Seniorenrat

Lebenslanges Lernen ist wichtig

Seniorenrat befasst sich mit Förderung der Gesundheit und Digitalisierung

Bei der Sitzung in Wenzen be­schäftigte sich der Seniorenrat mit verschiedenen Themen wie mit der Förderung der Gesundheit durch Digitalisierung.

Wenzen. Gute soziale Kontakte verbessern die Lebenszufriedenheit und die Gesundheit – auch im höheren Alter –, berichtete Jürgen Herbst bei der Sitzung des Einbecker Seniorenrates im Feuerwehrgerätehaus Wenzen. Weitere Themen waren die Vorstellung des Dorfes durch Ortsbürgermeister Gerhard Mika sowie Mitteilungen der Behindertenbeauftragten Renate Leuschner.

Zu Beginn der Sitzung lobte Vorsitzender Hein-Peter Balshüsemann das neue Gerätehaus der Feuerwehr Wenzen, entstanden sei ein Schmuckstück. Für ihn war es die letzte Sitzung als Gremiumsleiter, aus Altersgründen hört er Ende Oktober auf. Im November will der Seniorenrat einen Nachfolger wählen.

Wenzen könne auf eine lange und bewegende Geschichte zurückblicken, sagte Gerhard Mika, 2022 stehe das 1.000-jährige Bestehen an. Prägend sei die Bundesstraße 64, die direkt durch den Ort führe. Als Ost-West-Achse werde sie stark frequentiert. In den 1950er und 1960er Jahren gab es Pläne für eine Umgehungsstraße, sie wurden nie realisiert.

Eine gute Dorfgemeinschaft und starke Vereinslandschaft existiere unter anderem mit MTV Wenzen, Männergesangverein, Kyffhäuser-Kameradschaft und Feuerwehr. Die Vereinsvorstände treffen sich häufiger. Gemeinsam könne man viel bewegen – wie der Einsatz für den Erhalt der Grundschule bewies.

Zwischen den acht Dörfern des Ortsrats »Auf dem Berge« gebe es große Unterschiede, so Mika. Hallensen habe zum Beispiel 37 Einwohner, Wenzen 666. Im größten Ort leben 30 Kinder bis sechs Jahren sowie rund 150 Bürger über 60 Jahre. Seit 2015 ging die Anzahl der Einwohner in allen Dörfern um 170 Personen zurück, einige Zuzüge erfolgten seitdem. Unter anderem wuchs Hallensen von 30 auf 37 Einwohner.

Gelobt wurde die funktionierende Dorfgemeinschaft. Gegenseitig werde für sich und den Ort eingesetzt. Zusammen mit dem Ortsbeauftragten will man schauen, wo man in Wenzen Notrufbänke installieren kann, so Mika.

Vom Bezirksdelegiertentag in Helmstedt berichtete Lothar Dolle. Angetan war er von den Formularlotsen, die Mitmenschen – nicht nur Älteren – helfen, Formulare richtig auszufüllen. Er wies darauf hin, dass Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung wichtig seien, jeder sollte sie haben.

Nachbarschaften können Zusammenhalt und Austausch stärken, betonte Herbst, der auf der Regionalkonferenz zum Thema »Gesund und aktiv älter werden« war. Um Grenzen der Anonymität zu überwinden, helfen digitale Angebote als Brücken. Sie eröffnen neuen Möglichkeiten zur Vernetzung – sowohl im ländlichen Raum wie auch in Städten.

Digitalisierung wirke sich auf viele Anwendungsbereiche aus wie Wohnen, Kommunikation, Mobilität, gesundheitliche und pflegerische Versorgung oder soziale Integrität. Die Aneignung technischer Kompetenzen – vor denen einige noch zurückschrecken – könne an Lernorten oder durch Lotsen erfolgen. »Schüler helfen Senioren« wurde schon mehrfach mit den BBS Einbeck durchgeführt, weitere Termine seien vorstellbar, so Herbst. »Lebenslanges Lernen ist wichtig«, betonte er. Skeptikern sollte man Mut machen und sie an die Technik heranführen, die immer mehr Einzug in die Gesellschaft halten werde.

Von den 65- bis 69-Jährigen seien schon rund 80 Prozent online, danach nehme die Verbreitung stark ab. Vieles werde es jedoch zukünftig nur noch digital geben. Behörden oder Banken stellen immer mehr um, Informations- und Kontaktmöglichkeiten nehmen zu. In zukünftigen Wohnungen halte die Digitalisierung sukzessive mehr Einzug, stärkere Vernetzung und soziale Teilhabe beugen Einsamkeit vor. Im Vordergrund stehe das Ziel, dass die Bürger möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld leben können – auch mithilfe technischer Unterstützung wie Sensormatten, Bewegungsmelder oder Gerätesteuerung durch Sprache.

Behindertenbeauftragte Renate Leuschner monierte weiter die Toilettensituation am Bahnhof Kreiensen, zudem schlug sie vor, behindertengerechte Anlagen am ehemaligen Gemeindehaus am Neustädter Kirchplatz zu errichten. Eine gute Möglichkeit im ländlichen Raum sei eine Mitfahrbank. Wer auf solch einer Bank sitze, signalisiere, dass er eine Mitfahrgelegenheit suche. In vielen Bereichen Deutschlands habe sie sich schon bewährt, die Einbecker Stadtverwaltung habe kein Interesse daran, wunderte sich Leuschner.

Zum Abschluss teilte Dietlind Ostermann mit, dass der nächste Informationsstand vom Einbecker Seniorenrat am Sonnabend, 26. Oktober, von 10 bis 12 Uhr auf dem Marktplatz durchgeführt werde. Erneut will man mit den Bürgern ins Gespräch kommen sowie das Gremium und seine Arbeit vorstellen.mru

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