Fallzahlen deutlich gesteigert

Im Bereich der Chirurgie am Einbecker Bürgerspital | Investitionen in Medizintechnik | Gesellschafterwechsel

Sie stehen für gute Arbeit (von links): OP-Manager Armin Meyer, Arzt Klaus-Peter Beyer, Chefarzt Andrej Illenseer, Chefarzt Dr. med. Christian Kley, die leitende Oberärztin Dr. Katharina Teuteberg-Kley und Joachim Degener, Leitung Anästhesiepflege.

Einbeck. Gerade empfiehlt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, zahlreiche Krankenhäuser zugunsten der Ausstattung zu schließen – da meldet sich das Einbecker Bürgerspital mit positiven Zahlen: Im Bereich der Chirurgie seien die Fallzahlen in Jahresfrist um gute 20 Prozent erhöht worden, berichtet Chefarzt Dr. Christian Kley. Zusammen mit Chefarzt Andrej Illenseer verantwortet er im »Kollegialsystem« die Bereiche Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie Unfallchirurgie und Orthopädie. Dass das Einbecker Krankenhaus eine Zukunft hat, unterstreicht auch Frank Dalljo, der seit zwei Jahren im Rahmen der Eigenverantwortung das Haus in der Geschäftsführung begleitet. In der nächsten Woche – so sei es geplant – werden die neuen Gesellschafter über den Fortbestand des Bürgerspitals informieren.

Die zweistellige Steigerung der Fallzahlen habe man »überhaupt nicht erwartet«, meint Dr. Kley. Das führt er nicht nur auf das gute Team zurück. Die Chefärzte Kley und Illenseer arbeiten mit den Oberärzten Dr. Katharina Teuteberg-Kley, Dr. Martin Gerhold (zurzeit im Urlaub) und Arzt Klaus-Peter Beyer zusammen. Hinzu kommen sechs Assistenzärzte. OP-Manager ist Armin Meyer, seit fünf Jahren am Haus tätig. Man verstehe sich gut, berichtet Meyer, es gebe kurze Wege. Das Arbeitsklima findet auch Dr. Teuteberg-Kley gut, und sie freut sich in Einbeck über »nette Patienten«.

In den vergangenen zwei Jahren lief die Insolvenz, nun sei der Insolvenzplan »rechtskräftig anerkannt«, so Dalljo: Es geht weiter. Während der Insolvenzphase wurde allerdings fleißig investiert: »Der OP ist komplett modernisiert«, erläutert Chefarzt Kley, angeschafft worden sei ein Laparoskopie-Turm mit 4K-Technik. Die laparoskopische Chirurgie, auch Schlüsselloch-Chirurgie genannt, ist ein Teilgebiet der Chirurgie, bei der mit Hilfe eines optischen Instruments Eingriffe innerhalb der Bauchhöhle vorgenommen werden. Auch im Bereich Sonografie (Ultraschall) seien »hochmoderne Geräte« angeschafft worden, so Dr. Kley weiter. OP-Tische und -Lampen vervollständigen die Einrichtung. »Wir haben ziemlich modernes Equipment anzubieten«, freut sich der Mediziner. Die Abteilungen hätten Wert auf gute Geräte gelegt – »im Sinne der Patienten«.

Die Allgemein- und Viszeralchirurgie bietet ein breites operatives Spektrum nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen an. Angewendet werden konventionelle und minimal-invasive Techniken zur Behandlung von Erkrankungen des Verdauungstraktes, der Schilddrüse, Nebenschilddrüse, der Gallenblase und von Bauchwand- und Leistenbrüchen (350 Eingriffe im Jahr). Haut- und Weichteilchirurgie, Proktologie oder akut-chirurgische Eingriffe runden das ärztliche Spektrum ab. Tumor-Chirurgie des Bauchraums erfolgt in Abstimmung im regionalen onkologischen Verbund. Teleradiologie, bei der radiologisches Bildmaterial über eine Telekommunikationseinrichtung an einen entfernten Kollegen übertragen wird, wird ebenfalls praktiziert. Rund 90 Prozent aller Eingriffe erfolgen mit der Schlüsselloch-Chirurgie. Bei Gallenblasen- oder Blinddarmentfernung, bei Leistenbrüchen, der Beseitigung von Verwachsungen, Dick- oder Mastdarmentfernung oder auch einer Magen-Teilresektion sei man im Einbecker Bürgerspital an der richtigen Adresse.

»Wir sind gut aufgestellt«, unterstreicht OP-Manager Armin Meyer, der auch den neuen Funktionsturm für die Unfallchirurgie anführt. Chefarzt Andrej Illenseer behandelt Unfall- und Sportverletzungen, versorgt kindliche Frakturen, führt die arthroskopische Behandlung und endoprothetische Versorgung großer Gelenke durch. Eingriffe an Knie, Ellenbogen, Schulter, Sprunggelenk, Hüft- und Kniegelenk-Ersatz oder Umstellungs-Operationen an Fuß, Knie, Schulter sind sein Arbeitsgebiet.

Das chirurgische Team am Bürgerspital versteht sich gut. »Wir arbeiten erfolgreich«, sagt Dr. Kley. Das Feedback der Patienten sei ebenfalls gut, stellt Illenseer fest. »Die Qualität der Versorgung spricht für sich«, und dazu trage maßgeblich auch das Pflegepersonal bei. Der chirurgische Bereich verfügt um 34 Betten – aktuell belegt seien 49.

Auch Patienten, die keine Maximaltherapie benötigten, müssen in einem Krankenhaus gut behandelt werden können. Und das sei in dem »kleinen, gemütlichen Krankenhaus«, so Illenseer, gut möglich.sts

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