30 Jahre Städtefreundschaft

Dassel. Unmittelbar zur Wendezeit wurden erste Kontakte zwischen Möckern und Dassel geknüpft. Diese Beziehungen wurden verstärkt und führten am 9. November 1990 zur Unterzeichnung der Städtefreundschaftsurkunde zwischen Möckern und Dassel. Rechtzeitig zur Deutschen Einheit war auch der Städtefreundschaftsvertrag besiegelt. Dieses Jubiläum sollte in diesem Jahr durch gegenseitige Besuche gewürdigt werden. In Folge der Corona-Pandemie sind die Termine – wie auch der traditionelle Besuch der Dasseler zum Broilerfest am 3. Oktober jeden Jahres – ausgefallen. Bürgermeister Frank von Holly (Möckern) und Bürgermeister Gerhard Melching (Dassel) trafen sich mit den Ehegatten am Einheitswochenende am Sonntag und besuchten das Grenzlandmuseum Eichsfeld in Teistungen. Dieses Museum bewahrt und zeigt auf eindringliche Art und Weise die Einschränkungen, Überwachungen und Kontrollen des Volkes durch das DDR-Regime.

Die vor Ort vorhandenen restlichen Anlagen der ehemaligen Innerdeutschen Grenze und das Museum riefen bei den Bürgermeistern eigene Erinnerungen an diese Zeit wach. Von Holly berichtet über die Wendeereignisse aus dem Jahr 1989 und seine Zeit bei der Volksarmee. Melching erinnerte an den kleinen Grenzverkehr der Dank der neuen Ostpolitik unter Willi Brand begonnen hatte. Als Schüler hatte er an vier Busfahrten in die DDR (Eisenach, Halberrstadt, Wernigerode, Thüringer Wald) teilgenommen.

Die einschüchternden Grenzkontrollen und der Zwangsumtausch (D-Mark und DDR-Währung) waren noch sehr präsent. Die Bürgermeister sind froh über die Deutsche Einheit in einem demokratischen Rechtsstaat. Dass die Unterdrückung und Bevormundung der Menschen in der DDR durch eine friedliche Revolution beendet werden konnte, ist ein Glücksmoment in der deutschen Geschichte. Dass einige die zeitlich befristeten Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie mit der Unterdrückung der Bevölkerung in der DDR gleichsetzen, ist für die Bürgermeister völlig unverständlich. Heute könne wirklich jeder seine Meinung sagen. Niemand werde wegen einer Meinungsäußerung oder eines Witzes durch Mitarbeiter einer Staatssicherheitsbehörde ohne Verfahren eingesperrt.oh