»Coronaimpfstoffsuppe« soll gesund machen

Vorschulkinder der KiTa Lauenberg werden im Wald betreut | Kinder und Eltern begeistert

Lauenberg. Da entstehen Wald-Mobiles, es wird ein Anti-Corona-Trank und eine Dino-Gift-Suppe gebraut, im Naturführer geblättert, ein Waldsofa und eine Brücke gebaut: Die Vorschulkinder des Kindergartens Lauenberg entdecken den Wald. Nach der Verordnung des Landes Niedersachsen können seit 8. Mai die Vorschulkinder, getrennt von der Notgruppenbetreuung aufgenommen werden. Die KiTa Lauenberg hat ein eigenes Konzept entwickelt: Die 15 Vorschulkinder, die bereits im Rahmen des Würzburger Trainingsprogramms in zwei Gruppen eingeteilt worden waren, gehen in den Wald. Die Gold- und die Edelsteingruppe können – dank der freundlichen Genehmigung des Dasseler Forstamtsleiters, Thomas Reu­lecke, und des Ortsrates – täglich vormittags neue Erfahrung auf dem Jugendzeltplatz und den Wakebornwiesen machen. Und das macht den Kindern großen Spaß, wie sie sagen.

Vier Mitarbeiterinnen der KiTa bereiten sich täglich auf die besondere Betreuungsform vor. Schon in den vergangenen Jahren haben sich alle Mitarbeiter in der Waldpädagogik kontinuierlich weitergebildet, unterstreicht Kindergartenleiterin Rita Hoppert. Denn nicht nur zu Corona-Zeiten, sondern auch im Normalbetrieb finden wöchentliche Waldtage statt.

Das pädagogische Personal hat sich zum Ziel gesetzt, auch in dieser Zeit nach dem Niedersächsischen Bildungsplan zu arbeiten – spielerisch, bedürfnisorientiert sei das im Wald sehr gut umsetzbar, sagt Hoppert. Besonders auffällig sei, dass sich die Kinder gegenseitig für Neues begeistern und ein gutes Miteinander zu beobachten sei. Die Hygieneregeln sind den Kindern bekannt und werden bei den Waldplätzen selbstverständlich umgesetzt.

Für das pädagogische Personal ist Präven­tionsarbeit ein wichtiger Aspekt, auch aus ökologischer Sicht. Im Wald können die Kinder eine andere Sichtweise und ein neues Verhalten gegenüber der Natur entwickeln. Die Vorschulkinder kommen morgens hochmotiviert, mit gepacktem Rucksack im Dorfgemeinschaftshaus in Lauenberg an. Dort wird zunächst das Würzburger Trainingsprogramm in Kleingruppen durchgeführt, bevor es gegen 9 Uhr in den Wald geht. Schon der Weg zum Ziel bietet Interessantes zu entdecken – eine Schnecke im Gras, verschiedene Gräser, Baumrinde oder Waldarbeiter, die Holz schneiden – vermeintliche Kleinigkeiten ziehen die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich und wecken Neugier.

Am Waldplatz können sich die Kinder zwischen dem freien Spiel und bedürfnisorientierten Angeboten entscheiden. So wurde auch schon eine »Coronaimpfstoffsuppe« gekocht. »dann sind wir alle gesund«.

Auch die Eltern sind dankbar und begeistert, dass ihre Kinder diese Betreuungsform zum Abschluss der Kindergartenzeit wahrnehmen können. Ein Kind berichtete zuhause, dass im Wald gar kein Spielzeug ist. Daraufhin der Vater: »Das ist auch gut so, du hast sowieso zuviel da­von.« Bis zum Ende der Kindergartenzeit haben die Mitarbeiterinnen noch einige Überraschungen geplant, die bei weiteren Lockerungen der Verordnung umgesetzt werden können.
Kindergartenleiterin Hoppert bedankt sich beim Forstamt Dassel, dem Ortsrat, der Stadt, den Eltern und den Mitarbeiterinnen für die Unterstützung und den Einsatz zum Umsetzung des Projekts.sts