Rollkunstlaufen

RSV gewinnt Weltmeisterschaft

Vor 20 Jahren war das »Dream Team« erstmals siegreich | Große Freude bei Sportlern und Trainern

Die Sportler des RSV Einbeck gewannen mit ihren Kollegen vom »Dream Team« souverän die Weltmeisterschaft in Barcelona, worüber sich auch Trainerin Annette Ziegenhagen-Gielnik freute.

Das ist etwas Besonderes für Einbeck – das »Dream Team« des RSV Einbeck mit Trainerin Annette Ziegenhagen-Gielnik gewann am vergangenen Donnerstag in Barcelona überzeugend die Weltmeisterschaft. Die Einbecker errangen die künstlerische Goldmedaille im Palau Sant Jordi in Barcelona, wo die World Roller Games in diesem Jahr ausgetragen wurden.

Einbeck/Barcelona. 1999 – vor genau 20 Jahren – gewann die Rollkunstlauf-Formation »Dream Team« ihren ersten Weltmeistertitel im Formationslaufen. Zehn Jahre später bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land holte die Mannschaft sich wieder Gold. Erneut zehn Jahre später folgte der dritte Titel für das »Dream Team« mit dem Gewinn des Weltmeistertitels bei den World Roller Games in Barcelona. Damit konnte die Gruppe nach den Siegen beim World Cup Ende 2018 und den Europameisterschaften im Mai alle internationalen Wettbewerbe seit Einführung des neuen Wertungssystems für sich entscheiden und setzte sich deutlich an die Weltspitze.

Artistic beziehungsweise Rollkunstlaufen war im Rahmen der World Roller Games eine von elf Disziplinen. In verschiedensten Hallen und Stätten in ganz Barcelona standen unter anderem auch Inline Hockey, Skateboarding und Scooter auf dem Programm. Die Atmosphäre einer solchen Großveranstaltung mit rund 4.500 Sportlern aus aller Welt war für das Team etwas ganz Besonderes.

Der Traum, nach dem World Cup und dem Europameistertitel nun auch WM-Gold zu holen, war in den Köpfen der Läufer fest verankert. So stark aufgestellt wie in diesem Jahr war das »Dream Team« lange nicht mehr. 21 Teammitglieder umfasste der Kader, der mit Trainerin Annette Ziegenhagen-Gielnik und Choreograf Gert Hoffmann angereist war.

Nach intensiver Vorbereitung in den vergangenen Wochen und Monaten absolvierte die Mannschaft zusätzlich vier Trainingseinheiten vor Ort, um sich auf den Wettbewerb einzustimmen. Auch an die extremen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit in Barcelona mussten sich die Läufer dabei bestmöglich schnell gewöhnen. Das Kürprogramm wurde bis ins kleinste Detail abgestimmt, Laufwege perfektioniert sowie Arm- und Kopfbewegungen präzisiert.

Bereits am Tag vor dem Wettbewerb fand das offizielle Training in der Wettkampfhalle statt. Die riesige Arena Palau Sant Jordi auf dem ehemaligen Olympiagelände imponierte den Sportlern. Dennoch absolvierte das Team das Training fokussiert, passte das Programm der Lauffläche an und verließ nach 20 Minuten mit einem guten Gefühl die Bahn.

Am Wettkampftag ging es noch einmal für eine Stunde auf die Trainingsfläche, im Anschluss starteten die Vorbereitungen für den Lauf am Abend. Dem »Dream Team« wurde die siebte und damit letzte Startnummer zugelost. So betraten die Läufer nach den »Roller Dreams« aus Argentinien, dem Vizeweltmeister von 2018, die Fläche. Vom ersten Moment an waren die Spannung und der Ehrgeiz aller Sportler spürbar. Ihr Programm zum Thema »Battlecry« mit Musiken der Band »Two steps from hell« setzte das Team präzise, dynamisch und technisch auf höchstem Niveau um. Kreis-, Linien- und Blockelemente liefen flüssig und sauber. Alle 16 Läufer präsentierten sich ausdrucksstark sowie selbstsicher, und sie zeigten eine mitreißende und vor allem sturzfreie Kür. Nach viereinhalb Minuten endete die Gruppe unter tosendem Applaus mit dem Schlussbild.

Glücklich über die herausragende Leistung, aber dennoch angespannt, warteten Läufer, Trainer und Fans anschließend auf die Wertung. Als diese kam und der Gewinn des Weltmeistertitels feststand, fiel sich das Team unter Freudentränen in die Arme. Mit 61,46 Punkten siegte das »Dream Team« überlegen vor den »Roller Dreams« aus Argentinien (52,67 Punkte) und dem »Team Albinea« aus Italien (46,40 Punkte). Die Siegerehrung mit der Überreichung der Goldmedaillen und der deutschen Nationalhymne bildeten den emotionalen Höhepunkt der Weltmeisterschaft.

Nach zwei freien Wochenenden, die dem Team nun bleiben, um diesen Erfolg zu realisieren, geht es für sie noch einmal ins Training. Den Saisonabschluss bilden die Deutschen Meisterschaften in Ober-Ramstadt Anfang August. Hier präsentiert das »Dream Team« ein letztes Mal sein Programm »Battlecry«, bevor im Herbst der aufwändige Küraufbau für die neue Saison beginnt.

Das Einbecker Dream Team startete mit: Joana van Bettenhausen, Corinna Kees, Julie Kretzschmar, Hendrik Kulle, Chantal Maertens, Mareike Tatje, Anneke Riemenschneider, Kira Gilster, Alena Riemenschneider, Laura Much, Lena Spellerberg, Antonia Synold, Lea Sundmacher, Merle Werner, Josephine Doil, Melina Kreter, Amelie Köhler, Lea Kölpin, Laura Schaefer und Barbara Ossege.oh

Lokalsport

Dassenser Leichtathletin Felina Kerl erfolgreich