Hände waschen ist das A und O

Notbetreuung in den Kindertagesstätten wird ab 18. Mai sukzessive ausgeweitet

Gefrühstückt wird in diesen Zeiten im weiten Abstand.

Einbeck. Die Situation ist für viele Familien mittlerweile schwer erträglich im Homeoffice samt Kinderbetreuung: Seit Mitte März sind die Kindertagesstätten geschlossen. Wer in systemrelevanten Berufen arbeitet, kann sein Kind betreuen lassen. In der Lauenberger Kindertagesstätte sind zwei Notgruppen eingerichtet. Ab Montag, 11. Mai, soll die flexible Kinder-Notbetreuung fortgeführt und sukzessive erweitert werden.

Zunächst nur wenige Kinder wurden betreut, berichtet Kindergartenleiterin Rita Hoppert. Mittlerweile sind es zehn Kinder. Lockerungen der Regeln ermöglichen ab dem 18. Mai die Betreuung von maximal 24 Kindern in drei Notgruppen und ab 8. Juni von maximal 31 Kindern. Ob ein Anspruch auf eine Notbetreuung besteht, wird geprüft. Am 1. August sollen Kitas wieder im Regelbetrieb sein. Zusätzlich soll es die Betreuung der Vorschulkinder ab 18. Mai an ein bis zwei Nachmittagen je Woche geben.

Eltern haben in Corona-Zeiten ein Betreuungsproblem. Diejenigen, die ihre Kinder in die Notbetreuung bringen, haben »gut vorgearbeitet«, berichtet Hoppert. Die Kinder kennen die jetzt geltenden die Hygieneregeln. Ganz entspannt lassen sie sich vor Eintritt in den Kindergarten die Temperatur messen und verschwinden danach zum Händewaschen. »Das haben sie gut verinnerlicht«, unterstreicht auch Erzieherin Kerstin Kranke. Erst dann ziehen sie die Jacken aus und gehen in die Gruppen. Wer Mundschutz tragen möchte, kann das tun. Besonders wichtig aber sei das Einhalten der Abstände, und das funktioniere gut, sagt Hoppert.

Kinder, die Erkältungssymptome haben, dürfen den Kindergarten nicht betreten. Und auch die Eltern bleiben vor er Tür.
Natürlich wird den Kindern in der KiTa klar gemacht, dass derzeit Umarmungen und Küsschen nicht möglich sind. Auch Teller, Löffel oder Getränk von anderen Kindern dürfen nicht genommen werden. Und immer wieder zwischendurch: Händewaschen.

Die Erzieherinnen arbeiten in gleichbleibenden Teams, berichtet Hoppert. Sie wünscht sich, dass die 15 Schulabgänger möglichst in zwei kleinen Gruppen außerhalb des Hauses betreut werden können – im Wald, damit sich die Kinder bewegen können, oder bei schlechtem Wetter im Dorfgemeinschaftshaus. Die Vorgaben des Landes müssen aber in diesem Fall erst auf Praxistauglichkeit geprüft werden. Ziele bleiben die Vermeidung von Infektionen, die Förderung der Kinder, die Entlastung der Eltern und der Schutz der Erzieherinnen. »Das ist eine große Herausforderung«, meint auch Bürgermeister Gerhard Melching.
Das Ende der Kindergartenzeit der Vorschulkinder können die Erzieherinnen nicht so schön wie in normalen Zeiten gestalten: keine Übernachtung im Kindergarten, keine Fahrt, kein richtiger Abschluss. Auch ihre neue Schule können sie nicht kennenlernen.

Noch mehrere Wochen werden die Gruppen nicht wieder auf Normalstärke anwachsen: Hoppert sucht deshalb »gute Ausweichmöglichkeiten für die Kinder« und hofft auf aus­reichend Personal.

Die Halbwertzeit der derzeitigen Verordnungen ist sehr kurz. Bürgermeister Melching wünscht sich, dass Ruhe einkehrt, damit man die Regelungen im Sinne der Eltern (und des Infektionsschutzes) umsetzen könne. In Richtung Land regt er an, dass entweder klar definierte Regelungen erlassen werden, die umsetzbar seien, oder dass grobe Rahmen- bedingungen vorgegeben werden, die die Kommunen dann mit ihrem Wissen vor Ort umsetzen könnten.

Nicht einfach wird auch die Eingewöhnungsphase für die neuen Kinder. Krippen- beziehungsweise Kindergarten-Kinder werden nach dem »Berliner Modell« vorsichtig an die neue Einrichtung gewöhnt. Das kann in manchen Fällen schon mal etwas länger dauern, bindet Personal und Platz. Und: die Mütter (oder Väter) sind dabei.

Hoppert hofft zudem, dass das offene Konzept nicht der Pandemie zu Opfer fällt. Das wäre sicherlich ein pädagogischer Rückschritt.
Übrigens: Wer noch eine Behelfsmaske benötigt, wird im »Löwenherz«-Kindergarten fündig. Zugunsten des Fördervereins haben die Erzieherinnen Mundschutz genäht, der für eine Spende für den Förderverein abgegeben wird.sts