Neue Studienangebote würden helfen

In Südniedersachsen fehlen Lehrer für Pflege | Fachveranstaltung in Einbeck

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachveranstaltung »Pflegeaus­bildung in Südniedersachsen« kamen unter anderem aus ausbildenden Schulen in Südniedersachsen, den Gebietskörperschaften sowie dem Niedersächsischen Kultusministerium.

Einbeck. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt in Südniedersachsen. Pflegepersonal wird schon heute händeringend gesucht. Für die ausbildenden Schulen wird es zunehmend schwieriger, qualifizierte Lehrkräfte zu finden. Eine regionale Initiative, um auf das Problem aufmerksam zu machen, hat der Steuerungsausschuss Südniedersachsen ergriffen. Im Auftrag der südniedersächsischen Landkreise, Stadt Göttingen und weiterer Gebietskörperschaften lud das Projektbüro Südniedersachsen zu einer Fachveranstaltung nach Einbeck ein.

Wie kann die Versorgung der öffentlichen und der freien Schulen mit Pflege-Lehrkräften verbessert werden? Mit dieser Frage haben sich Experten auf der Veranstaltung »Pflegeausbildung in Südniedersachsen« beschäftigt. Vertreter der ausbildenden Schulen, der Gebietskörperschaften, der Bildungsregionen, der Agentur für Arbeit und des Niedersächsischen Kultusministeriums kamen dazu in die Berufsbildenden Schulen nach Einbeck.

Im Zentrum der Veranstaltung stand der Vorschlag, neue Studiengänge für Pflegelehrkräfte in Südniedersachsen einzurichten. Zurzeit werden Lehrkräfte, die an den Berufsbildenden Schulen im Bereich Pflege unterrichten, ausschließlich an der Universität Osnabrück ausgebildet. Für Lehrkräfte an den privaten Schulen gibt es ebenfalls keine Studienmöglichkeiten in Südniedersachsen.

»Wohnortnahe Ausbildung muss auch ein Thema sein, wenn wir von den Lehrerinnen und Lehrern an den ausbildenden Schulen sprechen.« Dies betonte Astrid Klinkert-Kittel, Landrätin des Landkreises Northeim. Und sie lieferte gleich einen Lösungsvorschlag mit: »In Göttingen gibt es bereits Strukturen, die besonders geeignet erscheinen, um hier neue Studiengänge einzurichten. Hierzu zählen vor allem die Universitätsmedizin Göttingen und der Gesundheitscampus mit der großen Expertise auf den Gebieten Gesundheit und Pflege sowie die bereits bestehende Lehramtsausbildung an der Universität Göttingen.«

Auch für Klinkert-Kittel ist klar: »Wir benötigen in der Region Südniedersachsen dringend ein Angebot für die Ausbildung von Lehrkräften in Pflegeberufen.« Die Landrätin setzt sich besonders gegenüber dem Land Niedersachsen für rasche Hilfe ein. »Die Zeit drängt, denn die Not aufgrund fehlenden Personals ist in der Pflegebranche riesengroß.« Im Schulterschluss mit den Landkreisen Göttingen, Goslar und Holzminden sowie der Stadt Göttingen wirbt sie deshalb um Unterstützung aus Hannover.

Im abschließenden Podiumsgespräch und auch aus den Beiträgen aus dem Publikum zeigte sich, wie groß der Handlungsbedarf ist. Renatus Döring, Schulleiter der BBS Einbeck, schilderte die ernste Situation an seiner Schule. So musste der Ausbildungsgang »Pflegeassistenz« im laufenden Schuljahr aufgrund des Mangels an Lehrkräften ausgesetzt werden. »Sollte die Altenpflegeausbildung beziehungsweise die zukünftige Ausbildung zur Pflegefachkraft aus diesem Grund ganz eingestellt werden, hätte dies dramatische Folgen für die Pflegeeinrichtungen im Landkreis, die bereits heute unter einem erheblichen Fachkräfteengpass leiden«, erklärte er weiter.

Dr. Dag Danzglock vom Niedersächsischen Kultusministerium zeigte sich angetan vom regionalen Engagement. »Ich nehme wahr, dass Ihnen die Schaffung neuer Studienmöglich­keiten ein großes Anliegen ist und werde das auch an die Landesebene transportieren«, so Dr. Danzglock am Ende der Veranstaltung.
Gemeinsam die Aufmerksamkeit des Landes auf das Problem lenken, das will auch der Steuerungsausschuss Südniedersachsen. Auf der Jahresbilanzveranstaltung des Südniedersachsenprogramms am 4. November 2019 in Holzminden soll das Thema öffentlich diskutiert werden.oh

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