Großes Interesse an historischer Erntevorführung

Junger Verein präsentiert alte Technik im Vorfeld des 900-jährigen Ortsjubiläums

Zahlreiche Besucher waren bei bestem Wetter zur Erntevorführung am Parkplatz zwischen Eilensen und Dassel gekommen.

Eilensen. Früher waren solche Bilder Alltag auf dem Land: Frauen mit Schürzen, Kopftüchern und Rechen beim Ernteeinsatz, Männer mit der Sense im hohen Korn, Maschinen, die nach heutigen Begriffen langsam, aber doch schneller als mit Muskelkraft das Getreide ernteten. Heute sind solche Szenen fast nur noch im historischen Zusammenhang zu sehen, zumal die Kenntnisse über die alten Techniken mehr und mehr verloren gehen.

Die Dorfgemeinschaft Eilensen, ein im Frühjahr gegründeter Verein, hat sich dieses Themas angenommen: In den vergangenen Monaten wurde ein Garbenbinder aufgearbeitet, und das Ergebnis der Bemühungen wurde jetzt bei einer Erntevorführung unter Beweis gestellt. 2019 wird Eilensen 900 Jahre alt. Gefeiert wird am 22./23 Juni, und die Vorführung sollte schon einen Vorgeschmack geben auf das, was dann geboten wird. Zahlreiche Besucher waren dazu auf den Parkplatz zwischen Eilensen und Dassel gekommen, um eine Getreideernte im Wandel der Zeit zu erleben. Mit unterschiedlichen Maschinen wurde geerntet, wobei der Garbenbinder im Mittelpunkt stand.

Der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Harald Rinke, freute sich in seiner Begrüßung, dass die Vereinsgründung im Dorf auf großes Interesse gestoßen sein. An diesem Nachmittag wolle man den Umbruch in der Landwirtschaft deutlich machen, der sich auch darin zeige, dass immer weniger Menschen als Arbeitskräfte gebraucht würden. Bei dieser Vorführung würden Seildreher, Garbenbinderinnen, Sensenmänner, Selbstbinderfahrer und Mähdrescherpiloten gemeinsam das letzte Korn einfahren: Wie Ernte früher lief, das konnte Ernst-August Michaelis fachkundig und detailreich kommentieren.

Zuvor hatten die Besucher schon Gelegenheit, eine »Claas-Armada« vom historischen Mäher bis hin zum neuesten Modell zu erkunden. Eigentlich sei die Ernte schon seit Wochen vorbei, das Fest habe man aber für August geplant, hieß es. Man sei Jens Brandes dankbar, der auf dem Feld direkt am Parkplatz mehrere Weizenflächen dafür stehen gelassen hat. Den Auftakt machten Sense und Sichel und Garben, die per Hand gebunden wurden. Schwierig sei das heute unter anderem, weil der Weizen kurz gehalten werde und überreif sei. Aber noch immer wird die alte Technik weitergegeben. Ab etwa 1920 gab es die Mähbinder, die die Arbeit wesentlich erleichterten; bis zu den heutigen selbstfahrenden Maschinen war es aber noch ein – technisch – weiter Weg.

Das wurde alles nachgezeichnet bei der Vorführung vor zahlreichen Interessierten, die entweder selbst am Rand des Feldes mitgehen oder sich auf einem Planwagen parallel zum Erntegerät fahren lassen konnten. Mit anzupacken, war natürlich gern gesehen, die Garben mussten von Hand gestapelt und auf den Leiterwagen gelegt werden, ebenfalls eine historische Rarität.

Als Dankeschön für die tatkräftige Unterstützung gab’s einen kühlen Trunk. Für Getränke für alle war zudem ebenso gesorgt wie für Waffeln aus dem Schwenkeisen, und auch das eine oder andere private Traktoren-Schätzchen war ebenfalls aus der Garage geholt worden. Die gute Resonanz auf den Nachmittag war für die Dorfgemeinschaft sicher Anlass, sich über den gelungenen Start der Vereinstätigkeit zu freuen, ebenso wie auf das Dorfjubiläum im kommenden Jahr.ek

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