Flaschenbier gleicht fehlendes Fassbier nicht aus

Einbeck. Vor fünf Jahren am 23. April 2016 wurde der »Tag des Bieres«, der 500. Geburtstag des deutschen Reinheitsgebotes und das Hoffest der Einbecker Brauerei gefeiert. Ministerpräsident Stephan Weil war wie unzählige weitere Gäste zu Besuch und genoss die beliebte Veranstaltung. Der Bierordensträger von 2014 gab damals auch die neue Flaschen- und Fassabfüllanlage für den Betrieb frei und weihte die Verladehalle ein. Man hätte für diese Einweihungsfeier keinen besseren Tag wählen können als den Tag des Bieres und den 500. Geburtstag des deutschen Reinheitsgebotes, hieß es damals vom Vorstand des Einbecker Brauhauses um Martin Deutsch (rechts).

Fünf Jahre später sieht es ganz anders aus. Durch die Corona-Pandemie gibt es Einschränkungen, Beeinträchtigungen und den Ausfall von Veranstaltungen. Das Einbecker Hoffest konnte zum zweiten Mal nicht stattfinden. Bars und Restaurants sind geschlossen – die 2016 eingeweihte Fassabfüllung steht still. Mit der Situation der Brauereien befasste sich ein NDR-Drehteam mit Peter Jagla (links). In Live-Schalten ab 17.33 Uhr im Radio-Programm von NDR1 und im Fernsehen ab 18.08 Uhr bei NDR »Niedersachsen« berichtete er über das Einbecker Brauhaus. Zu sehen ist der Beitrag in der NDR-Mediathek unter dem Titel »Einbecker Brauerei in Not«.

Vielen Brauhäusern gehe es schlecht, so Jagla, kein Ausschank finde mehr statt. Seit November passiere in Abfüllanlagen kaum etwas, die Fässer bleiben leer. Einige mussten schon Bier wegschütten. Dies sei beim Einbecker Brauhaus nicht der Fall, der Flaschenabsatz wurde sogar gesteigert, teilte Martin Deutsch dem NDR-Drehteam in der Halle der still stehenden Fassabfüllung mit. Weil die Menschen zuhause mehr trinken, erhöhte sich der Bier-Konsum aus Flaschen. Bei ihnen gebe es einen viel größeren Abfüllaufwand als bei den Fässern.

Die Brauereien brauchen das Fassbier. Zudem gleiche der Flaschenverbrauch in den eigenen vier Wänden nicht den normalen Verbrauch aus Fässern aus, so dass es im Einbecker Brauhaus Beeinträchtigungen gebe. In der vergangenen Woche lief die Fassabfüllung einmal kurz, teilte Deutsch mit: »Leider nur für Italien.« Einige Gastronomiebetriebe öffnen dort wieder, weshalb sich der italienische Importeur des Brauhauses mit Fassbier aus Einbeck eindeckte. In Lastwagen transportierte man das Bier Richtung Süden. In den knappen zwei Minuten des TV-Beitrags werde sonst 250 Liter Bier in Fässer abgefüllt, erklärte Jagla. Die Brauereien hoffen, dass dies schnell wieder Fahrt aufnehme und der Konsum in Kneipen, in Festzelten und bei Veranstaltungen bald möglich sein werde.mru

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