»Wir sind jetzt nicht mehr aufzuhalten«

Schulentlassungsfeier Dasseler Paul-Gerhardt-Schule in der St. Martinskirche | Abi-Durchschnitt von 2,54

27 Schülerinnen und 33 Schüler freuten sich über ihr bestandenes Abitur an der Paul-Gerhardt-Schule.

Markoldendorf. »Don’t stop me now«, so lautete das Motto der 62 Abiturprüflinge der Dasseler Paul-Gerhardt-Schule bei ihrer Abschlussfeier in der Markoldendorfer St. Martinskirche. Nach 13 Schuljahren mit verschiedenen Episoden und Erlebnissen gehen sie sowohl mit Freude und schönen Erinnerungen, als auch mit etwas Wehmut in eine ungewisse Zukunft, hieß es von den Abiturienten. Mit einem Gottesdienst und einer Feierstunde wurden sie verabschiedet.

Sie seien froh, »endlich haben wir unser Abitur«, sagte Pia Heinemeyer zur Begrüßung, das müsse gebührend gefeiert werden. »Wir sind jetzt nicht mehr aufzuhalten«, jeder gehe jetzt seinen eigenen Weg. Eine teils ungewisse Zukunftsreise stehe be­vor. Wie es weitergehen soll, da haben einige Absolventen schon klare Vorstellungen, andere befinden sich noch in der Orientierungsphase.

Den bisher bekannten Alltag mit Unterricht, Hausaufgaben und Klausuren gebe es nicht mehr, sagten Katharina Gläser und Jasmin Helmer in der Gottesdienst-Ansprache. Nach den Prüfungen wurde es spontaner, selbstbestimmter, ausgelassener, aber auch ruhiger. Etwas ganz Neues stehe bevor. Ob bekannte oder ungewisse Zukunftspläne, Gott begleite einen stets.

Es werde Herausforderungen und Sprünge ins kalte Wasser geben, doch wollen sich die Schüler freischwimmen. Sie wa­ren sich sicher, dass es immer Personen gebe werde, die unterstützen, motivieren und helfen. Feste Anker im Leben stellten bisher Schule, Eltern und Freun­de dar. Mitgenommen werde eine »Schatzkiste« voller Erinnerungen. Jetzt gelte es, sich zu entwickeln. Passend dazu spielte die Abi-Band das modifizierte Lied von Max Giesinger »Unsere Reise«.

Mit dem Abitur stehen den Absolventen alle Wege offen, betonte Schulleiter Matthias Kleiner. Das Motto des Abschlussjahrgangs »Don’t stop me now« passe gut dazu. In sich verändernden Zeiten, sei einiges nicht mehr selbstverständlich wie noch vor wenigen Jahren. Populisten gewinnen mit schändlichen Parolen Wahlen. Bertolt Brecht veröffentlichte 1937 das Gedicht »Der Zweifler«, teilte Kleiner mit. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die 1920er Jahre in vollen Zügen genossen. In den 1930er hatten Populisten und Gegner der Demokratie das Sagen. Brecht und Freunde kämpften für ihre Ideale sowie für Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Diesem Beispiel sollte man folgen und sich für die eigene Überzeugungen einsetzen. Dieses sollten auch die Abiturienten befolgen, mit Mut ihre Ideen verfolgen, die Welt entdecken, auch einmal andere Wege gehen und sich von Zweifeln nicht entmutigen lassen.

Der Satz aus der Bibel »Steh auf und iss! Denn Du hast einen weiten Weg vor Dir« passe gut zu den Abiturienten, erklärte Pastor Christian Coenen. Ein Engel sagte ihn zu Elia, als dieser in die Wüste und dort zusammengebrochen war. Jeder könne sich in schwierigen Situationen befinden. Der Engel schenkte Elia neuen Lebensmut. Selbst wenn man Zweifel habe und die Zeiten nicht gut seien, sollte man positiv und neugierig bleiben. Das Abitur war nicht der »Endgegner«, sondern ein Etappenziel, auf das es aufzubauen gelte. Das wünschte er den Schülern für die Zukunft.

Jan Evers vom Schulelternrat gratulierte, »Abi 2023, Ihr habt es geschafft«. Mit Fleiß und Arbeit wurde das Abitur gemeistert. Als Teenager kamen die Schüler an die Paul-Gerhardt-Schule, als erwachsene Absolventen verlassen sie sie. Vor dem Abitur wurde eine anspruchsvolle Zeit gemeistert. Jetzt habe die Absolventen ihr Reifezeugnis in der Tasche, weitere Herausforderungen stehen zukünftig an.

Bevorstehende Berge seien nie zu hoch. Es gelte, sich Etappenziele zu setzen, dann schaffe man auch große Aufgaben. »Geht hinaus und geht Euren Weg«, sagte Evers zu den Absolventen.

Auf die Zeit an der Paul-Gerhardt-Schule blic­kten Mara Hoffmann, Jesko Meyer, Moritz Unger und Lukas Oppermann zurück. Vor neun Jahren kamen sie als junge Fünftklässler an die Schule. Die Zeit verging wie im Flug, jetzt haben sie ihren ­Abschluss in der Tasche. Immer wieder neue Freundschaften schloss man und entwickelte sich weiter. Ein prägendes Ka­pitel sei abgeschlossen, auf einige Ereignisse blickten die Schüler zurück.
Jetzt gelte es, in eine ungewisse Zukunft zu starten. Nach der Feier des Abschlusses starten die Absolventen eigene neue Wege. Sie führen sie an unterschiedliche Stellen. Jeder schreibe seine eigene Geschichte, der bevorstehende Neuanfang werde interessant und spannend. Zum Abschluss dankten sie den Lehrern mit einem Blumenstrauß.

Oberstufenkoordinator Manfred Renger stellte die Ergebnisse vor. 62 Schüler traten zu den Prüfungen an. 60 bestanden das Abitur, zwei den schulischen Teil der Fachhochschulreife.

Einen Abi-Durchschnitt von 2,54 erreichten die 27 Mädchen und 33 Jungen. Das beste Abitur absolvierten Katharina Gläser, Mara Hoffmann und Jesko Meyer mit 1,4. Für besondere Leistungen in den Fächern wurden geehrt: Jesko Meyer (Physik), Jaro Ackenhausen (Chemie), Jasmin Helmer und Maxi Leßmann (Biologie), Katharina Gläser und Mara Hoffmann (Deutsch), Anton Wirfel (Politik und Wirtschaft) sowie Smilla Kessler, Maxi Leßmann und Jesko Meyer (Religion). Auszeichnungen für außergewöhnliches Engagement erhielten Mara Hoffmann, Moritz Unger, Pia Heinemeyer und Anton Wirfel.mru

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