Führungen am Petersilienwasser

Zum Tag der offenen Grabung: am Sonntag ab 14 und ab 15 Uhr sind Interessierte willkommen

Die Ergebnisse der Grabungen am Petersilienwasser stellt Dr. Stefan Teuber (Mitte) am Sonntag ab 14 und ab 15 Uhr Interessierten vor; mit auf dem Foto Grabungsleiter Stefan Hainski (rechts) und der Anthropologe Oliver Beykirch (hinten) sowie EWG-Geschäfts

Einbeck. Zum Tag der offenen Grabung laden der Stadtarchäologe Dr. Stefan Teuber und die Einbecker Wohnungsbaugesellschaft (EWG) am kommenden Sonntag, 26. Juni, in das Petersilienwasser ein. Dort wird die EWG zwei Geschwisterhäuser mit Mietwohnungen bauen, vorgeschaltet sind derzeit archäologische Grabungen auf der Fläche. Bei öffentlichen Führungen ab 14 und ab 15 Uhr wird der Archäologe Dr. Stefan Teuber über die Grabungen und die daraus gewonnenen Kenntnisse berichten.

Zwischen 13 und 16.30 Uhr wird die EWG zudem ihr Bauvorhaben vorstellen. 1996 unternahm Dr. Teuber die erste Grabung am Petersilienwasser, fortgesetzt wurde sie jährlich bis zum Jahr 2000. Im Zuge des Neubaus von Wohnungen ging es 2005 ein weiteres Mal in die Tiefe. Das Areal, auf dem jetzt gebaut werden soll, ist im westlichen Bereich erweitert, und hier wird nun gegraben. Die bisherigen Grabungen geben Aufschluss über die Zeit ab etwa 1250, wo das Gebiet relativ klein parzelliert war. Das von Westen kommende Krumme Wasser trennte den Bezirk des Stifts St. Alexandri im Norden und die Marktsiedlung im Süden.

Die archäologischen Ausgrabungen erbrachten Hinweise auf eine Gründung der Neustadt in der Zeit um 1230/40 und den Bau einer Grabenbefestigung, die 1250 fertiggestellt war. Zwischen 1250 und 1300 entstand die Stadtmauer mit fünf Toren. In der ehemaligen, bis zu 200 Meter breiten Aue des Krummen Wassers liegt das Petersilienwasser. Grabungen haben ergeben, dass hier bis zu 3,20 Meter aufgesiedelt wurde. Aufgrund des hohen Grundwasserstandes sind hölzerne Fundamente von Häusern des 13. bis 14. Jahrhunderts erhalten.

Das spätere Petersilienwasser - Teil der mittelalterlichen Kanalisation Einbecks - folgt als Dreckgraben dem letzten Bachbett des Krummen Wassers, um 1434 wurde es zu einem steinernen Kanal ausgebaut. Die Fundstücke kultureller Hinterlassenschaften am Petersilienwasser reichen vom 13. bis zum 19. Jahrhundert, um 1268 wurden am Petersilienwasser erste Gebäude errichtet. Für die Zeit ab der Mitte des 13. Jahrhunderts bis zum Stadtbrand von 1540 ließen sich eine große Anzahl Gebäude freilegen.

Seit dem späten 13. Jahrhundert war die Bebauung des Petersilienwassers nahezu abgeschlossen. Zwischen den straßenständigen Häusern gab es nur geringe Abstände. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts kam es zu umfangreichen Neubaumaßnahmen, als deren Folge die Straßenfront entlang des bereits einige Zeit zuvor zum offenen, steinernen Kanal ausgebauten Petersilienwassers geschlossen wurde.

Von der Straße her waren die Parzellen nur über Brücken oder Stege erreichbar, die den Petersilienwassergraben überbrückten. Die Fundstücke lassen eine sozial niedrigere Stellung der am Petersilienwasser wohnenden Bevölkerung erkennen, sozial besser gestellt scheint nur ein dort ansässiger Schuhmacher gewesen zu sein, so Teuber. In den Hinterhöfen fanden sich Kloaken.

Bei den jetzigen Grabungen am Petersilienwasser sieht man, dass der westliche Teil des Petersilienwassers Brach- und Gartenland gewesen sein muss. Dort findet sich Stadtbrandschutt, zum Teil komplett von Metall befreit. Weitere Einzelheiten wird Dr. Teuber am Sonntag ab 14 und 15 Uhr erläutern. Mit den Bauarbeiten für die zwei neuen Geschwisterhäuser soll am 4. Juli begonnen werden. Entstehen werden hier zwölf bis 13 Wohneinheiten. Die 1.050 Quadratmeter Wohnfläche werden aufgeteilt in Wohnungen zwischen 62,5 und 121 Quadratmeter. Mit der Fertigstellung der Wohneinheiten rechnet die EWG Mitte 2017. Die EWG investiert hier 2,5 Millionen Euro.sts

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