Bezirksoberliga

Der SVG Einbeck 05 haben zwei Minuten gefehlt

0:1 gegen den Spitzenreiter TSV Hillerse / Platzverweise für Bindewald und Ziegler / Mittwoch, 28. April, Spiel gegen Wolfenbüttel

Sie kämpften in der warmen Sonne wie Löwen, doch mussten sich die Mannen von Spielertrainer Rolf Bindewald dem Spitzenreiter aus Hillerse denkbar knapp und unglücklich mit 0:1 geschlagen geben. Lediglich zwei Minuten fehlten, um dem Aufstiegskandidaten im Remis abzutrotzen.

Einbeck. Wie nah Erfolg und Misserfolg beisammen liegen, konnten die 130 Zuschauer am gestrigen Sonntag im Stadion an der Schützenstraße erleben. Die Blau-Gelben aus Einbeck boten dem Spitzenreiter aus Hillerse über die gesamte Spielzeit einen erbitterten Kampf und wurden kurz vor Schluss um den Erfolg gebracht. Besonders ärgerlich erscheint die Niederlage unter der Tatsache, dass die Heimischen den kompletten zweiten Durchgang in Unterzahl bestreiten mussten, da Coach Bindewald nach einer fragwürdigen Schiedsrichterentscheidung des Feldes verwiesen wurde. Mit dem Selbstbewusstsein der letzten Erfolgserlebnisse legten die Heimischen auch gestern furios los. »Wir wollten uns für die herbe 6:0-Klatsche in Hillerse revanchieren«, so Bindewald in der Spielanalyse.

Es sah auch gut aus, was seine Männer über 90 Minuten boten. Fußballerisch nicht unbedingt immer ein Leckerbissen, doch Einstellung, Kampf und Moral konnten den Blau-Gelben  nicht abgesprochen werden. Im ersten Durchgang boten sich den Bierstädtern gute Einschussmöglichkeiten. »Wir müssen zur Halbzeit 2:0 führen«, klagt ein enttäuschter Spielertrainer. Recht hatte das Einbecker Urgestein. Nach feiner Vorarbeit des Gästekeepers verpasst Badtke knapp (14.). Akincis wuchtiger Kopfball wurde buchstäblich in letzter Sekunde von der Linie gekratzt (24.). Von den hoch gelobten Gästen war im Grunde im ersten Durchgang nicht viel zu sehen. Lediglich nach rund 30 Minuten tauchten die Gäste vor dem Einbecker Tor auf. Sudhoff parierte aber eine 1:1-Situation.

»Ich bin schon etwas von der spielerischen Leistung meiner Mannschaft enttäuscht«, resümierte Gästetrainer Pahl. »Wir haben es nicht verstanden, die Überzahl zu nutzen.« Recht hatte der Ex-Braunschweiger Profi. Wie ist es jedoch zu der besagten und viel diskutierten Überzahl der Gäste gekommen? Nach einem langen Solo über den halben Platz wurde Einbecks Trainer in einen Zweikampf mit Hillerses Bertram verwickelt, in dessen Verlauf dieser fiel. »Ich habe ihn nicht getreten, gehalten, also gefoult«, so Bindewalds Kommentar. Schiedsrichter Lange sah jedoch ein regelwidriges Einsteigen und verwies Bindewald dann folgerichtig des Feldes.

Trotz dieses personellen Aderlasses, stemmten sich die diesmal in gelb-rot gekleideten Einbecker vehement gegen die nun drohende Niederlage, um auch im zweiten Abschnitt gelegentliche Nadelstiche zu setzen. (Badtkes Kopfball 69., Zielger 81.) Die hoch gelobten Gäste entschieden die Partie mit ihrer einzig gefährlichen Situation der zweiten Halbzeit. Aus dem Gewühl heraus zog der eingewechselte Schade aus 20 Metern ab. Der platzierte Ball war zwar nicht fest geschossen, doch von Sudhoff wohl nur an einem Glanztag zu parieren. »Ich sah den über meine Hand springenden Ball einfach zu spät und konnte ihn nicht halten«, so die wohl treffende Analyse des Einbecker Schlussmannes.

Es sollte aber noch knüppeldick für die Bierstädter kommen. Neben Bindewalds Feldverweis, dem späten Gegentor, handelte sich der in letzter Zeit agile Zielger quais mit dem Schlusspfiff einen Feldverweis ein. »Ich kam einfach zu spät, habe meinen Gegenspieler getroffen«, so die Worte des einsichtigen Einbecker Spielers. Fast wäre die aufopferungsvoll kämpfende SVG 05-Elf noch belohnt worden. Schultes Schuss verfehlte jedoch sein Ziel, so dass am Ende der intensiven, zeitweise nickligen Partie eine sehr ärgerliche, weil im Ergebnis vermeidbare Niederlage stand.

Es bleibt zu hoffen, dass es gelingt, die schmerzliche Niederlage aus den Köpfen zu verdrängen, um bereits am Mittwoch, 28. April, gegen das Spitzenteam aus Wolfenbüttel eine schlagkräftige und motivierte Mannschaft aufzubieten.

SVG Einbeck 05: Sudhoff, Heisig (66. Walz), Bindewald, Heise, Schütte, Grimme, Strzalla, Ziegler, Badtke (ab 80. Zalustowski), Schulte, Akinci (ab 62. Schulz).TSV Hillerse: Pribyl, Demir (ab 59. Schippmann), ,Bertram, Bruns, Kaufmann, Pahl, Herzog, Bruns (ab 83. Schade), Ganshi, Stubbe, Jansen (ab 65. Reich).Tore: 0:1 Schade (Linksschuss aus 20 Metern, ohne Vorarbeit.)Torchancen: 5:4.Ecken: 3:2.Abseits: 3:5.Gelbe Karten: Strzalla, Ziegler, Akinci, Schulz, Walz (SVG Einbeck 05; Kaufmann, Jansen (TSV Hillerse).Rote Karten: Bindewald (45., Notbremse), Ziegler (88., Nachtreten).Zuschauer: 130.Spielnote: 3: spielerisch kein Leckerbissen, doch intensiv geführt und dadurch nicht langweilig.Schiedsrichter: Daniel Lange, Sickte. Schiedsrichter Lange hatte in dem zeitweise schwer zu leitendem Spiel viel zu tun, wirkte dabei nicht immer souverän. Wird Bindewalds Zweikampf als regelwidrig gesehen, ist ein Feldverweis zwingend. Zieglers überhasteter Einsatz kann mit Rot bestraft werden. Fehlerhaft aber Zieglers vermeintliche Abseitsstellung im ersten Durchgang.oa