Gelungene Premiere: Bikertag mit großer Resonanz

Einbeck. Gut 600 Motorradfahrer, 800 Fahrer und Beifahrer, dazu zahlreiche weitere Besucher, die nicht auf zwei Rädern angereist waren: Mit der Resonanz auf den ersten Bikertag am Sonnabend war der PS.SPEICHER mehr als zufrieden. Bei idealem Motorradwetter rollten die Teilnehmer aus der näheren und der weiteren Umgebung an.

Etwa zwei Drittel hatten, abzulesen an den Fahrzeugkennzeichen, den Bikertag für eine Ausfahrt genutzt und eine Anreise von mindestens 50 Kilometern hinter sich, so der Geschäftsführer der Kulturstiftung Kornhaus, Lothar Meyer-Mertel. Mit der Premiere dieser Veranstaltung war er also mehr als zufrieden. Anlässlich des 70-jährigen Bestehens der italienischen Marke Laverda standen bei der Präsentation von Maschinen aus dem Depot der Kulturstiftung Kornhaus vor allem italienische Motorräder im Mittelpunkt, versiert präsentiert von Motorradkurator Andy Schwietzer und Hans A. Muth, Designer solcher Ikonen wie BMW R 90 S und Suzuki Katana.

Ein italienisches Motorrad, die MV Agusta 750 S, sei seine erste Geliebte gewesen, verriet Muth, aber auch die Moto Guzzi Falcone und die Laverda FSC hätten ihn begeistert. Rot sei die italienische Landes- sowie die Rennfarbe, gerade italienische Motorräder konnten damit glänzen. Andere Töne wiesen eher auf andere Märkte hin, etwa ein Limonengrün für den US-Markt. »Draufsetzen und los!«, dazu würden die Modelle noch immer einladen. Styling sei dabei, darauf verwies Hans A. Muth, nicht Design. Und lohnend sei es immer wieder, sich nicht nur die Motoren anzuschauen, sondern das Gesamtpaket, etwa Verkleidungen oder Sitzkomfort. So schmal, wie die Sitzbänke bei den ersten Maschinen, gedacht vor allem für den Alltag, waren, findet man sie heute nicht mehr. Da habe sich, schmunzelte er, nicht nur die Ausstattung verändert, sondern auch der Mensch als Fahrer.

Im Gespräch mit Hans A. Muth und Piero Laverda lockte Andy Schwietzer beim Café-Talk die eine oder andere Insider-Geschichte hervor, aber auch Grundsätzliches. So ähneln sich die Ansichten beider Gesprächsteilnehmer: Ein Motorrad müsse nicht nur mit dem Stift, sondern auch mit Herz und Seele entwickelt werden. Hans A. Muth designt seit rund 60 Jahren, und für jedes Konzept hat er die Passende Philosophie; so orientierte er sich beispielsweise für die Suzuki Katana an der japanischen Mythologie. Piero Laverda schmunzelte, in seiner Familie verbringe man etwa 90 Prozent des Lebens auf Rädern. Ein Motorrad sei immer mit vielen Emotionen verbunden, wobei natürlich auch die finanzielle Seite stimmen müsse. Beide haben viel von ihrem Wissen in neuen Büchern festgehalten – um es festzuhalten, bevor es vergessen wird.

Mit einem engagierten Team um Axel Engelke war der Verein Plankenparty vor Ort. Er setzt sich seit Mitte der 90er Jahre für die Installation zunächst von Protektoren, inzwischen für Unterfahrschutz an Leitplanken ein, um Motorradfahrer vor schweren Verletzungen zu schützen: Eine Leitplanke kann für einen Motorradfahrer im Unglücksfall lebensbedrohlich sein.

Unter anderem mit der Plankenparty wird Geld dafür gesammelt. Auf dem Parkplatz am PS.SPEICHER, vor der Rampe und auf der Freifläche am Kassenhaus konnten viele Biker ihre zweirädrigen Schätze in einer riesigen Bandbreite präsentieren, von der Sonderanfertigung für Notfallsanitäter über das Alltags- oder Ausfahrbike bis hin zum Mini oder zur Rennmaschine – zum Anschauen, zum Fachsimpeln und Staunen und gelegentlich auch zum Hören, wenn der eine oder andere Fahrer Freude daran hatte, ein bisschen zackig am Gas zu drehen.ek

Nichts für Feingeister

Ganz viel »Goldene Gans«

Der Blitz im Emblem