Gespannt auf die neue Aufgabe

Schulpastor Torsten-Wilhelm Wiegmann wechselt nach Friedland und wird Lagerpastor

Dassel. Mit 55 Jahren wollte er Neues ausprobieren, begründet Wiegmann den Schritt, zudem war die Funktionsstelle des Schulpastors eh auf sechs Jahre befristet. Aus seiner vierjährigen Zeit an der Paul-Gerhardt-Schule nimmt er viel mit: Vor allem beeindruckt habe ihn das Teamwork, sagt er, »wo ich Unterstützung brauchte, habe ich sie erfahren«. Beispiel sind die durch Corona-Zeiten entstandenen Video-Andachten. Die Unterstützung, ist er sicher, werde er sehr vermissen.

Videoandacht zum Schuljahresende

Dankbar ist er auch, dass er vier Jahre lang junge Menschen begleiten konnte. Es sei ein »Geschenk« zu sehen, wie sie sich in den wichtigen Jahren des Heranwachsens entwickelten. Und gerne wird er sich auch an die Schulanfangs- und -endgottesdienste erinnern – mit 800 Schülern auf dem schönen Gelände der Paul-Gerhardt-Schule. In diesem Jahr gibt es eine Videoandacht zum Jahresschluss, die sich alle Klassen ansehen. Zurzeit der Corona-Pandemie hat er begonnen, auf der Startseite der Homepage der PGS »Mini-Andachten« online zu stellen. Auf diese Impulse hat er viele positive Rückmeldungen erfahren und dabei nicht nur Schüler, sondern auch Eltern und Lehrer erreicht. Corona hat ihn aber auch gelehrt: »An leibhaftiger Bildung führt kein Weg vorbei«, auch wenn er erfahren hat, wie digitale Medien helfen können.

Atmosphäre der Sicherheit und Offenheit

Wiegmann freut sich und ist »sehr gespannt« auf seine neue Aufgabe. »Gerade hier wird für mich das diakonische Profil sichtbar, das uns als Kirche ausmacht. In der Ortsgemeinde feiern wir miteinander Gottesdienst, in der Schule sind wir als Lernende gemeinsam unterwegs, im Lager Friedland wie in allen Einrichtungen der Diakonie sind wir füreinander da. Diese drei Bereiche zusammen zeigen, was Kirche ist. Und nachdem ich schon in der Ortsgemeinde und in der Schule arbeiten durfte, freue ich mich sehr auf die Herausforderung in diesem Arbeitsfeld, wo Feiern, Lernen und Helfen ineinandergreifen.«
Zunächst will er dort einmal Augen und Ohren aufsperren, aufmerksam wahrnehmen, was gut läuft und wo es hakt, gerade in der aktuellen Situation der Corona-Pandemie. Aber ein paar Stichworte nennt er auch: »Menschen, die schon vor Jahren im Lager ankamen, Geflüchtete wie Spätaussiedler, berichten von der Sicherheit und der Offenheit, die sie hier empfunden haben. Diese Atmosphäre wollen wir erhalten und weiter gestalten.« Für die Mitarbeitenden seien die Schicksale, denen sie im Lager Friedland begegnen, oft eine besondere Belastung, die für Wiegmann nach aufmerksamer seelsorglicher Begleitung verlangt. Und neben Gesprächen und Begegnungen mit Einzelnen sieht er auch in den regelmäßigen Andachten und besonderen Gottesdiensten gute Gelegenheiten zum Innehalten und Auftanken für die Seele.

Heute Verabschiedung durch Schulwerk-Leiter

Für die Innere Mission wird Wiegmann die Geschäftsführung übernehmen. Dass ein Pastor die Geschäfte führt, zeigt ihm, dass es nicht in erster Linie um effizientes Arbeiten gehe, sondern auch um das, was Leben ausmache. Friedland stehe für Offenheit, und so will er »unsere Kultur und Regeln« den dort Ankommenden nahebringen. »Wir können zeigen, was uns ausmacht und dass Kirche dabei ist.«

Vier Jahre lang war Wiegmann Schulpastor am Paul-Gerhardt-Gymnasium und Schulbeauftragter der Landeskirche für die Region. Vorher hat er lange Jahre vier Dorfgemeinden zwischen Northeim und Einbeck betreut. Seit 17 Jahren ist er zudem im Notfallseelsorge-Bereich tätig gewesen. Mit seiner Familie wohnt Wiegmann bei Nörten-Hardenberg.

Heute wird Pastor Wiegmann durch den Leiter des Schulwerks, Gerd Brinkmann, verabschiedet.sts

Dassel

Wassertreten im kühlen Nass

Gut besuchte Sommerkirche