Armin Ristau seit 50 Jahren im Beruf

»Zufrieden in den Ruhestand« | Sturmschäden im vergangenen halben Jahr aufgearbeitet

Armin Ristau, Leiter der Revierförsterei Sievershausen – hier mit Hündin Bessie – wechselt zum ­August in den Ruhestand.

Nach 50 Jahren ist Schluss – zum August wechselt der Leiter der Revierförsterei Sievers­hausen, Armin Ristau, in den Ruhestand. Der dann 66-Jährige, der seine Amtszeit wegen der Aufarbeitung des Sturmtiefs »Friedrike« um ein halbes Jahr verlängert hat, geht »zufrieden in den Ruhestand«, hofft aber, seine vielen Ideen noch in den kommenden Jahren umsetzen zu können.

Sieverhausen. Armin Ristau wurde in Altenau/Oberharz geboren, sein Elternhaus stand unmittelbar am Waldrand. Schon früh erwachte sein Berufswunsch. Die Natur fasziniert ihn seit jeher, und so zog er bereits in jungen Jahren auch mit dem Fotoapparat los: »Ein Foto von mir hat es damals, als ich Schüler war, schon in die Oberharzer Zeitung geschafft.« Die Vorliebe fürs Fotografieren blieb, ebenso fürs Schreiben. Im Rahmen seiner Ausbildung lernte er Harz, Hils und Solling kennen, seine erste Stelle trat er in Duingen an. 20 Jahre später, 1994, kam er als Revierförster nach Sievershausen.

Das Schöne am Beruf

Eigenverantwortliches Handeln und das Treffen von Entscheidungen seien ihm immer leicht gefallen, erklärt er. Er hat Spaß am Recherchieren, vertieft sich gern in Themen. Seine Fachkenntnis wird allseits geschätzt. Kinder und Jugendliche »an die Natur heranzuführen«, lag ihm besonders am Herzen, und so verweist er auf die früheren Waldjugendspiele, Veranstaltungen mit dem Schullandheim oder im Rahmen des Ferienpasses. »Der Wald ist bunter und artenreicher geworden«, freut sich Ristau, der in seiner Försterei viele Buchen pflanzen ließ. »Jetzt blüht gerade alles so schön am Waldes- und Wegerand« – Waldweidenröschen, Wasserdost oder Fingerhut und Fuchskreuzkraut. Waldentwicklung ist ein langsames Geschäft, und Ristau hofft, dass seine Nachfolger von seiner Arbeit profitieren und auch die notwendige Geduld mitbringen.

Ein Schwerpunkt: die Renaturierung

»Hand in Hand« hat er versucht, mit allen zu arbeiten. Wichtig war ihm die wohnortnahe Bereitstellung von Brennholz und Nutzholz für die holzverarbeitenden Unternehmen. Besonders am Herzen lagen ihm die Pflege der historischen Eichenalleen und die Renaturierung der fast verschwundenen Moore Heidelbeer-, Küken-, Hassel und Friedrichshäuser Bruch. Wichtig war ihm bei seiner Arbeit vor allem fundiertes Wissen um das, was er tut. Gerade Anfang des Jahres wurde die Sievershäuser Revierförsterei neu zugeschnitten, um Teile der Abbecke erweitert und um Teile in Richtung Mackensen vekleinert. Das Sturmtief »Friederike« am 18. Januar hat die Försterei hart getroffen: Insgesamt rund 23.000 Festmeter – bei »Kyrill« waren es nur etwa 20.000 Festmeter – mussten aus dem Wald entfernt werden. »Das war richtig arbeitsintensiv«, weiß Ristau. Nun ist alles, was die Holzaufarbeitung betraf, erledigt.

Lieblingsplatz »Märchenwald«

Nach mittlerweile fünf Jahrzehnten im Wald und mehr als 20 Jahren davon in Sievershausen ist es das Friedrichshäuser Bruch, das es Ristau besonders angetan hat. Im »Märchenwald von Sievershausen« finden sich »wunderbare Baumgestalten«. Seit 1928 ist das Gebiet unbewirtschaftet. »Hier kann man die Kraft der Natur spüren.«

Freude im Beruf und weiteres Engagement

»Dass es keinen schweren Arbeitsunfall gab«, darüber ist der Forstamtmann froh. Dankbar ist er ebenso, dass ihn kein Waldbrand um die Früchte seiner Arbeit betrogen hat. Armin Ristau ist einer, der sich nicht nur bei der Arbeit, sondern auch in der Gesellschaft und im dörflichen Leben engagiert einsetzt – beispielsweise in der Politik, beim ­Sollingverein, für den Wichtelpfad oder auch bei der Organisation von Meilerfesten.

Ärgerliche Müllentsorgung

llegale Müllentsorgung im Wald ärgert den engagierten Förster sehr. Zwar werde mittlerweile weniger Sperrmüll abgeladen, aber gerade »da bin ich hinterher«, ebenso wie bei dem Entladen von Grünabfall im Wald.
Weitere Pläne nach der Arbeitsphase

Kurz vor dem Ruhestand freut sich Armin Ristau einerseits: Er kann »entschleunigen«, sich Zeit nehmen für das, was zu kurz gekommen ist – Familie, Haus und Garten. Er hat noch einen Koffer voller Ideen für den Wichtelpfad. Schade findet er es allerdings, dass er nicht mehr entscheidender Teil des von ihm aufgebauten Netzwerks sein wird.

Kompetenter Ansprechpartner wird der Ruheständler bleiben – sei es im forstlichen Bereich, in der Fotografie oder als Vereinsvertreter. Für den Bund Deutscher Forstleute wird er weiterhin Artikel verfassen und fotografieren, um den Ruhewald wird er sich auch kümmern. Nicht zuletzt hofft der ­passionierte Sammler, dass das, was er zu­sammengetragen hat, von Nutzen ist für andere – in beruflicher und privater Hinsicht.sts

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