»Freiwilligenarbeit braucht Vorbilder wie Sie«

Jugendpreis im Landkreis Northeim vergeben | Mehr als 30 Vorschläge wurden eingereicht | Neue Auswertung

Gute und beispielhafte Jugendarbeit soll anerkannt und belohnt werden, auch unter veränderten Bedingungen. Zum elften Mal wurde jetzt landkreisweit ein Jugendpreis vergeben. Nach Umstrukturierungen, unter anderem aus finanziellen Gründen, wurde daraus der »Jugendpreis im Landkreis Northeim«. Die Preisverleihung hat in Einbeck im Haus der Jugend stattgefunden.

Region. Bea Kiefer und Jan Mönnich erläuterten, dass es gelungen sei, den Jugendpreis mit Hilfe der Kreis-Sparkasse Northeim und der Sparkasse Einbeck als Sponsoren auf andere Beine zu stellen und in der Struktur zu verändern. Aufgrund finanzieller Überlegungen hatte der Landkreis seine Beteiligung am Jugendpreis gestrichen. Der Kreisjugendring hat daraufhin unter anderem ein neues Abstimmungsmodell erarbeitet: So zählt das Votum der Jury nur noch zur Hälfte. Die andere Hälfte der Entscheidung stammt aus einer öffentlichen Abstimmung per Internet. Rund 2.000 Stimmen sind so zusammengekommen. Außerdem sind die Preisträger bis zur Verleihung geheim gehalten worden. Vertreter aller eingereichten Vorschläge – mehr als 30 an der Zahl – sind eingeladen worden, und für jeden gab es in eine kleine finanzielle Anerkennung. Preisgelder standen in Höhe von 750, 500 und 250 Euro für Platz 1, 2 und 3 in Kategorie A und über 300, 200 und 100 Euro für die Kategorie B zur Verfügung. Dabei dankten die Vertreter des Kreisjugendrings dem früheren Kreistagsvorsitzenden Peter Traupe, der sich mit der Sponsorensuche um die Fortführung des Jugendpreises verdient gemacht habe.

Sie freue sich über den guten Besuch der Feier, sagte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel: Das bringe den Nominierten die verdiente öffentliche Aufmerksamkeit. Ein Ehrenamt sei verbunden mit der Übernahme von Verantwortung, mit Solidarität mit der Gemeinschaft. Freiwilligenarbeit stehe für Gemeinschaftsempfinden, Fairness, Toleranz, Disziplin und Durchhaltevermögen. Das sollte sowohl ausgezeichnet als auch öffentlich bekannt gemacht werden. Freiwilligenarbeit, so die Landrätin, verlange nach Vorbildern, »nach Vorbildern wie Ihnen.«

Der stellvertretende Einbecker Bürgermeister Marcus Seidel hieß die Besucher im neuen Haus der Jugend willkommen, das man zu diesem Anlass gern vorstellen wolle. »Die Umsetzung dieses Projekts hatte es in sich«, erinnerte er: Die Planungen wurden im November 2012 begonnen, im Mai 2014 hat der Rat den Beschluss gefasst, dieses Vorhaben umzusetzen, und im Juni 2016 wurde das Haus eröffnet. Und noch sei man hier nicht fertig: Ein Jugendgästehaus werde noch entstehen, und 2017 sei Planungs- und 2018 Baubeginn für eine Multifunktionshalle.

15 gute Projekte und Ideen/Konzepte für eine bessere Jugendarbeit sind in der Kategorie A vorgeschlagen worden. Die große Zahl der innovativen Vorschläge sei vorbildlich, so Bea Kiefer und Jan Mönnich. Außerhalb der Bewertung ist das Spielfest der Kreis-Sparkasse Northeim zum 150-jährigen Bestehen des Geldinstituts gelaufen. Eine Anerkennung erhielten die Netzwerke für Kinder und Familien in Hardegsen, die Skateranlage in Amelith, der Kinderstadtplan für Einbeck, der Julius-Club der Stadtbücherei Uslar, die Jungen Bühnenstürmer aus Einbeck, »Swim & Run« der Sportjugend im Kreissportbund, die Schuloase der Grundschule Uslar, das FIPS-Projekt »Toleranz, Empathie und Respekt kann man nicht kaufen« aus Einbeck, der Kunterbunte Mittwoch/Familientreff Hardegsen, der VSSG Nörten-Sudershauen für »Jugend aktiv« und das Jugendforum der Kreisjugendfeuerwehr Northeim.

Jury- und Online-Votum haben zwei zweite und einen ersten Platz ergeben, wobei es, so die Landrätin in ihrer Würdigung, eigentlich nur Gewinner gebe. Auf Platz 2 kam »Vorlesen macht stark, und zuhören macht Spaß – Kinder erleben Geschichten und Bücher« aus Hardegsen. Geboten werden kreative Aktionen für Zwei- bis Siebenjährige, wobei Jung und Alt ins Vorlesen und Erzählen eingebunden sind und die Bücherei von der großen Aufmerksamkeit profitiert. Ebenfalls 2. Platz, das freute die Landrätin besonders: »Da habe ich nämlich mitgewirkt«, verriet sie lächelnd: als Bürgermeisterin von Nörten-Hardenberg. Bei »A Place to be« lag der Schwerpunkt darauf, die Ortsidentität junger Menschen zu unterstützen. An Austausch, Ideensammlung, Fotoshooting, Ortsbegehung und Großcollage als ortsübergreifendem Gemeinschaftsprojekt haben sich die Jugendlichen rege beteiligt und sich intensiv und nachhaltig mit »ihren« Dörfern beschäftigt.

»Ab in die Spielzeugwelt«, dazu hat der Sieber der Kategorie A aufgerufen, der Kinderzirkus Fidibus aus Northeim. Rund 50 Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 17 Jahren machen mit. Sie haben viel geplant und geprobt, und am 6. Dezember ist ihre Vorstellung in der Northeimer Stadthalle. Ein Projekt von Kindern und für Kinder, in das alle eingebunden wurden, sollte damit gewürdigt werden, ebenso die kontinuierliche Arbeit von Fidibus.

Die Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements in der Jugendarbeit stand in der Kategorie B im Mittelpunkt, besonderer Einsatz von Aktiven, von Einzelpersonen oder Gruppen. Auch hier gab es 15 Nominierte, und man könne stolz sein, so viele Engagierte im Landkreis zu haben. Anerkennungen erhielten Hans-Hermann Schulz aus Moringen, Heidrun Flügge aus Katlenburg-Lindau, Marius Steinwachs aus Einbeck, Gerald Deppen aus Moringen, Nico Teuteberg aus Hardegsen, Nicole Rombouts aus Einbeck, Katharina Ermoneit aus Einbeck, Christel Eppenstein aus Kalefeld, das Brandschutz-Erziehungsteam aus Hardegsen, Stefan Baur aus Einbeck und Barbara Bierwirth aus Sülbeck. In dieser Kategorie gab es zwei dritte Plätze sowie je einen zweiten und einen ersten Platz.

Auf Platz 3 kamen die Spielplatzfreunde Ellierode, die mit ihren Aktionen den Spielplatz zu einem Treffpunkt für Familien gemacht haben, insbesondere mit dem jährlichen Fest, dessen Erlös in die weitere Gestaltung des Platzes fließt. Ebenfalls Platz 3 ging an die Jugendinitiative Musik in Einbeck, »Jimie«. Sie hat über Jahre ein professionelles Podium für jugendliche Musiker geschaffen, eine kreative »Räuberleiter zum eigenen Soundtrack«, wie die Landrätin aus der Internetseite des Vereins zitierte. Platz 2 ging an Melina Schikorr aus Einbeck: Musikerin, Schutzengel, Lichttest-Gesicht, Busscout – rundum ist sie engagiert für die Sicherheit von Jugendlichen. Erster Preisträger der Kategorie B wurde Wolfgang Kiausch aus Northeim. Seit über 25 Jahren ist er in der Jugendarbeit dabei, in der Jugendfeuerwehr, beim Kreisjugendring, bei der Ausgabe von Zeltlagermaterial. Verlässlicher und einsatzbereiter Ideengeber und Motivator sei er, so die Würdigung, dabei bleibe er im Hintergrund. Damit habe er gar nicht gerechnet, und er habe selbst die Schecks für die Verleihung vorbereitet, lachte der Geehrte. Die Blumen schenke er weiter an seine Frau als Dank für ihre Unterstützung, und die Hälfte seiner 300 Euro Preisgeld werde er spenden an die Stiftung »Hänsel & Gretel« beziehungsweise die Aktion »Kein Täter werden.«

In der Kategorie C werden Unterstützer für die Jugendarbeit gewürdigt sondern mit einem Dankeschön für ihre Einsatzbereitschaft. Hier gab es zwei Vorschläge: die Stadt Einbeck für das Haus der Jugend und der Förderkreis der Grundschule Hardegsen, der als Preisträger geehrt wurde. Der Verein besteht seit 2001. Seither hat er mehrere Außenspielgeräte beschafft sowie die Schulkinder bei verschiedenen Ereignissen begleitet und unterstützt.ek

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