Ausschuss für Kultur, Tourismus und Wirtschaftsförderung

Ein breites Medienangebot für Jung und Alt

Stadtbibliothek legt Bericht für 2018 vor | Zahl der Ausleihen ist konstant geblieben | Viele junge Nutzer

Einbeck. Die Einbecker lesen – weiterhin – gern, oder sie leihen sich andere Medien aus. Das geht aus dem Bericht der Stadtbibliothek hervor, der jetzt im Ausschuss für Kultur, Tourismus und Wirtschaftsförderung vorgelegt wurde. »Ein Angebot für Jung und Alt« wolle man machen, so Bibliotheksleiterin Antje Bach. Dabei stehe die Bücherei auch im Vergleich mit anderen Einrichtungen gut da.

Im vergangenen Jahr gab es mit den »Seiten-Sammlern« etwas Neues für Kinder ab der ersten Klasse. Mädchen und Jungen bis zum zehnten Lebensjahr waren eingeladen, kostenlos die Bibliothek zu entdecken, Bücher zu lesen und spannende Abenteuer erleben. Die Resonanz war mit mehr als 60 Kindern unerwartet groß, wobei sich Mädchen und Jungen die Waage hielten. Deutlich weniger Jungen als Mädchen waren dagegen beim Folge-Angebot, dem Julius-Club, dabei. Hier können Elf- bis 14-Jährige mitmachen. Bei den Lesemeistern belegten dann aber die Jungen vier von fünf vorderen Plätzen. Mit beiden Aktionen war auch wieder die Gewinnung neuer Leser verbunden. Im Zusammenhang mit dem Lesesommer gab es verschiedene Veranstaltungen. Für dieses Jahr ist sowohl beim Julius-Club als auch bei den neuen Seiten-Sammlern eine Fortsetzung geplant.

Auf großen Zuspruch stieß die »lange Werwolfsnacht«, ein spannender und lustiger Abend für Jugendliche mit dem kommunikativen und interaktiven Kartenspiel »die Werwölfe vom Düsterwald«. Nach der Premiere beim Julius-Club folgte auf vielfachen Wunsch eine Wiederholung im November, und das soll nicht der letzte Abend dieser Art gewesen sein.

Unter der Schirmherrschaft der Bürgermeisterin ist das Projekt »Multi-Kulti-Einbeck-Kids« gestartet. Damit positioniert sich die Stadtbibliothek als öffentlicher Ort der kulturellen Bildung zu Demokratie und Weltoffenheit. Ganz aktuell gibt es für »Demokratie leben!« eine weitere Projektförderung, beantragt vom Förderverein der Stadtbibliothek Einbeck und unterstützt vom Lokalen Aktionsplan des Landkreises Northeim. Damit können acht Vormittage mit Autoren und jungen Menschen gestaltet werden. Außerdem soll es wieder Bücher-Klassensätze zum Thema geben.

Zum weiteren Angebot zählten eine herbstliche Lesung für Senioren, die Fenstermaler zu Nikolaus und die sommerliche abendliche Krimilesung für Ladies mit Erfrischungen.

In diesem Jahr soll am Bibliotheksprofil 2020 gearbeitet werden sowie an einer »digitalen Aufforstung«: Aufgrund finanzieller Engpässe hat die Bibliothek den digitalen Anschluss verloren. Um ab 2020 mithalten zu können, wird bereits jetzt intensiv geplant.

2019 besteht die Stadtbibliothek seit 150 Jahren. Dazu gibt es zahlreiche Kooperations-Veranstaltungen, zu denen alle Interessierten willkommen sind. Dazu gehören der 14-tägige KVHS-Gesprächskreis »Philosophie«, der Märchenabend zum Weltfrauentag, das Theaterstück »Kassandra«, der Pflanzen- und Kinderflohmarkt im Mai und der Bücherfrühling mit Annemarie Stoltenberg.

Im Berichtsjahr blieb die Anzahl der Entleihungen stabil: 69.531 nach 69.636 im Jahr 2017, und die stabile Nachfrage galt für alle Mediengruppen. Auffällig war allerdings, dass Sachliteratur weniger intensiv genutzt wird. Sie bleibt aber länger im Bestand als etwa Belletristik. Eine künftige verstärkte Anschaffung von populärwissenschaftlicher Ratgeber-Literatur soll zu einem besseren Ausleihanteil beitragen.

Am stärksten wurde die Bibliothek von Erwachsenen genutzt: Mit 493 Nutzern hatten sie einen Anteil von 57 Prozent. Kinder folgten mit 294 Nutzern beziehungsweise 34 Prozent. Am Bevölkerungsanteil gemessen konnte die Bib-liothek einen deutlich höheren Wert von Kindern und Jugendlichen unter ihren Nutzern verzeichnen, als es der Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung vermuten lassen würden. Um beispielsweise eine Nutzung für Pendler in Zukunft einfacher und attraktiver zu machen, will die Bibliothek die durchgehende Öffnung über Mittag zügig anstreben. Außerdem soll das Angebot der E-Book-Ausleihe (Onleihe) etabliert werden. Weiter soll die Medienversorgung in den Dörfern verstärkt werden, ebenso das Angebot für die Einbecker Firmen. Dazu sei allerdings, hieß es im Jahresbericht, die Aufstockung des Personals unumgänglich.ek

Betrug am Telefon ist Thema

DRK-Kreisverband vergrößert und stärkt sich