Schiedsrichter-Karriere endete vor 20 Jahren

Thomas Borchert aus Einbeck hatte Einsätze für DFB, UEFA und FIFA

Thomas Borchert (links) freute sich, dass seine Schiedsrichterkollegin und heutige Bundesligaschiedsrichterin Bibiana Steinhaus sich bereiterklärt hatte, sein Abschiedsspiel zu leiten.

Einbeck. Vor 20 Jahren endete die Schiedsrichter-Karriere des damals 39-jährigen Thomas Borchert aus Einbeck. Zu seinem Abschiedsspiel kamen viele Personen. Die Sportredaktion der Einbecker Morgenpost schaut noch einmal auf die Zeit zurück, in der Borchert aktiv war. Bekannt wurde er durch seine Einsätze als Schiedsrichter auf nationaler und internationaler Ebene. Der Einbecker hörte 2000 auf und hängte »seine Pfeife an den Nagel«. Borchert sagte, dass es auch noch andere Dinge im Leben gäbe – seine Familie mit seinen vier Mädchen verlange ebenfalls nach ihrem Vater.

25 Jahre war Borchert aktiv als Schiedsrichter unterwegs und hatte auch für den Kreis Goslar gepfiffen. In der Zeit habe er – wie er selbst sagt – so ziemlich alles miterlebt. Er kannte sich auf internationaler Ebene und in den größten Stadien der Welt aus. Es war nicht immer leicht für ihn, denn als Schiedsrichter steht man oft in der Kritik. Dennoch habe es ihm viel Spaß bereitet.

Nach seinem letzten Einsatz im Juli 2000 betonte er gegenüber der Einbecker Morgenpost, dass es ihm schon mit 30 Jahren gelungen sei, den Sprung in die Regionalliga (1992/93) zu schaffen. Dort absolvierte er 63 Einsätze. Hinzu kamen noch 22 in der Oberliga. Der nächste Sprung erfolgte 1995/96. 27 Mal war er in der Zweiten Bundesliga als Linienrichter aktiv. Der DFB berief ihn in der Saison 1996/97 in die Erste Bundesliga. Dort absolvierte er bis zum Ende seiner Laufbahn 25 Einsätze an der Seitenlinie.

Doch das war noch nicht der Höhepunkt für den sympathischen Schiedsrichter aus Einbeck: Fünf Mal stand er in einem DFB-Pokalspiel an der Seitenlinie, hinzu kamen noch vier Einsätze bei UEFA- oder FIFA-Spielen. Sein größtes Erlebnis war ein Länderspiel in Brüssel zwischen Belgien und Norwegen sowie Spiele in der Türkei zwischen Besiktas Instanbul und Oslo IF ­­oder in Spanien zwischen Real Madrid und Molde (Belgien). Vorbild im Schiedsrichter­wesen war für Borchert Hans-Jürgen Kasper aus Lindau, den er sehr schätzte. Leider verstarb Kasper früh.

Im Austausch war er auch mit Michael Weiner. Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter ist der neue Leiter der Polizeiinspektion Northeim.

Sein Abschiedsspiel fand im Juli 2000 auf dem Vardeilser Sportplatz statt. Dazu hatte er Schiedsrichter aus dem Kreis, Bezirk und Bundesliga eingeladen, um gegen eine Freundesmannschaft zu spielen.

Die Sportredaktion der Einbecker Morgenpost war damals dabei und man konnte sagen: »Sie kamen alle, denn sie wollten mit ihrem Thomas noch einmal zusammen sein und sehen, wie er als ehemaliger Schiedsrichter mit dem Ball umgehen kann.« Das Spiel leitete die heutige Bundesligaschiedsrichterin Bibiana Steinhaus aus Bad Lauterberg, die damals schon Spiele in der Oberliga führte. Das Ergebnis war nur Nebensache, alle Beteiligten wollten Borchert nach 25 Jahren als Schiedsrichter einen würdigen Abschied bereiten.pk