Winterhart, trocken- und hitzeverträglich

Pflanzenporträt: Die Blasenesche ist besonders wertvoll als Insektenweide

Während die Blätter spätestens nach dem ersten Frost zu Boden fallen, bleiben die kleinen Lampions noch lange an den Zweigen hängen.

Dassel. »Da fehlen ja nur noch die Lichterketten!« Beim Anblick zahlreicher kleiner Lampions an den Zweigen eines Baumes kann man schon mal auf diesen Gedanken kommen. Doch sind die eigenwillig geformten Früchte nicht die einzige Attraktion der Blasenesche. Besonders wertvoll ist sie als Insektenweide, weil sie während der eher blütenarmen Zeit von Juni bis August Nektar und Pollen in ihren gelben Blüten anbietet.

Letztere sind in lockeren, vielblütigen, aufrechten Rispen angeordnet, die auf Bienen & Co. eine magische Anziehungskraft ausüben. Nach erfolgreicher Bestäubung entwickeln sich knapp fünf Zentimeter große, dreikantige, spitz zulaufende, blasig aufgetriebene Kapseln, die zunächst grün sind und später schokoladenbraun werden.

Sie enthalten jeweils drei erbsengroße, schwarze Samen. Die Form der Früchte liefert eine Erklärung für den ersten Teil des deutschen Artnamens. Der zweite Teil erweist sich als irreführend, denn mit der Gemeinen Esche ist die Blasenesche keineswegs verwandt, obwohl man das bei oberflächlicher Betrachtung der Blätter, die bei beiden Arten gefiedert sind, vermuten könnte.

Doch die Blasenesche gehört zur Pflanzenfamilie der Seifenbaumgewächse, die Gemeine Esche zur Familie der Ölbaumgewächse. Elegant umschiffen lässt sich verwirrende deutsche Namensgebung mit der ebenfalls gebräuchlichen Bezeichnung »Blasenbaum«.

Bei Botanikern heißt die Art unmissverständlich Koelreuteria paniculata. Mit dem Gattungsnamen wird Joseph Gottlieb Kölreuter (1733 – 1806) geehrt. Er war Professor der Naturgeschichte und Direktor der Marktgräflichen Gärten in Karlsruhe. Seinen experimentellen Untersuchungen sind bahnbrechende Erkenntnisse zum Bestäubungsvorgang zu verdanken. Der lateinische Begriff paniculus (büschelig) bezieht sich auf den rispigen Blütenstand.

Als wenn die attraktiven Blüten und die wie aufgeblasen wirkenden Früchten nicht schon genug Aufmerksamkeit auf sich zögen, wartet der Blasenbaum im Herbst mit einem spektakulären Schauspiel auf, wenn sich seine Blätter orangegelb bis orangerot färben. Während sie spätestens nach dem ersten Frost zu Boden fallen, bleiben die kleinen Lampions noch lange an den Zweigen hängen. Beheimatet ist der Blasenbaum in Nordchina.

Der Jesuitenpater und Botaniker d’Incarville brachte ihn um 1750 nach Paris und kultivierte ihn im »Jardin des Plantes«. Bei seinen vielen Vorzügen dauerte es nicht lange, bis er in ganz Europa als Ziergehölz Einzug in Parkanlagen und große Gärten hielt. Während der Blasenbaum in seiner Heimat bis zu zwanzig Meter groß werden kann, erreicht er in hiesigen Breiten eine Höhe von maximal sechs bis acht Metern.

Er ist nicht nur winterhart, sondern zugleich hitze- und trockenheitsverträglich, pflegeleicht und kaum anfällig für Krankheiten. Ein sonniger Standort und ein gut durchlässiger Boden schaffen die Voraussetzungen für einen perfekten Wuchs. Die Schönheit der malerischen Krone kommt besonders im Winter gut zur Geltung. Seinem Ruf als »Vierjahresbaum« wird die Blasenesche gerecht, wenn im Frühjahr die roten Knospen die Baumkrone in einen rötlich schimmernden Mantel hüllen. Was sind dagegen schon Lichterketten?im