Jeder Vierte ist ein Steinchenträger

Dr. Meister referiert über Erkrankungen der Gallenwege / Abends ein Glas Milch

»Jeder Vierte hat Steinchen in seinen Gallenwegen«, erklärte Dr. Tobias Meister, Chefarzt der inneren Klinik des Sertürner-Hospitals. Auf Einladung des Vereins der Freunde und Förderer referierte er über Erkrankungen der Gallenwege.

Einbeck. Die Gallenblase sei zwar kein lebenswichtiges Organ, doch sie habe eine durchaus wichtige Rolle bei der Fettverdauung, erklärte Dr. Meister. In der Gallenblase wird der aus der Leber stammende Gallensaft gesammelt und konzentriert. Nach den Mahlzeiten wird dieser Gallensaft dann an den Darm abgegeben, damit das Nahrungsfett gut verdaut werden kann.

Die Hauptaufgabe des Gallensaftes ist die Emulgierung des Nahrungsfettes, damit dieses leichter verdaut werden kann. Der Gallensaft ist in der Lage, Fett in feinste Tröpfchen zu zerteilen, sodass die anderen Verdauungssäfte aus der Bauchspeicheldrüse die Fettmoleküle besser erreichen können.Da der Gallensaft ziemlich aggressiv ist, wundert es nicht, dass die Gallenblase auch häufig erkrankt. Besonders häufig entstehen Gallensteine aus dem konzentrierten Verdauungssaft und infolge davon kann es zu schmerzhaften Koliken und Entzündungen kommen. Weitere mögliche Krankheiten sind Gallengangsteine, Gallenblasen- und Gallengangtumore sowie Autoimmunerkrankungen.

15 bis 20 Prozent der Bevölkerung sind Steinträger, 190.000 Gallenblasenentfernungen werden im Jahr durchgeführt, 1.400 Todesfälle pro Jahr hängen mit Gallensteinen zusammen. Während Deutsche durchschnittlich zu 15 bis 20 Prozent an Gallensteinen erkranken, ist diese Krankheit bei Chinesen und Japanern selten, bei US-Indianern liegt sie sogar bei nahezu 70 Prozent. Frauen sind häufiger von Gallensteinen betroffen als Männer. Als Risikofaktoren nannte Dr. Meister hochkalorische und faserarme Kost, körperliche Inaktivität, Adipositas, raschen Gewichtsverlust und drastische Gewichtsschwankungen. Viel Cholesterin bedeute auch viele Gallensteine, so Meister weiter.

Behandelt werden lediglich symptomatische Steinträger, also solche, bei denen Schmerzen auftreten. Wenn Gallensteine immer wieder Beschwerden verursachen, dann ist eine Gallenblasen-Operation die wirksamste Behandlungsmöglichkeit. Die Entfernung oder Auflösung einzelner Steine bringt im besten Falle einen vorübergehenden Erfolg, weil immer wieder neue Steine nachwachsen.

Zur Gallenblasen-Entfernung gibt es zwei verbreitete Methoden: einerseits die moderne minimalinvasive Operation mit Bauchspiegelung (Laparoskopie), bei der die Heilung schnell verläuft, und andererseits die klassische Operationsmethode mit Bauchschnitt, bei der die Heilung länger dauert. Inzwischen werden etwa 90 Prozent aller Gallenblasen-Operation mit der laparoskopischen Methode entfernt.

Die meisten Menschen können nach der Gallenblasen-Operation ganz normal essen – alles in Maßen. Um der Bildung von Gallensteinen vorzubeugen, sollte man abends ein Glas Milch trinken, riet Dr. Meister. Am Mittwoch, 6. April, findet ein Vortrag von Dr. Josef Nelles in der Caféteria des Sertürner-Hospitals statt. Thema wird dann die Schmerztherapie sein. Bei den Vorträgen, erklärte Karin Schramm, Vorsitzende des Vereins, lerne man immer dazu.sts

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