Brandkrustenkrebs vernichtet alte Linden

Einbeck. Großes Erstaunen war vielen Bürgern bei der Betrachtung der gefällten Bauveteranen der Hubeallee ins Gesicht geschrieben. Ungläubiges Kopfschütteln, erregte Anrufe beim Landkreis, der Stadt und beim Naturschutzbeauftragten. Die Telefone standen nicht still. Warum die Zerstörung der uralten Linden, einem Wahrzeichen Einbecks, Lebensraum zahlreicher Insekten, Vögel und Fledermäuse?

Der anhaltende Stress extrem hoher Sommertemperaturen, die Jahrzehnte anhaltende Verdichtung des Wurzelbereichs der Linden durch parkende Autos im Bereich vor den Schulen, die Schwächung der Mykorrhiza, einem lebenswichtigen Symbiosepilz an den Wurzeln aller Bäume, sind Ursache für die Lindenerkrankung. Den Todesstoß versetzt aber letztlich ein Sekundärschädling, der »Brandkrustenkrebs«. Er wuchert und zerstört den gesamten Wurzelbereich, sodass der Baum keinen Halt mehr hat und bei Sturmereignissen umstürzen kann. Das bedeutet insbesondere im Bereich der Schulen an der Hube eine akute Gefahr für Schüler und Straßenverkehr.

Wenn geschulte Baumexperten des Bauhofes den leicht erkennbaren Pilz feststellen, ist Gefahr im Verzug und eine schnellstmögliche Fällung der Bäume unausweichlich. Stadtverwaltung, Bauhof und Naturschutzbeauftragter vereinbarten, zukünftig jeden der zu fällenden Bäume im Vorfeld gemeinsam zu begutachten, um auch berechtigte Anfragen besorgter Bürger zweifelsfrei beantworten zu können; denn weitere Bäume müssen gefällt werden.

Die Maßnahmen sollen in der Fällzeit ab Oktober erfolgen. Sehr umfang- und strukturreiche Bäume, die trotz des Brandkrustenkrebses noch eine relativ hohe Standsicherheit aufweisen, werden als 2,50 Meter hohe Kopfbäume so für eine längere Zeit den unterschiedlichsten Totholzbewohnern erhalten. Die gefällten Bäume wurden als Lebensraum und »Totholz-Anschauungsmaterial« in Einbecks Schulwälder verbracht. Einbeck ist eine Stadt im Grünen. Etwa 5.000 Bäume, viele mit einem hohen Alter, sind erfasst. Ihrer Erhaltung, ihrem Schutz und ihrer Pflege gilt daher besondere Aufmerksamkeit. Nicht nur wegen ihrer Schönheit, ihres Struktur- und Höhlenreichtums, sondern auch für den so wichtigen Sauerstoff sowie die Frischluftzufuhr und nicht zuletzt auch aufgrund ihrer hohen Kohlendioxidspeicherung sind Stadtbäume von unermesslichem Wert.oh

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