Rollkunstlauf

»Dream Team« gewinnt Europameistertitel

Großartige Kür im Formationslaufen | Große Freude über ersten Platz bei Titelkämpfen in Italien

Groß war der Jubel und die Freude als feststand, dass das »Dream Team« der neue Europameister ist.

Einbeck/Reggio Emilia. Fünf anstrengende, aufregende, und emotionale Tage bei den Europameisterschaften in Reggio Emilia, Italien, liegen hinter der Rollkunstlaufformation »Dream Team« und Trainerin Annette Ziegenhagen-Gielnik. Den Wettbewerb wird die 20-köpfige Mannschaft, in der auch zehn Einbecker Sportler vertreten sind, so schnell nicht vergessen. Intensive Vorbereitung, Verletzungen im Training, ein Knochenbruch in Italien sowie eine Achterbahnfahrt der Gefühle zahlten sich schließlich aus: Das »Dream Team« wurde Europameister im Formationslaufen.

Mit der Umstellung des Bewertungssystems im vergangenen Jahr waren auch Veränderungen in den Vorgaben für den Programmaufbau der Formationen verbunden. Gemeinsam mit ihrem Choreografen Gert Hoffmann (Berlin) überarbeitete das »Dream Team« daraufhin die Kür zu großen Teilen und passte sie an. Seitdem trainierte die Mannschaft jedes Wochenende bis zu zwölf Stunden intensiv mit Trainerin Annette Ziegenhagen-Gielnik an den neuen Elementen und Schritten, mit der sie bei den Europameisterschaften punkten wollten. Nach dem Gewinn des World Cups im vergangenen Herbst waren die Erwartungen hoch.

Mit dem Bus reiste das Team über Nacht nach Reggio Emilia. Nach der Ankunft wurden die Hotelzimmer bezogen, anschließend stand schon das erste Training an. Voller Motivation gingen die Sportler auf die Bahn. Jedoch passierte nach kürzester Zeit ein schwerer Sturz, eine Läuferin wurde ins örtliche Krankenhaus gebracht. Ein Bruch wurde festgestellt, was für sie das Ende des Wettbewerbs und für das »Dream Team« einen Rückschlag in der Vorbereitung war. Für die Mannschaft und Ziegenhagen-Gielnik war Aufgeben keine Alternative. Die Aufstellung wurde verändert, zwei Läuferinnen wechselten auf eine andere Position und eine Ersatzläuferin trat mit an. Nun galt es, in drei Trainingseinheiten das Programm flüssig zum Laufen zu bringen.

Am Morgen des Wettkampftages fand das offizielle Training statt. In 20 Minuten musste sich das Team vor allem an die verhältnismäßig kleine Lauffläche in der Halle gewöhnen. Die Elemente liefen jedoch gut, so dass Sportler und Trainer zufrieden und mit einem sicheren Gefühl von der Bahn gingen. Am späten Nachmittag ging das »Dream Team« mit Startnummer drei auf die Fläche. Ihr Programm zum Thema »Battlecry« setzte es während des Laufs choreografisch und ausdrucksstark hervorragend um. Viele schwierige Manöver, auf denen im Training das Hauptaugenmerk lag, gelangen den Sportlern nahezu perfekt. Leider stürzten im mittleren Teil der Kür zwei Sportlerinnen, kamen aber schnell wieder auf die Beine, so dass das darauffolgende Element wieder sauber ausgeführt wurde.

Das Team zeigte im weiteren Verlauf hohe Präzision und Dynamik. Auch die anspruchsvollen Hebefiguren wurden ebenso wie gerade Linienelemente und gleichmäßige Schritte exakt ausgeführt. Unter großem Beifall beendete die Formation ihre Kür. Die gute Leistung des Teams spiegelte sich in der Benotung der Wertungsrichter wider und bedeutete vorerst Rang eins.

Jedoch folgten die amtierenden Europameister aus Italien, die sich überzeugt präsentierten und ihre Kür sauber und ohne Sturz zeigten. Die Anspannung war riesig, als Läufer, Trainer und Zuschauer auf die Wertung warteten. Als diese schließlich auf dem Bildschirm erschien, war der Jubel im deutschen Block groß und Freudentränen flossen. Trotz der Stürze gewann das »Dream Team« mit knapp sieben Punkten Vorsprung den Europameistertitel. Gefeiert wurde auf der Rückfahrt im Reisebus bis in die frühen Morgenstunden. Bei der Ankunft in Einbeck erwartete die Europameister ein toller Empfang durch die Vereinsmitglieder des RSV Einbeck.

Im Team des neuen Europameisters traten vom RSV Einbeck Joana Bettenhausen, Amelie Köhler, Julie Kretzschmar, Laura Much, Alena und Anneke Riemenschneider, Lena Spellerberg, Mareike Tatje, Merle Werner und Hendrik Kulle an.oh

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