Ehrenamtliche Arbeit hat ein Dankeschön verdient

Erstmals Tag des Ehrenamtes in Dassel / Bürgermeister würdigt diejenigen, die sich im Stillen für die Allgemeinheit einsetzen

Das Helfen für die Gemeinschaft in Dassel ist vielfältig – das konnte Bürgermeister Gerhard Melching nun beim ersten Tag der Ehrenamtlichen feststellen. Der Rat der Stadt Dassel hatte sich einstimmig dafür ausgesprochen, Ehrenamtliche, die nicht immer in der Öffentlichkeit stehen, sondern auch gerade im Stillen ihre Arbeit zum Wohl der Allgemeinheit leisten, zum Tag der Ehrenamtlichen einzuladen.

Dassel. Neun Personen wurden ausgewählt, acht davon wurden beim Tag der Ehrenamtlichen im Dasseler Ratskeller mit einer Urkunde ausgezeichnet: Uwe Jahns, Gudrun Wollenweber (fehlte), Helmut Waßmann, Willi Schoppe, Horst Lichte, Mathias Nolte, Wilfried Ohlendorf, Karl-Hermann Bentrup und Berthold Spieker. Der Tag der Ehrenamtlichen soll künftig an jedem letzen Freitag im September stattfinden. Dabei wisse man, dass die Feierstunde nur ein symbolischer Akt sein könne. Als Lohn sei vielmehr die Wirkung der guten Tat anzusehen, so Melching.
Der Bürgermeister stellte fest, dass es schwieriger geworden sei, ehrenamtlich tätig zu sein. »Andere könnten sowieso alles besser, aber rühren keinen Finger.« Die Geehrten aber seien rührig, weil sie sich der Gesellschaft verpflichtet fühlten. Sie wüssten, dass das Engagement für die Gemeinschaft den Zusammenhalt stärke, Sicherheit und Freude bringe. »Ehrenamtliche Arbeit macht auch Spaß und gibt Erfüllung.« Die Geehrten hätten etwas aus eigenem Antrieb geleistet, lobte Melching. Und manch Bürger staune, dass manche Arbeiten nur ausgeführt werden könnten, weil es diese Freiwilligen gebe.

Melching ist froh, dass es in Dassel so viele Menschen gibt, die ihren Ort, ihren Verein oder einen besonderen Platz so lieben, dass sie einfach anpacken und Gutes tun. »Ohne ehrenamtliche Arbeit wäre das Angesicht der Stadt Dassel nicht mehr so schön und lebenswert.« Jeder, der sich ein bisschen engagiere, habe ein Dankeschön verdient, so Melching weiter. Die Auswahl aus den vielen Vorschlägen ist der Auswahlkommission nicht leicht gefallen:
Uwe Jahns aus Markoldendorf engagiert sich seit mehr als zehn Jahren als Vorsitzender des Fördervereins des Freibades Markoldendorf. Ohne seinen Einsatz wäre das Bad bereits geschlossen. Die Finanzmisere der Stadt und die damit zusammenhängende Bedrohung für das Markoldendorfer Freibad hat Jahns  vor Jahren veranlasst, sich um den Erhalt des Bades zu bemühen. Mittlerweile zählt der Förderverein mehr als 400 Mitglieder, darunter mehr als 100 Aktive. »Es ist befriedigend, wenn man sieht, dass es weiter geht und vieles besser geworden ist«, stellte Jahns fest.
Seit mehr als 20 Jahren leitet Gudrun Wollenweber den Spielmannszug Amelsen, der zum Sportverein gehört. Der Zug setzt sich aus 40 Mitgliedern im Alter von sechs bis 40 Jahren zusammen. Sein Repertoire reicht von der klassischen Marschmusik über moderne Schlager bis hin zu volkstümlichen Weisen. Der Spielmannszug tritt im Dasseler Bereich und auf Kreisebene auf. Nötig sind dafür viele Übungsstunden, beispielsweise in der musikalischen Früherziehung oder auch den Anfängergruppen. Unterstützt wird die Leiterin Gudrun Wollenweber von einigen Mitgliedern. Für das musikalische Niveau stehen gute Platzierungen  bei Niedersächsischen und Deutschen Turnfesten. Im Spielmannszug herrscht ein gutes Zusammengehörigkeitsgefühl, hieß es weiter.

Helmut Waßmann ist seit Jahrzehnten in Hoppensen Ansprachpartner für alle anfallenden Arbeiten in der Ortschaft. Insbesondere in den letzten zehn Jahren ist er täglich im Eichengrund, am Dorfgemeinschaftshaus, auf dem Friedhof oder anderswo im Ort damit beschäftigt, zu pflegen, hegen und instand zu halten. Insbesondere der Eichengrund und die dazugehörige Grünanlage sind dank der liebevollen Pflegearbeiten eine Augenweide für jeden Besucher. Sein vorbildlicher Beitrag zum Erhalt der örtlichen und städtischen Einrichtungen verdient Dank und Anerkennung.
Weit über das normale Maß hinaus hat sich Willi Schoppe aus Lauenberg für die Umsetzung der naturnahen Spiel- und Bewegungslandschaft  in Lauenberg eingesetzt. Die Vorgaben wurden von ihm im technischen Teil gedanklich vorentwickelt und bei der Arbeitsausführung vorbildlich auf den Weg gebracht. Auch während der Bauphase hat er das Projekt immer vorangetrieben, bis zur Fertigstellung. Er betonte, dass ihm die Arbeit »100prozentig Spaß« gemacht habe.

Horst Lichte aus Lauenberg engagiert sich seit mehreren Jahren bei der Pflege der Anlagen am Burghals. Von ihm wird das Wegenetz gepflegt, es werden Geländer erstellt und gestrichen und die Schutzhütte betreut. Weiterhin kümmert er sich um die Pflege der  gesamten Anlage, in dem er Büsche zurückschneidet, Bäume pflanzt und Abfall entsorgt. Die Anlage am Burghals ist dank seines Engagements zu einem Schmuckstück geworden. Und wie er feststellte, muss ja auch auf dem Weg in die Grafschaft das Denkmal in Lauenberg zu sehen sein.
Mathias Nolte betreut für den Verkehrsverein den Badesee bei Baumaßnahmen, Pflege und Technik im gesamten Bereich sowie bei der Betreuung des Wasserkreislaufes. Ohne sein Engagement wäre der Betrieb des Badesees nicht möglich. Seine Tätigkeit verrichtet er »immer wieder gerne«. Wilfried Ohlendorf ist für den Lauenberger Schützenverein seit 30 Jahren all Fachwart tätig. Auch in der Jugendarbeit ist er aktiv.

Karl-Hermann Bentrup gründete 1973 zusammen mit weiteren sportbegeisterten Männern den SV »Blau-Weiß« Mackensen. Er blieb 38 Jahre lang der Vorsitzende des Vereins. Erst als er sich in diesem Jahr aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl stellte, wurde ein Nachfolger bestimmt. Bentrup  hat vielmehr seine gesamte Freizeit und seine ganze Energie dem Aufbau des Sportvereins gewidmet. 1980 wurde zudem ein Sportplatz erstellt, und Bentrup betrieb die Planungen für das heutige Sporthaus. 1999 wurde es eingeweiht. Karl-Hermann Bentrup hat ein wohl bestelltes Vereins-Haus hinterlassen. Er hat es geschafft, einen gesunden, leistungsfähigen Sportverein zu etablieren und seinen Fortbestand gesichert. Bentrup bedankte sich für die Unterstützung während seiner Tätigkeit.
Berthold Spieker aus Wellersen ist seit 1990 Vorsitzender des Männergesangvereins, der in diesem Jahr sein 120-jähriges Bestehen feiern kann. Davor war er stellvertretender Vorsitzender und ist damit seit Jahrzehnten in ehrenamtlicher Tätigkeit. Seit 25 Jahren führt der MGV ununterbrochen einen Kulturabend durch. Diese Kulturabende waren immer gut besucht. Neben diesem Kulturabend ist der MGV auch für die Durchführung der Altenweihnachtsfeier verantwortlich. Auch hier hat es Spieker verstanden, unterschiedliche Musikgruppen zu gewinnen. Darüber hinaus setzt sich Spieker in Zusammenarbeit mit den Vereinen und unter hohem persönlichen Aufwand für die Belange des Ortes ein, er hat viel für das gute Aussehen des Ortsbildes getan. Daneben war er aktiv in den unterschiedlichsten Funktionen, beispielsweise im Kirchenvorstand oder Kirchenkreis und als Fleischbeschauer. Man dürfe, stellte er fest, »nicht gleich Nein sagen«.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier durch ansprechende Musik von Marlena Schönberner und Jan Stahlmann, die eigene Songs, von Silbermond und Oasis auf die Bühne brachten.sts