Kreisjugendring dringend arbeitsfähig erhalten

Stadtjugendring: Situation für ehrenamtliche Jugendarbeit schwierig / SPD-Kreistagsfraktion: Sitzungsthema

Region. Nachdem der Kreisjugendring vor einigen Tagen signalisiert hat, dass er seine Arbeit mit dem gegenwärtigen mangelnden Zuspruch von Vereinen und Verbänden nicht fortführen kann (»EM« berichtete), haben sich sowohl der Stadtjugendring Einbeck als auch die SPD-Kreistagsfraktion zu Wort gemeldet.

Der Stadtjugendring stellt fest, dass es ärgerlich sei, dass der Jugendpreis in diesem Jahr nicht verliehen werden könne. Das zeige aber auch die allgemeine Situation in der Jugendarbeit im Landkreis. Die Einbecker Vorschläge für den Jugendpreis wurden durch die Stadtjugendpflege eingereicht. Dazu habe es engen Kontakt zwischen Jugendpflege und Jugendring gegeben, eigene Ideen konnten eingebracht werden. »Die Rückmeldungen spiegeln aber auch das wider, was wir hier seit Jahren beim Einbecker Jugendpreis erleben«, so der Vorsitzende des Stadtjugendrings, Jan Störmer: In den vergangenen Jahren habe man bewusst schon auf eine öffentliche Ausschreibung verzichtet, da die Rückmeldungen darauf viel zu gering waren.

Zur jetzigen Situation im Kreisjugendring könne man als Stadtjugendring Einbeck nur bestätigen: »Uns geht es genauso.« Zwar sei man im Vorstand derzeit gut besetzt; allerdings seien im kommenden Jahr Wahlen, und es zeichne sich ein ähnliches Bild ab, wie jetzt auf Kreisebene. Jemanden zu finden, der noch frei sei von Ämtern und zudem Lust habe, etwas zu bewegen, sei unwahrscheinlich schwierig.

Allerdings könne der Stadtjugendring Einbeck von sich sagen, er habe im Kreisjugendring mitgewirkt. In den vergangenen Jahren habe es kaum eine Sitzung gegeben, an der er nicht teilgenommen und seine Meinungen und Standpunkte und die der Einbecker Vereine und Verbände vertreten habe. Man habe es aber auch kommen sehen, dass es fast unmöglich sei, einen neuen Vorstand aus den Delegierten der Jugendringe und der anwesenden Vereine und Verbände zu finden. Wer nämlich daran teilnehme, gehöre tendenziell zu denjenigen, die schon mehrere Ämter inne hätten und, so gern sie auch helfen würden, es ganz einfach nicht schafften, ein weiteres Amt anzunehmen. »Es liegt an den Vereinen und Verbänden, die Wichtigkeit der Arbeit des Stadt- und Kreisjugendrings nach ›unten‹ weiter zu streuen und junge Menschen für die Arbeit in den Gremien zu begeistern. Wir für unseren Teil arbeiten dran«, versichert der Stadtjugendring. Der Kreisjugendring könne sich auf Unterstützung verlassen, wo immer das möglich sei – und wer noch »Luft« habe, sei natürlich eingeladen, sich zu melden und ebenfalls aktiv zu werden.

Stellung nimmt auch die SPD-Kreistagsfraktion: Geschäftsführer Peter Traupe und Christina Münder haben einen Brief an Landrätin Astrid Klinkert-Kittel geschickt. Mit Bestürzung habe man über die Situation des Kreisjugendrings gelesen, heißt es darin. Der Jugendring als Dachorganisation der Jugendverbände im Landkreis Northeim sei für den Jugendhilfeträger und die Fraktionen im Kreistag als Ansprechpartner unentbehrlich, heißt es darin. Er vertrete die Interessen der Jugendverbände gegenüber dem Kreistag. Außerdem nehme er die in den Richtlinien zur Förderung der allgemeinen Jugendarbeit geregelten Zuschüsse entgegen und verteile diese weiter. Es werde deshalb dringend darum gebeten, die geschilderte Situation in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 18. Oktober zu thematisieren. Insbesondere sollte die Kreisverwaltung zeigen, inwieweit Jugendhilfeträger und Kreisjugendpflege die Jugendverbände bisher im Sinne des Sozialgesetzbuches gefördert hätten und ob ihrerseits Maßnahmen zum Erhalt der Struktur des Kreisjugendrings geplant seien.

So sei es beispielsweise von Interesse, wie die Kreisjugendpflege die Planung, Organisation und Förderung der Jugendarbeit im Landkreis Northeim bisher gestaltet habe und welche Schritte von dort zur Abhilfe der derzeitigen Situation vorgesehen seien. »In unseren Augen ist es in unser aller Interesse, wenn diese Dachorganisation der Jugendverbände im Landkreis Northeim mit einer arbeitsfähigen Struktur erhalten bleibt«, schreiben Traupe und Münder Ziel sei es, eine Bitte zur Unterstützung zu erteilen, soweit die Landrätin aufgrund der Berichterstattung nicht schon selbst tätig geworden sei.ek

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