Fußball-Saisonabbruch – oder wie geht’s weiter?

Niedersächsischer Fußball-Verband (NFV) bastelt an einer Lösung – Auswirkungen für den Bezirksverband und bis auf die Kreisebene

Fußball in Niedersachsen und im NFV-Kreis Northeim/EInbeck: Wann rollt wieder der Ball? – das steht auch weiterhin in den Sternen. Der Verband will eine Handlungsstrategie entwickeln.

Region. Eigentlich befindet sich der Lokalfußball noch immer in der Winterpause. Seit dem vergangenen November hat es bisher keinen Spielbetrieb gegeben. Die Einschränkungen in Bezug auf die Corona-Pandemie hat den Start in die Frühjahrsrunde der Spielserie 2019 / 2020 verhindert.

Nun fragen sich alle aus der großen Kicker-Gemeinde: Wie wird es weiter gehen mit dem Sport um das runde Leder – insbesondere auch in der Region des NFV-Kreises Northeim / Einbeck mit den Lokalregionen rund um Bad Gandersheim und die Gemeinde Kalefeld sowie um die Alt-Gemeinde Kreiensen.

Es gibt aktuell zwei Szenarien: Entweder die begonnene Saison abbrechen und (hoffentlich) im Herbst des Jahres eine neue Spielserie 2020 / 2021 zu beginnen oder die Fortsetzung der »laufenden« Saison 2019 / 2020 auf den Herbst des Jahres oder gar auf das Frühjahr 2021 zu verschieben. Im letztgenannten Falle würde es dann nie eine Spielzeit 2020 / 2021 geben, sondern das Geschehen gleich in eine neue Spielzeit 2021 / 2022 münden.

Der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) hatte für seiner Weisung unterliegenden Staffeln von der Oberliga bis hinunter zur Kreisklasse in seinem Führungskreis von Vorstand unter Führung von Günter Distelrath (Salzgitter) sowie durch Unterrichtung der Kreis-Vorsitzenden per Video-Konferenz zunächst vorgesehen, die momentan ruhende Saison 2019 / 2020 zwischen dem 15. August und dem 1. September oder sogar noch zu einem späteren Zeitpunkt wieder fortzusetzen – sofern die politischen und behördlichen Entscheidungen dies zulassen würden.

Als dieses Denkmodell des Verbands öffentlich wurde und wohl auch erster Unmut von der Basis zu spüren war, gab es eine vom NFV kurzfristig organisierte landesweite Abfrage innerhalb der Vereine. Hierbei wurde auch – wie im NFV-Kreis Northeim / Einbeck – das Kommunikationsmedium der Video- bzw. Telefonkonferenz genutzt.

Inzwischen liegt das komplette Meinungsbild aus allen Teilen Niedersachsens vor. Danach ist die Mehrheit der Vereine für den Abbruch der Saison. Das hat der NFV in seiner neuesten Mitteilung offiziell bestätigt: Niedersachsens Fußballvereine haben sich mehrheitlich für einen Abbruch der derzeit wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Spielzeit 2019 / 2020 ausgesprochen, so NFV-Pressesprecher Manfred Finger auch gegenüber dieser Zeitung.

Das ergab die Umfrage, die von Sonnabend, 18. April, bis Mittwoch, 22. April, in allen 33 NFV-Kreisen vorgenommen wurde.

Von den rund 2600 Vereinen gaben 1649 ihre Stimme ab. Davon votierten 448 für den Vorschlag des NFV-Verbandsvorstandes, die Saison – soweit es die staatlichen Verfügungen zulassen – ab dem Zeitraum 15. August bis 1. September fortzusetzen. 1119 Klubs sprachen sich dagegen aus, 83 Klubs enthielten sich.

Im NFV-Kreis haben sich 47 Vereine und Spielgemeinschaften an der Umfrage – ein Großteil davon im Rahmen der angebotenen Video- bzw. Telefonkonferenz – aus dem Seniorenbereich beteiligt. Hiervon sprachen sich 33 für einen Saisonabbruch und nur 14 für das Weiterführen der Saison aus. Noch eindeutiger war das Votum aus dem Juniorenbereich des NFV-Kreises. Von 18 Vereinen und Spielgemeinschaften plädierten zwölf für den Saisonabbruch und nur sechs für das Fortführen der laufenden Spielzeit im Herbst oder später.

Auch der Nachbarkreis Göttingen-Osterode sprach sich in seiner per Mail vorgenommenen Umfrage für den Saisonabbruch aus. Kreisvorsitzender Hans-Dieter Dethlefs berichtete von der Teilnahme von 58 Vereinen aus seinem Kreisverband. Hiervon hatten sich 38 für den Saisonabbruch entschieden und nur 20 für das Weiterführen der aktuellen Saison zu einem späteren Zeitpunkt.

Der NFV dankt den Vereinen in allen Teilen des Landes für die Teilnahme und die Übermittlung der Informationen von der Basis. Nun gilt es wohl für die Verantwortlichen, die Situation unter dem Einbezug des Vereinsvotums noch einmal neu zu bewerten.

»Ich danke allen Vorstandskollegen und Vereinen für das in dem engen Zeitfenster erhobene Meinungsbild. Es gehört zur gegenseitigen Wertschätzung, unterschiedliche Interessen und Standpunkte auszutauschen und zu respektieren«, erklärte NFV-Präsident Gü̈nter Distelrath.

Die Erfahrungen, Eindrücke und Aussagen, die die Kreisvorsitzenden im direkten Austausch mit ihren Vereinen gesammelt haben, sowie die direkt in der Barsinghäuser NFV-Verwaltung eingegangenen Meinungen waren Gegenstand der telefonischen Verbandsvorstandssitzung am heutigen Nachmittag. Dabei zeigte sich, dass bei den Vereinen ein sehr heterogenes Meinungsbild mit einer Vielzahl von Vorschlägen und Szenarien vorherrscht. »Diese werden wir jetzt sortieren, intensiv erörtern und zu einer überschaubaren Anzahl von konkreten Vorschlägen zusammenfassen«, erklärte Distelrath. Dabei würde sich der Verband weiterhin an den behördlichen Entscheidungen orientieren. »Wir müssen sehen, welche Anordnungen für Niedersachsen wirksam werden. Diese berücksichtigen wir natürlich bei unseren Überlegungen«, sagte der NFV-Präsident.

Der NFV-Verbandsvorstand wird sich am Dienstag, 28. April, zu einem erneuten Austausch treffen, um über die weitere Vorgehensweise zu beraten.srd