Mit tiergestützter Therapie und Wohntraining voran

Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Einbeck im PTZ | Standortsuche für neuen AUW-Bau

Die Mitglieder­versammlung der Lebenshilfe im PTZ erfuhr »tierische« Unterstützung von den Therapiehunden Lotte und Toni.

Einbeck. Die Vorzüge tiergestützter Therapie und das Wohntraining an der Ilmeschule waren Thema bei der Mitgliederversammlung der Lebenshilfe im Pädagogisch-Therapeutischen Zentrum (PTZ) in Einbeck. Der Vereinsvorsitzende Andreas Huchthausen begrüßte eingangs die Gäste, bevor er über das abgelaufene Geschäftsjahr berichtete und einen Ausblick auf kommende Projekte gab.

»In diesem Jahr war es vergleichsweise ruhig, es gab keine großen Baumaßnahmen«, sagte Huchthausen. Indes suche man einen zentrumsnahen Standort für den Neubau einer Wohnanlage – ähnlich wie der an der Sophienstraße, nur etwas größer. Sämtliche Möglichkeiten für die Sanierung eines Altbaus seien evaluiert worden, jedoch sind sie schlussendlich »durchs Raster gefallen«. »Ein Neubau bringt auch den Vorteil mit sich, dass wir vollständig barrierefrei bauen können«, berichtet der Vorsitzende. Zudem grenze man sich von Mitbewerbern ab.

Mit dem Neubau wolle man auf die hohe Nachfrage nach Wohnplätzen reagieren. Die Wohnanlage in der Sophienstraße sei bis auf eine Paarwohnung voll ausgelastet. Dies sei dem Trend zur Singlewohnung geschuldet. Auch die Krippenplätze bei den »Münsterminis« seien stark nachgefragt. »Wir haben etwa 60 Kinder auf der Warteliste«, verriet Huchthausen. Dabei seien sogar ungeborene Kinder, für die bereits ein Antrag eingegangen sei.

Der Kassenführer des Vereins, Stefan Beumer, präsentierte die Bilanz des vergangenen Jahres. Auf der Investitionsseite schlugen unter anderem die Anschaffung von vier neuen Bussen und 16 Fenstern zu Buche. Die Mitgliederversammlung bestätigte die gute Arbeit des Vorstandes und entlastete diesen einstimmig.

Dann traten Toni und Lotte ins »Scheinwerferlicht«: Die ausgebildeten Therapiehunde kamen in Begleitung von Physiotherapeutin und Hundetrainerin Susanne Wilke, die den Mitgliedern einen Einblick in ihre Arbeit ermöglichte.

»Der Hund ist gleich ein Kumpel«, erklärte sie den Ersteindruck der Kinder, wenn sie Toni und Lotte kennenlernten. Es gebe viele Besonderheiten, die bei der tiergestützten Therapie von Vorteil wären. Zum einen lerne man Regeln zu befolgen, weil der Hund sonst nicht gehorche, zum anderen schule der Umgang mit den Vierbeinern Empathie, Kommunikation, Anatomie, Struktur sowie Fein- und Grobmotorik. Wilke zeigte anhand von Bildern deutlich, wie sehr die Kinder die Arbeit mit den Tieren genossen haben.

Vertreter der Ilmeschule stellten den Zuhörern das Wohntraining für ältere Schüler vor. Schulleiterin Stefanie Arndt, Klassenleiterin Daniela Peters und Britta Fricke berichteten über erste Erfahrungen, die sie beim Training mit ihren Schülern gesammelt haben. Die aktuell leerstehende Paarwohnung wurde dabei als Testobjekt genutzt, konnte eingerichtet und individuell gestaltet werden. »Was gehört alles dazu, um eigenständig wohnen zu können?«, stellte Peters die wesentliche Frage des Projektes.

Thematisiert wurden notwendige Einrichtungsgegenstände, Finanzierung des Wohnraums und der Versorgung, Reinigung, Tagesplanung, Ansprechpartner, wenn man mal nicht mehr weiter weiß, und viele weitere Dinge, »die für uns alltäglich sind, für die Schüler jedoch eine Herausforderung darstellen können«. Mit kurzen Bild- und Videobeiträgen wurde das Wohntraining anschaulich präsentiert. Ein wesentlicher Aspekt: »Die Schüler haben es ‘geliebt’ und sind ein Stück weit selbstständiger geworden.«kw

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