Ironman Südafrika: Gefinisht in unter neun Stunden

Chris Lemke absolvierte Ironman in Südafrika | Qualifikation für Hawaii

Foto links: Die Tage vor dem Rennen nutzte der Einbecker Sportler, um sich auf die jeweiligen Strecken einzustimmen. Foto rechts: Ausgelaugt, aber froh war Chris Lemke, als er das Ziel vom Ironman Südafrika erreichte.

Einbeck. Völlig ausgelaugt, aber überaus glücklich war er im Ziel in Port Elizabeth. Chris Lemke absolvierte den Ironman Südafrika in Port Elizabeth in 8:59.59 Stunden. Er belegte damit den 36. Rang im Gesamtklassement, in seiner Altersklasse (AK40) wurde er Sechster. Damit erreichte er sein Traumziel, die Qualifikation für den Ironman in Hawaii. Zwischen fünf und zehn Sportler qualifizieren sich je »Age Group« für den Saisonhöhepunkt im Oktober. Mit seinem Resultat hat er es geschafft. Notfalls hätte er noch eine zweite Qualifizierungsmöglichkeit beim Ironman in Frankfurt gehabt. Doch braucht er sie nicht mehr, er hat das begehrte »Ticket« schon in der Tasche.

Europameisterschaft im Duathlon

Sukzessive baute er sich seine Form über den Winter auf, bestritt vor ein paar Wochen ein Rennen über die Halbdistanz auf Lanzarote. Dabei »lief« es gut. Kleinere Materialprobleme hatte er auf dem Fahrrad, die wurden anschließend vom »2Rad Haus« in Einbeck fachmännisch behoben. 2002 qualifizierte er sich schon einmal für Hawaii, konnte den Start aber nicht wahrnehmen. Dieses Jahr will er das Ticket »endlich« wahrnehmen.

Kaum zurück aus Südafrika steht am kommenden Wochenende schon der nächste Höhepunkt an, die Europameisterschaft im Duathlon (Laufen, Radfahren, Laufen) in Aachen. Im Mai sollen dann die Weltmeisterschaft in Dänemark folgen sowie im September das 24-Stunden-Rennen am Lake Tahoe in Amerika.
Sich immer wieder Herausforderungen zu stellen und sie erfolgreich zu meistern, erfordere große mentale Stärke. Sie helfe auch bei Rennen enorm, so Lemke. Wenn alles schmerze, sich weiter zu motivieren und anzuspornen, das zahle sich aus. Oft mache er am Ende noch viele Plätze gut.

Schwimmtraining mit Delfinen

Über das Abenteuer Südafrika könnte man fast einen Roman schreiben, so Lemke. Zuerst war ein negativer PCR-Test erforderlich, sonst hätte er nicht fliegen können. Ein positives Ergebnis wäre schrecklich gewesen und hätte alle Planungen zerstört, sagte der Einbecker.

Gut 30 Stunden dauerte die Anreise bis Port Elizabeth. Mehrere Flüge musste er nehmen und eine Nacht am Flughafen in Johannesburg verbringen, bevor es eine Anschlussverbindung zum Ziel gab. Das Hotel erreichte er vor der möglichen Check-In-Zeit und musste lange Zeit vor dem Gebäude warten. Durch einen glücklichen Zufall konnte er dann doch schneller einziehen, wurde aber gewarnt, nach 18 Uhr, obwohl es noch hell sei, besser nicht mehr die Umzäunung des Hotels zu verlassen.

Schwimmtrainings waren wegen Haigefahr nur zu bestimmten Zeiten möglich. Auch Wind und Wellen hatten es in sich, so dass er sich wie in einer Waschmaschine fühlte. Dafür kam er in den Genuss, erstmals mit Delfinen zu schwimmen. Radkilometer spulte er auf der Wettkampfstrecke ab, fuhr mit einigen Mitstreitern zusammen, wurde zum Familienbesuch in abseits gelegenem Areal von heimischen Sportlern eingeladen, verbrachte Zeit mit Zebras am Wegesrand, absolvierte Pausen umringt von Affen oder musste Laufparts unterbrechen, um Autogramme zu geben.

»Windy City« bot heftige Wetterbedingungen

Mehrere Tage bereitete er sich vor Ort auf den Start vor, die Wetterbedingungen waren nicht leicht. Port Elizabeth hat den Spitznamen »The Windy City«. Mit Wetterkapriolen ist stets zu rechnen. Wegen starker Brandung, Regen und geringer Wassertemperatur fiel für die meisten Athleten das Schwimmen aus. Die Altersklassen-Sportler absolvierten »nur« 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen. Die Wetterbedingungen waren so heftig, dass Lemke völlig kaputt, ausgebrannt und fertig im Ziel ankam. Über das Ergebnis war glücklich, die ersehnte Qualifikation, um im Oktober auf Hawaii starten zu können.mru