lohn oder Gehalt gearbeitet haben.

Ein Teil dieser Lohnlücke lässt sich auf sogenannte strukturelle Unterschiede zurückführen. Viele Frauen erlernen Berufe, die schlechter bezahlt sind, arbeiten seltener in Führungspositionen und häufiger in Teilzeit oder in Minijobs. Doch selbst wenn man diese Faktoren herausrechnet und sich Frauen und Männer anschaut, die in der gleichen Branche auf gleichen Positionen gleich viel arbeiten, dann ergibt sich in Deutschland immer noch eine nicht zu erklärende Lohnlücke von sechs Prozent.

Der EPD wurde 2008 auf Initiative des Business and Professional Women (BPW) Germany erstmals in Deutschland durchgeführt und wird seitdem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert. Ziel ist, mit dem EPD die Debatte über die Gründe der Lohnunterschiede in die Öffentlichkeit zu tragen, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, zu sensibilisieren und Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger zu mobilisieren, damit sich diese Lohnlücke schließt. Aber auch die gesellschaftliche Debatte über Gerechtigkeit der Geschlechter erfährt mit dem EPD neue Möglichkeiten.lpd

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