»Der erste Abend war gut«

Französische Schüler aus Le Mans zu Gast an der Paul-Gerhardt-Schule

Deutsche und französische Gastschüler wurden von Bürgermeister Gerhard Melching empfangen.

Dassel. Am Mittwochabend sind 35 Schüler des Collège Roger Vercel aus Le Mans an der Paul-Gerhardt-Schule angekommen, und am Freitagmorgen beim Gang zum Empfang beim Bürgermeister freuten sie sich über Schnee­flocken. Bis zum 18. Dezember werden die franzö­sischen Gäste bei ihren Gastfamilien deutsche Lebensart kennenlernen.

Während ihres Aufenthalts werden die Schüler mit iPads an einem digitalen Kochbuch für deutsche und französische Weihnachtsspezialitäten arbeiten, erklärte Lehrer Oliver Sassin. Außerdem werden sie einen Ausflug in die Autostadt beziehungsweise ins Phaeno in Wolfsburg unter­nehmen, in Göttingen eine Stadt­führung in französischer Sprache erleben, zusammen schwimmen gehen und den Weihnachtsmarkt besuchen. Das Wochenende verbringen die Schüler in ihren Gastfamilien, am Ende werden sie mit einer Abschlussparty verabschiedet.

In französischer Sprache hieß Bürgermeister Gerhard Melching die Gäste willkommen. Er forderte sie auf, sich ins Gästebuch der Stadt einzutragen und gab ihnen ein Informationsbuch über Dassel an die Hand. Er stellte die Stadt vor und wies auf die Herausforderungen hin, die angesichts der demographischen Entwicklung und geringerer Finanzmittel von der Stadt zu stemmen seien. Schließlich sollen alle Institutionen für die Bürger erhalten werden.

Besonders ging Melching auf die Entwicklung in Europa ein. Ihm macht es Angst, dass der Nationalismus im Europa Raum greife. Traurig sei, dass nur diskutiert wurde, wie Großbritannien die EU verlasse. Melching hätte sich bei der Frage mehr Engagement aus Europa erwartet. Denn Europa bedeute seit vielen Jahren Stabilität und Frieden.

Gut sei es, dass sich die Jugend für den ­Klimaschutz einsetze. Er hoffte allerdings, dass das Problem evolutionär, nicht revolutionär gelöst werde. Denn der Abbau von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie und der schwächelnde Maschinenbau seien nicht gut. Nationalismus und weniger Demokratie bedeuteten Gefahr für die Gesellschaft.

Die Schüler rief er auf, die freien Grenzen sowie den Austausch zu genießen. Und er appellierte an sie, dem Nationalismus keinen Raum zu geben.
Die französischen Schüler bedankten sich für den Empfang und sagten, dass Dassel eine schöne Stadt sei. Sie haben 1.000 Kilometer Anreise und 15 Stunden Fahrt auf sich genommen, um hierher zu kommen. »Der erste Abend in den Familien war gut«, stellten sie fest.

Im Mai 2020 werden die Dasseler Schüler aus der 9b und dem zehnten Jahrgang zum Gegenbesuch in Le Mans erwartet.sts

Dassel

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