Ein Ort des Dialogs und der Begegnung

Jahreshauptversammlung des Fördervereins Alte Synagoge | Ausblick auf Ziele

Einbeck. Einen lebendigen Ort der Begegnung zu schaffen, der Menschen verschiedener Kulturen, Religionen und Generationen zusammenführt sowie einen offenen Dialog ermöglicht, das ist der Grundsatz und das Ziel des Fördervereins Alte Synagoge. Gemeinsam soll respektvoll an die jüdische Vergangenheit gedacht und sich der geschichtlichen Verantwortung gestellt werden. Weiter ist es das Ziel, die frühere Synagoge als ein Ort zu etablieren, der die Lebensfreude der jüdischen Kultur widerspiegelt und der ein Ausdruck der Toleranz und Weltoffenheit der Einbecker Bürger ist.

Bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins Alte Synagoge begrüßte Vorsitzender Frank Bertram zahlreiche Mitglieder, und er dankte allen, die sich seit Gründung des Vereins vor zehn Jahren für das gemeinsame Anliegen – die Sanierung der einstigen Synagoge – einsetzen. Weiter lobte er seine Vorstandskollegen für die gute Zusammenarbeit.

Auf der neuen Homepage werde seit vergangenem Sommer über Ereignisse der Alten Synagoge berichtet, auf Veranstaltungen hingewiesen sowie die gemeinsamen Ziele erläutert. Zukünftig soll das Angebot ständig erweitert und verbessert werden, so Bertram, weshalb man sich auch über Hinweise und Anregungen aus der Bevölkerung freue.

Gemäß des Wunsches, dass die frühere Synagoge ein Ort der Begegnung und des offenen Dialoges sei, gab es im vergangenen Jahr wieder viel Besuch im Gebäude auf der Baustraße. Unter anderem interessierten sich Bundestags- und Landratskandidaten, die SPD in ihrem Projektsommer sowie Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek mit Mitarbeitern des Rathauses für die Fortschritte der Baumaßnahmen. Dadurch und durch weitere Gäste gewann das Projekt stetig an Bekanntheit – auch überregional – und das Netzwerk konnte verbessert werden, ein wichtiger Ansatz nicht nur in Bezug auf Förderanträge und Unterstützungsmöglichkeiten. Der Vorsitzende informierte, dass die Alte Synagoge das erste Projekt im Förderprogramm städtebaulicher Denkmalschutz «Neustadt-Möncheplatz« sei, Fördermittel vorhanden seien sowie der sogenannte Modernisierungsvertrag unterschrieben wurde. Bei drei Treffen des Sanierungsbeirates war der Förderverein ebenfalls Gastgeber.

Im April gab es die Wanderausstellung der Amadeu-Antonio-Stiftung über Antisemitismus in der Sparkasse am Marktplatz sowie am 12. Mai die Lesung »Kein Blatt vorm Mund« mit Jürgen Graessner zur Erinnerung an die Bücherverbrennung 1933. Gastgeber war der Verein am 1. Juni der Netzwerk-Konferenz »Erinnern in Südniedersachsen«, und er veranstaltete eine Podiumsdiskussion mit dem Motto »Wie kann ein Ort des Dialogs gelingen?« Beim Tag des offenen Denkmals informierten sich wieder viele Besucher über die Alte Synagoge, so Bertram, und es gab am 9. November im Anschluss an die offizielle Kranzniederlegung in der Neustädter Kirche ein Benefizkonzert mit »Klezmers Techtern«.

In diesem Jahr sei geplant, sich vermehrt auf die Bautätigkeiten zu konzentrieren, doch gebe es trotzdem einige interessante Programmpunkte: Als Kooperationspartner organisiere man mit der Stadtbibliothek zum Tag der Bücherverbrennung im Mai eine Veranstaltung für Jugendliche in der Bücherei. Zusätzlich gebe es die Ausstellung »Weltreligionen« vom 22. bis 27. Juli in den Räumen der Baptistengemeinde und in der Alten Synagoge, die zusammen von Förderverein, Gemeinde, Hospizdienst Leine-Solling, FIPS und Goetheschule inklusive eines Begleitprogramms durchgeführt werde.

Traditionell informierte der Förderverein am Tag des offenen Denkmals über den Stand der Bauarbeiten und für den 9. November, der in diesem Jahr auf einen Sonntag falle, so der Vorsitzende, sei ein ökumenischer Gottesdienst ab 18 Uhr in der Marktkirche geplant. Nach dem schweigenden Gang zum Mahnmal, wo auch die offizielle Kranzniederlegung stattfinde, schließe sich eventuell ein kurzer Impuls im Gebäude in der Baustraße an.Angesprochen wurde bei der Versammlung auch die interessante Idee, Stadtführungen unter dem Motto »Jüdisches Leben in Einbeck« anzubieten. Gemeinsam mit »Einbeck Marketing« soll das Vorhaben realisiert werden – wie auch eine baldige Probeführung mit Marion Bartels.

Weiter teilte Bertram mit, dass Architektin Diana Humberg ihre Tätigkeit zum Jahresende beendet habe und dass der Verein schon mit wahrscheinlichen Nachfolgern aus der Region in Verbindung stehe.

Im Anschluss berichtete Joachim Voges, stellvertretender Vorsitzender, über die Baumaßnahmen. Die frühere Synagoge sei entkernt und die Sohle saniert worden, sie habe neue Fenster bekommen, während das Nebengebäude ein neues Dach habe. Dort sollen in diesem Jahr die Sanitäranlagen installiert werden sowie im Hauptraum Tagungstechnik, Heizungen und elektrische Leitungen. Durch die gute finanzielle Lage des Vereins, Spenden und Fördergelder sei man in der Lage, die Arbeiten zusammen mit heimischen Firmen anzufangen, so Voges, sobald das Wetter mitspiele.

Im Anschluss attestierten Dieter Meister und Dr. Ursula Beckendorf Schatzmeister Lutz-Henning Hesse eine gute Kassenführung, so dass er und Vorstand Entlastung erhielten. Zum neuen Kassenprüfer wählte die Versammlung Jürgen Hüttig. Dem Vorstand des Fördervereins Alte Synagoge gehören neben Vorsitzenden Frank Bertram, Stellvertreter Joachim Voges und Schatzmeister Lutz-Henning Hesse noch Schriftführerin Petra Kersten sowie die Beisitzerinnen Dr. Elke Heege, Margarete Voges und Elke Alex an.

Über seine Arbeit als Archivar berichtete Jürgen Hüttig. Er erklärte er, dass die Dokumentation des Vereins und seiner Tätigkeiten langsam anwachse, er sich aber auch freue, wenn Mitbürger noch weitere »Schätze der Vergangenheit« hätten.

Als Mitglied verfolge er schon seit längere Zeit die Aktivitäten und Arbeiten des Vereins, erklärte Superintendent Heinz Behrends, der den Vorstand und den Förderverein für das Engagement und das stetige Wachstum lobte. Ebenfalls richtete er Grüße vom Kirchenkreis Leine-Solling aus.mru



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