Neues Naturschutzprojekt: Projektgruppe legt neue Streuobstwiese an

Einbeck. Der Blick von der neuen Streuobst­wiese reicht weit in die Heimat: Leine- und Ilmetal sind von der Streuobstwiese auf der Südhanglage bei Bartshausen hervorragend zu sehen. Gleichzeitig sind die markanten Gebäude Einbecks sichtbar. Für ein neues Naturschutzprojekt hat die BUND-Kreisgruppe eine etwa 7.000 Quadratmeter große ehemalige Landwirtschafts­fläche angepachtet und zur Verfügung gestellt. Die ersten 40 Obstbäume konnten jetzt von der Firma Tannen-Everlien mit tatkräftiger Unterstützung einer »Projektgruppe« mit Joachim Henze, Hartmut Bertram, Udo Beyland, Helmut Ostermann, Klaus Kühne, Albert Deike und Werner Arzeus sowie fachlicher Leitung des Naturschutzbeauftragten des Landkreises Northeim, Gert Habermann, gepflanzt werden. Ein Termin mit den Sponsoren wurde verschoben; im nächsten Jahr sollen, sobald es die Situation erlaubt, zusammen weitere Obstbäume gepflanzt werden.

Zusätzlich wurde durch Firma Everlien eine Winterlinde gesponsert. Vorgesehen sind noch ein paar Walnussbäume, die die Palette der heimischen Obstbäume abrunden werden. Seit etwa zwei Jahren trifft sich die Gruppe aus sieben Rentnern und Pensionären regelmäßig zum Frühstücksstammtisch, um beim Kaffee über Gott und die Welt zu sprechen – coronabedingt derzeit digital über Skype. Ein Hauptthema der Diskussion ist Klima- und Umweltschutz, und es wurde die Frage gestellt, was man im eigenen Rahmen bewegen kann. Seit Ende 2019 suchte die Gruppe ein geeignetes Grundstück in der Nähe von Einbeck und fand im Herbst dieses Jahres die Fläche in der Nähe von Bartshausen und Kuventhal. Durch die Steilhanglage war eine landwirtschaftliche Bearbeitung schwierig, das Grundstück wurde fast ausschließlich als Mähwiese genutzt. Am östlichen Rand ­befindet sich bereits eine Strauchhecke, und durch Trockengräser hält sich ein kleiner Schwarm Goldammern ständig dort auf. Mäuse sind in großer Population vorhanden, die wiederum Turmfalken und Mäusebussarde auf sich aufmerksam gemacht haben.

Neben der Anpflanzung von heimischen und älteren Hochstammobstbäumen ist vorgesehen, eine weitere Hecke und einen größeren Blühstreifen anzulegen. Weiter geplant sind Schautafeln, Hinweisschilder, Trockenmauern, Ansitzwarten für Greifvögel, eine Wasserstelle für Niederwild, Vögel und Insekten, Nistkästen, ein Bienen- und Insektenhotel und eine Sitzgruppe, um den Ausblick zu genießen. Früher war es selbstverständlich, dass es fast in jeder Ortschaft eine Streuobstwiese gab. In den letzten Jahren sind diese Habitate für Pflanzen und Tiere jedoch zunehmend verschwunden. Dabei ist dieses von Menschen gemachte Biotop ein einzigartiges Paradies für Flora und Fauna, es bietet seltenen Pflanzen die Möglichkeit, sich anzusiedeln, die wiederum seltener geworden Tierarten Schutz und Nahrung geben.

Auf einer Streuobstwiese entwickelt sich mit den Jahren ein einzigartiges vertikales Ökosystem. Die Projektgruppe hat große Unterstützung durch die heimische Wirtschaft, aber auch durch Privatpersonen und andere Interessierte ­erfahren; die Beteiligten würden sich über weitere Unterstützer freuen. Ansprechpartner ist Hartmut Bertram, hartmutbertram@gmail.com, Telefon 05561/927021.oh

FörderFreunde blicken zuversichtlich in Zukunft

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