40. Goslarsches Pancket mit Ainpöckisch Bier

Goslar. Vor Kurzem hat in der Kaiserpfalz das 40. Goslarsche Pancket mit prominenten Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien stattgefunden. Neben der Bremer Schaffer-Mahlzeit und dem Matthaei-Mahl in Hamburg hat diese Veranstaltung im norddeutschen Raum überregionale Bedeutung erlangt.

Glanzpunkt des Abends ist der mittelalterliche Schmaus, zubereitet nach Originalrezepten eines der ältesten in Deutschland erschienenen Kochbücher von M. Rumpolt, »Churfürstlich Meintzischer Mundtkoch mit römisch-kaiserlicher Maiestat spezial Privilegio« von 1587. Dazu wird seit jeher Ainpöckisch Bier gereicht, das naturtrübe Bockbier aus der Heimat der Bockbiere, gebraut nach mittelalterlicher Rezeptur, unfiltriert und hopfenbetont. Zu Zeiten der Hanse war Ainpöckisch Bier im gesamten Hanseraum begehrt.

Ausgeschänkt wurde Ainpöckisch Bier, das es sonst nur als Flaschenbier gibt, exklusiv als Fassbier in besonderen Tonkrügen mit dem Wahrzeichen der Stadt, der Kaiserpfalz. Tradition beim Goslarschen Pancket hat auch jährlich die Einladung eines Ehrengastes aus Politik oder Wirtschaft. So fanden in den vergangenen Jahren bereits Helmut Schmidt, Gerhard Schröder und Dr. Arend Oetker den Weg nach Goslar.

In diesem Jahr konnte Joe Kaeser (Zweiter von links), Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, von Goslars Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk (rechts) als Ehrengast begrüßt werden. Nach dem Fassanstich prosteten Dr. Oliver Junk, Einbecker-Vorstand Martin Deutsch (Zweiter von rechts) und Joe Kaeser sich zu.

»Die Region Goslar ist Einbeck nicht zuletzt durch das Einbecker Bier eng verbunden«, betonte Deutsch. Die frühere städtische Brauerei in Goslar wurde 1918 übernommen und seit 1945 von Einbeck aus verwaltet. Das Traditionsmahl in der Kaiserpfalz hatte am neben Kaeser noch einen zweiten Hauptdarsteller: Noch-Außenminister Sigmar Gabriel (er hat als junger Student für das Einbecker Brauhaus als Bierfahrer in Goslar gejobt) erhielt in seiner Heimatstadt von den 200 Gästen Zuspruch von allen Seiten – Balsam für eine verletzte Genossen-Seele.

Gabriel hatte den Kontakt zum Vorstandsvorsitzenden des Weltkonzerns Siemens, dessen Gründerfamilie in Goslar ihre Wurzeln hat, vermittelt. Er erlebte sichtbar einen emotionalen Abend, ohne sich mit einer Rede öffentlich zu Wort zu melden.oh

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