»Geschwindigkeit liegt Ihnen im Blut«

PS-Stifter Karl-Heinz Rehkopf feiert 80. Geburtstag | Erster Träger des Ehrenrings der Stadt Einbeck

Einbeck. »Ein Freund, ein guter Freund« am Anfang, »Viel Glück und viel Segen« als Geburtstagsständchen am Schluss, dazu das Motto »Aufgeben ist nicht meine Stärke«: Karl-Heinz Rehkopf hat gestern einen runden Geburtstag gefeiert.

Der 80. war’s, wie in einem Filmbeitrag humorvoll herausgearbeitet wurde. Wegbegleiter und Landtagspräsident Bernd Busemann blickten nicht nur auf seinen unternehmerischen Werdegang und auf sein großes Geschenk für Einbeck, den PS.SPEICHER, sondern Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek zeichnete ihn aus: Karl-Heinz Rehkopf ist der erste Träger des Ehrenrings der Stadt Einbeck »Der Jubilar kommt später«, ließ Moderatorin Maren Braun die Gäste in der PS.Halle wissen.

Er sei noch beim Amt für Lebenszeitfeststellung, denn er kenne sein genaues Alter nicht. In einem Film wurde gezeigt, was es damit auf sich hat: Nach einer umfassenden Testreihe, in denen Karl-Heinz Rehkopf unterschiedlichste Fahrzeuge vor den Augen strenger Tester – Harro Adt und Gerald Strohmeier – bewegen musste, fuhr er auf einem Fahrrad, fröhlich klingelnd, in die Halle, als »bestätigter« 80-Jähriger.

»Gut, Frau Bürgermeisterin, dass Ihre Spitzenbeamten den Fall zu Ende gebracht haben für einen starken Auftritt eines jungen Mannes«, lachte Landtagspräsident Bernd Busemann, der Grüße aus Hannover überbrachte. Was Karl-Heinz Rehkopf auszeichne, sei Bescheidenheit als innere Haltung. Das sei auch die Voraussetzung für den großen Erfolg als Unternehmer und Sammler. So sei er eine große unternehmerische Persönlichkeit in Niedersachsen geworden. »Mehr Sein als Schein«, das gelte für ihn. Er sei flexibel und bodenständig, seine Basis habe er immer in Südniedersachsen behalten. Im Fall des PS.SPEICHERs habe er seine Bescheidenheit ein wenig zurückgenommen, und was hier geschaffen wurde, suche seinesgleichen.

Es sei etwas Beispielhaftes geglückt, das zeige, dass es auf die Initiative des Einzelnen ankomme. »Ich habe gesehen, dass Sie ein Schild an der Autobahn haben. Wer das hat, der hat’s geschafft«, schmunzelte Busemann. Es sei beeindruckend, was der Jubilar für seine Heimat bewegt habe. Er habe eigenen Wohlstand für andere eingesetzt. Mit Freude und berechtigtem Stolz können er auf Geleistetes blicken, an dem er die Allgemeinheit teilhaben lasse. Das Land verdanke ihm eine Attraktion, die alle Erwartungen übertroffen habe. »Dieser Mann ist ein Glücksfall nicht nur für Einbeck, sondern für ganz Niedersachsen.« Der Landtagspräsident gratulierte mit einem PS: einem Niedersachsen-Ross aus der Manufaktur Fürstenberg.

Mit großer Dankbarkeit für die Dinge, die der Stifter für Einbeck getan habe, gratuliere sie im Namen von Rat und Verwaltung und auch persönlich, sagte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, und sie wünsche ihm Glück. Persönliche Versorgung, Sicherheit, Liebe, Gesundheit, Erfolg, Autonomie und Sinn seien Faktoren für Glück, und da könne Karl-Heinz Rehkopf sich wahrhaft glücklich schätzen, denn diese Faktoren hätten sich für ihn erfüllt.
Gleich mit zwei Geschenken überraschte sie ihn: mit einem Motorradkennzeichen EIN – KHR 1, wobei dies nur ein Freizeitkennzeichen sei, falls nicht der Landkreis ein Auge zudrücke, und den Ehrenring der Stadt Einbeck, den sie erstmals verleihen dürfe. Er habe sich mit dem PS.SPEICHER den Traum von artgerechter Fahrzeughaltung erfüllt.

Der Rat, der die Verleihung für hervorragende Verdienste um die Stadt Einbeck einstimmig beschlossen habe, sage Dank für die Millionen-Investitionen, die Karl-Heinz Rehkopf für Einbeck erbracht habe und für 150.000 Besucher bisher, von denen die gesamte Stadt profitiere.

Tedox-Geschäftsführer Eckart Pottebaum skizzierte Karl-Heinz Rehkopfs unternehmerischen Weg. 1972 hat er die Teppich-Domäne Harste gegründet, aus der Tedox hervor ging. Das Familieneinkommen sollte damit gesichert werden, und dabei sei er übers Ziel hinausgeschossen. Engagiert, mit Sachverstand und Menschenkenntnis, so würden ihn die 2.800 Mitarbeiter kennen, demnächst an 111 Standorten. Karl-Heinz Rehkopf sei ein Vordenker und Stratege, er sei an allem interessiert und sich zu nichts zu fein. »Geschwindigkeit liegt Ihnen im Blut«, stellte er fest, das gelte auch für das Denken. Er sei ehrlich, partnerschaftlich und geradeaus, er habe ein Unternehmen mit guter und gesunder DNA aufgebaut, und er sei sich als Unternehmer und Mensch treugeblieben. Wenn man ihn mit drei Eigenschaften charakterisieren sollte, dann mit Kompetenz, Herzlichkeit, Redlichkeit: KHR eben.

Aber nicht nur Unternehmer, sondern auch Sammler ist er seit Jahrzehnten, historische Fahrzeuge hat er mit Herzblut zusammengetragen. Holger Eilers, heute Vorstand der Kulturstiftung Kornhaus und 1974 erstmals als Student bei Tedox, ging auf diesen Aspekt ein. Mit Leidenschaft habe Karl-Heinz Rehkopf Zweiräder gesammelt. Zugänglich machen wollte er sie erst nach seinem Tod. Er schätzte sein zurückgezogenes Leben. Dennoch habe er mitgewirkt an einem Projekt mit gewaltiger Strahlkraft. Das sei eine Belastung, aber auch ein Spaßfaktor. Etwas zurückzugeben von seinem Erfolg, sei ihm wichtig. Er habe einen Teil seines Vermögens verschenkt, und er sei täglich unermüdlich im Einsatz für die Stiftung. Das sei vorbildliches bürgerschaftliches Engagement und ein Vermächtnis, das vielfach Früchte trage.

Auf einer Triumph, die er für seine »Altersprobe« fahren musste, nahm der Jubilar Platz für seine Dankesrede: »Was macht ihr denn mit und aus mir?«, fragte er angesichts der »unglaublichen Ehrung«, die als Ehrenbürgerschaft zu verstehen sei. Habe der Rat, der sonst so abwägend sei, da nicht einen Schnellschuss abgefeuert? Wenn er die Hälfte von dem, was er gehört habe, abziehe, sei immer noch so viel übrig, dass es kaum auszuhalten sei. Er sehe, dass das, was er geschaffen habe, gut sei – aber er habe es mit der Hilfe vieler anderer erreicht. Er sei nicht der Macher, sondern der Ideenquälgeist. Aber er sehe auch Zufriedenheit bei der Arbeit. Die Zahl von fast 100.000 Besuchern in diesem Jahr treibe die Mannschaft an. Was vor 45 Jahren in einem Kuhstall in Harste gestartet sei, sei ein großer Erfolg geworden.

Er dankte seiner Familie und auch dem lieben Gott, der es unheimlich gut mit ihm meine und ihm Motivation und Ausdauer beschert habe. »Die Hauptleistung vollbringen die, die nicht durch den Ring ausgezeichnet wurden.« Ihnen, die ihn mit Einsatzfreude zu dieser Ehrung getragen hätten, widme er die Hälfte des Ehrenzeichens. In den Dank bezog er auch die Ehrenamtlichen für die PS-Sache sowie die Förderfreunde ein, und schließlich dankte er allen Gratulanten, die anstelle von Geschenken für das Projekt »Außerschulischer Lernort« großzügig gespendet haben. »Ich bin 80, wer hilft mir vom Motorrad?« – gewohnt humorvoll verließ er die Bühne.

Zum Abschluss strengten sich die Besucher unter der Leitung der »Comedian Harmonists Today«, die die Feier durch Klassiker ihrer historischen Vorbilder umrahmt hatten, ordentlich an: »Viel Glück und viel Segen« wünschten sie dem Geburtstagskind in einem mehrstimmigen Kanon.ek

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