Hinter den sportlichen Erfolgen steht intensive Arbeit

Stadt Dassel zeichnet Sportler für herausragende Leistungen im Jahr 2009 aus / Ohne Ehrenamt in den Vereinen nicht denkbar

Sie haben Dassel über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt gemacht: Erfolgreiche Sportler sind jetzt offiziell ausgezeichnet worden. Leider könne man wegen finanzieller Zwänge die Vereine nicht so unterstützen, wie es wünschenswert wäre, bedauerte Bürgermeister Gerhard Melching. Man bemühe sich aber nach Kräften, und die engagierte ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen zeige Erfolge.

Dassel. Er freue sich über die gute Resonanz zu dieser Veranstaltung, mit der man Sportlern, die eine besondere Leistung erbracht hätten, die Ehre erweisen wolle, so Bürgermeister Gerhard Melching. Die schlechte finanzielle Lage der Städte und Gemeinden, auch in Dassel, erlaube es leider nicht, die Vereine so zu unterstützen, wie es wünschenswert wäre. Dabei leisteten die Vereine hervorragende Jugendarbeit, und sie seien ein wichtiger Teil einer Gesundheits- und Breitensportbewegung. In vielen Vereinen seien neue Sparten entstanden, an die man vor einigen Jahren noch gar nicht gedacht habe, Nordic Walking beispielsweise. Er sei froh, so Melching, dass in vielen Bereichen mit den Vereinen Betreiberverträge über Sportanlagen abgeschlossen wurden.

Er hoffe, dass dies auch weiter möglich sei. Der Bürgermeister betonte ausdrücklich, dass es Ziel sei, die Leistungsangebote im gesamten Stadtgebiet zu erhalten und gegebenenfalls den Veränderungen der Zeit anzupassen. So sei der Wegfall der Sportstättennutzungsgebühr für die Vereine, die zusammen mit den Ortsräten die Verantwortung für ein Ortschaftsbudget übernommen hätten, eine echte finanzielle Entlastung geworden. Vereine und Ortsrat hätten die Chance, gemeinsam für ihr Dorf erfolgreich zu sein. Dabei steige zwar die Belastung für die Ehrenamtlichen, aber er nehme, so Melching, eine breite Zustimmung zu diesem Verfahren und zur neuen Selbstständigkeit wahr.

»Ohne funktionierende Vereine wären die Sportlerehrungen nicht möglich«, hob er hervor. Wieder hätten Sportler hervorragende Ergebnisse erzielt und die Stadt Dassel über die  Grenzen hinaus bekannt gemacht. Die Sportler seien Vorbilder für die Gesellschaft.

Das unterstrich Heinz-Willi Elter in seiner Ansprache für den Turnkreis Northeim-Einbeck und den Kreissportbund Northeim: Der mehrfache Seniorenweltmeister und Göttinger Sportwissenschaftler, Rolf Geese, der aus Dassel stamme, sowie Tennisspieler Nicolas Kiefer aus Sievershausen seien Beispiele dafür. 65.000 Einwohner des Landkreises seien Mitglied in einem Sportverein, hob Elter hervor, das seien 46 Prozent. Bundesweit liege die Quote bei rund 30 Prozent, und zahlenmäßig seien mehr Menschen in Sportvereinen als in den großen Kirchen. Funktionierende Vereine seien wichtig, wenngleich ihre Unterstützung derzeit besonders schwer sei. »Erfolge fallen nicht vom Himmel«, mahnte er, dahinter stehe viel Training. Bewegung sei gesund für Körper und den Geist, Sport fördere Teamgedanken und Kommunikation und sei identitätsstiftend, wobei die geehrten Sportler ihr Können auch in Prüfungssituationen unter Beweis stellen konnten. »Der Wettkampf im Sportverein ist das beste Training fürs Leben«, so Elter.

Er freue sich, dass hier überdurchschnittliche Leistungen geehrt würden und dass auch Schützen dabei seien, sagte der Präsident des Kreisschützenverband Einbeck, Harald von Riesen. Es sei schön, dass in Dassel und Markoldendorf Vereine die Übungsstätten erwerben konnten. Auch wenn die Finanzierung nicht leicht falle, sei es wichtig, einen Ort zu haben, an dem von der Jugend bis zu den Senioren jeder trainieren könne. Schützen, erinnerte der Präsident, seien bei Olympischen Spielen stets Medaillen-Garanten. Die Grundlagen für diese Erfolge würden in Landes- und Kreisverbänden gelegt. Er sei stolz, dass der Kreisverband in diesem Jahr bei den Landesmeisterschaften wieder sieben erste sowie weitere vordere Plätze erringen konnte. Das spiegele die Leistungsstärke wider, auf die man gern verweise - von der Jugend an. Die Sportlerehrung mit der damit verbundenen Anerkennung bringe einen Schub für die Arbeit in den Vereinen, war von Riesen sicher. »Je stärker wir in den Vereinen sind, desto mehr Jugendliche holen wir von der Straße weg«, führte er aus. Hier könnten sie Gemeinschaft erleben.

Er ziehe, so der Präsident weiter, den Hut vor den Ergebnissen, für die Auszeichnungen vergeben würden, gerade auch vor den Leistungen der Vereine in kleinen Orten. Er wünsche sich, dass die Veranstaltung motiviere, weiter auf solche Ergebnisse hinzuarbeiten. Die Ehrung wurde schwungvoll umrahmt von der DSC-Tanzgruppe unter der Leitung von Stefanie Timpe sowie der Musik-AG der Paul-Gerhardt-Schule von Elizabeth Oer, deren Mitwirkende auch ein »sportliches« Stück im Programm hatten.
ek

Dassel

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