Archäologische Sensation: Goldene Hand ausgegraben

Einbeck. Es sollten eigentlich nur Gartenarbeiten bei schönem Wetter im Einbecker Altstadtgebiet werden. Um einige Bambuspflanzen zu setzen, musste der Boden für eine Wurzelsperre ausgehoben werden. Doch bereits nach 50 Zentimetern stieß der Spaten auf Stein.

Beim Nachgraben stellte sich das als eine Steinlage aus hellem Muschelkalkstein heraus. Das ist an und für sich nichts Ungewöhnliches in Einbeck.

Überall in der Altstadt sind unter der Erde mehr oder weniger große Spuren von Fundamenten, Steinbögen, Revisionsschächten und anderen steinernen Zeugen der Jahrhunderte zu finden. Doch die Steinlage entpuppte sich nach weiteren 50 Zentimetern als ein steinerner Bogen. Ein großer seitlicher Deckstein fiel heraus und legte einen kleinen Hohlraum frei: Es handelte sich um eine zwei Handbreit flache rechteckige Nische mit einer Seitenlänge von einem Meter. Mutig hinein gefasst, fühlte man einen länglichen Gegenstand – offensichtlich aus Metall.

Beim Herausziehen glitzerte es plötzlich golden. In der Nische steckte ein goldener Arm, der in der Mitte hohl klang. Handelte es sich gar um die lange verschollene Einbecker Heilig Blut-Reliquie? Die herbeigerufenen Experten untersuchten die Nische, fanden aber nichts weiter darin. Die goldene Hand ist bis auf einen Hohlraum in der Mitte aus massivem Gold, sie wiegt 7,83 Kilogramm. Sie stammt nach erster Inaugenscheinnahme aus der Mitte bis Ende des zwölften Jahrhunderts. Vorsichtig transportfähig gemacht, liegt sie nun im archäologischen Institut in der Universität Köln zur weiteren Bestimmung.

Die Fundstelle wird bis auf weiteres geheim gehalten. Anscheinend erwägt man den Bereich, der zwischen Markt- und Münsterkirche liegt, großflächig archäologisch zu ergraben. Sollte man weitere Funde machen, wird die Grabung auf einen Bereich von knapp einem Hektar ausgeweitet. Die Kosten dafür sollen voraussichtlich zwölf Millionen Euro betragen.oh

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